Donnerstag, 30. Oktober 2025

Rezension zu "Fractured Fates" von Josi Wismar

Erschienen bei: Heyne
ISBN: 978-3-453-44321-1
Erschienen am: 10.09.2025
Seiten: 400


Fallen Grace Dilogie

1. Fractured Fates
2. Shattered Silence


Klappentext:
Isabelle bleiben drei Monate, um zu beweisen, dass ihre Schwester Vee unschuldig ist, und herauszufinden, wer wirklich hinter dem Mord an Maxwell Davenport – dem einflussreichen Sprössling der Londoner High Society – steckt. Als Holly begibt sie sich in eine Welt, in der Macht und Geld alles bestimmen. Dort trifft sie auf Carter, den Bruder von Max – ihr perfekter Zugang zu der Familie, die Vee vernichten will. Je näher sie ihm kommt, desto schwieriger wird es für Holly, zwischen vorgetäuschten Gefühlen und echter Zuneigung zu unterscheiden. Und hinter der perfekten Fassade der Davenports lauern Lügen, Verrat – und eine Vergangenheit, die nie ans Licht kommen sollte. Zwischen gefährlichen Wahrheiten und einem Mann, der sie zu durchschauen droht, muss Holly sich fragen, was sie bereit ist zu opfern. Vor allem, wenn die Wahrheit tödlich ist.


Meine Meinung:
Schon auf den ersten Blick hat mich das Buch optisch begeistert. Das Cover ist ein echter Hingucker – liebevoll gestaltet, mit einem Farbschnitt, der harmonisch in das Motiv übergeht und das Gesamtbild perfekt abrundet. Es vermittelt genau die geheimnisvolle und zugleich elegante Stimmung, die auch die Geschichte selbst ausstrahlt.

Der Schreibstil von Josi ist angenehm, flüssig und leicht zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise aus mehreren Perspektiven: Neben Isabelle und Carter kommt auch Vee zu Wort. Ihre Kapitel spielen in der Vergangenheit und geben Stück für Stück Einblicke in ihr Verhältnis zu Maxwell Davenport und ihre Zeit im Haus der Familie. Diese Rückblicke bringen Tiefe in die Handlung und lassen die Charaktere lebendig wirken.

Isabelle ist eine Protagonistin mit klaren Zielen und großem Herz. Ihre Entschlossenheit, ihre Schwester Vee zu entlasten, hat mich beeindruckt – auch wenn sie manchmal etwas zu naiv an die Dinge herangeht. Trotzdem bewundere ich ihren Mut und ihre Willensstärke. Carter wiederum hat mich positiv überrascht: Statt des typischen arroganten High-Society-Erben begegnet man einem einfühlsamen, nachdenklichen Charakter, der schnell Sympathie weckt.

Etwas schade fand ich, dass die Londoner High Society und das versprochene Großstadtflair kaum zur Geltung kommen. Die Handlung spielt größtenteils im Haus der Davenports, wodurch die glamouröse Welt der Reichen eher angedeutet bleibt. Auch einige Logiklücken – etwa wie Isabelle sich so leicht unter falschem Namen einschleichen kann – haben mich kurz aus dem Lesefluss gebracht.

Im Mittelteil verliert die Geschichte ein wenig an Spannung, und auch das Ende war für mich recht vorhersehbar. Dennoch hat mich die Liebesgeschichte zwischen Isabelle und Carter berührt, und ich habe ihre Entwicklung mit Interesse verfolgt.

Da der Roman mit einem offenen Ende endet, bleiben einige Fragen unbeantwortet – besonders, was Vees weiteres Schicksal betrifft. Umso gespannter bin ich, wie es im nächsten Teil weitergeht und ob die Autorin die noch offenen Fäden aufgreifen wird.

Fazit:
Ein atmosphärischer Reihenauftakt mit sympathischen Figuren und einer interessanten Erzählstruktur. Trotz kleiner Schwächen in Logik und Spannung konnte mich die Geschichte emotional abholen und macht neugierig auf die Fortsetzung.





Mittwoch, 29. Oktober 2025

Rezension zu "Broken Shine" von Elle Ellis

Erschienen bei: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58557-8
Erschienen am: 27.02.2025
Seiten: 432


Broadway-Lights

1. Broken Shine
2. Faded Glow




Klappentext:

Ich habe eine Einladung zum Casting eines neuen Broadway-Musicals bekommen! Mein Traum, meine große Chance, mein Ausweg. Denn ich brauche einen Neustart. Und wo könnte ich den besser bekommen als in der leuchtenden Metropole New York? Doch jeder Traum hat einen Haken. In meinem Fall ist er attraktiver, als gut für mich ist, ebenso grumpy und hört auf den Namen Jake: Hauptdarsteller – und mein neuer Mitbewohner. Er ist überhaupt nicht begeistert davon, dass ich in seine Musical-WG an der Upper East Side ziehe. Aber ich werde mich nicht von Jake kleinkriegen lassen! Nicht, während er den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit nachzujagen scheint. Auf gar keinen Fall. Egal, wie gut unsere Duette klingen, wie heiß seine Hände beim Tanzen meine Haut berühren oder wie viele Funken fliegen, wenn wir streiten ...



Meine Meinung:

„Broken Shine“ von Elle Ellis ist ein atmosphärischer Liebesroman, der seine Leser*innen mitten ins Herz von New York entführt. Schon nach den ersten Seiten fühlt man sich, als würde man selbst durch die Straßen Manhattans schlendern, den Lärm der Stadt hören und in kleinen Cafés verweilen. Das urbane Setting ist ohne Zweifel eine der größten Stärken des Buches – lebendig, authentisch und mit einem Hauch von Melancholie, der perfekt zur Geschichte passt.

Im Mittelpunkt stehen Cassie und Jake, zwei Menschen mit emotionalem Gepäck, die auf unterschiedliche Weise versuchen, sich von ihrer Vergangenheit zu befreien. Cassie ist eine starke, aber verletzliche junge Frau, die nach einem schweren Verlust wieder zu sich selbst finden muss. Besonders berührend sind die Momente, in denen sie ihre Stimme – im wahrsten Sinne des Wortes – zurückgewinnt und sich traut, wieder aus vollem Herzen zu singen. Jake ist der klassische „gebrochene Held“: charmant, geheimnisvoll und doch gefangen in seinen eigenen Schatten. Gemeinsam stellen sie sich ihren inneren Dämonen und wachsen daran – miteinander, aber auch jeder für sich.

Die Dynamik zwischen Cassie und Jake entwickelt sich leise und behutsam. Man spürt ihre Unsicherheit, die Distanz, aber auch das allmähliche Vertrauen, das entsteht. Zwar hätte ich mir stellenweise etwas mehr Intensität und emotionalen Funkenflug gewünscht, doch gerade die ruhigen, nachdenklichen Passagen verleihen der Geschichte eine besondere Authentizität. Wer auf große Dramen oder hitzige Liebesszenen hofft, könnte hier etwas Zurückhaltung spüren – wer jedoch leise, tiefgründige Entwicklungen schätzt, wird sich wohlfühlen.

Der Schreibstil von Elle Ellis ist flüssig, modern und gut an die jungen Protagonist*innen angepasst. Besonders gelungen sind die feinfühligen Rückblenden, die Stück für Stück offenbaren, was Cassie und Jake geprägt hat. Manchmal hätte ich mir noch etwas mehr Einblick in ihr Alltagsleben gewünscht – etwa in die WG-Szenen oder gemeinsame Erlebnisse, die ihre Bindung vertiefen. Dennoch gelingt es der Autorin, die emotionale Reise der Figuren spürbar zu machen.

Insgesamt ist „Broken Shine“ ein stiller, aber berührender Roman über Verlust, Heilung und die Kraft, neu anzufangen. Er besticht weniger durch große Gesten als durch Atmosphäre, Einfühlungsvermögen und authentische Charaktere. Ein gelungener Auftaktband.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Rezension zu "Winning for Love" von Tracy Wolff [Werbung | Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Goldmann
ISBN: 978-3-7341-1432-8
Erschienen am: 23.04.2025
Seiten: 320



San Diego Lightnings Reihe

1. Winning for Love
2. Scoring for Love
3. Fighting for Love


Klappentext:

Footballstar Hunter Browning ist gewohnt zu bekommen, was er will – so auch die umwerfende Emerson Day, mit der er auf dem Weg zu einem Termin aneinandergerät. Als sich herausstellt, dass die temperamentvolle Rothaarige in einer Immobilienagentur arbeitet, ist für Hunter klar: sie soll ihm sein neues Haus vermitteln! Bei der gemeinsamen Besichtigung kommen die beiden sich schnell näher – doch noch ahnt Emerson nicht, dass der sonst so arrogant auftretende Sportler eine ganz andere Seite hat. Und dass er keineswegs auf der Suche nach einer protzigen Villa, sondern vielmehr nach einem Zuhause ist …



Meine Meinung:

Schon nach den ersten Seiten war ich komplett in der Geschichte gefangen. Winning for Love beginnt mit einem frechen, witzigen Schlagabtausch zwischen Emerson und Hunter – und ich wusste sofort: Diese beiden werden mich noch einige Nerven kosten (und gleichzeitig mein Herz stehlen). Die Chemie zwischen ihnen sprüht vom ersten Moment an, aber dahinter steckt so viel mehr als nur prickelnde Anziehung. 

Emerson habe ich sofort geliebt. Sie ist stark, klug, unabhängig – und doch spürt man, dass sie tief in sich Ängste und Zweifel trägt. Ihre Entschlossenheit, sich nicht von einem Mann abhängig zu machen, fand ich unglaublich inspirierend. Und dann ist da Hunter – Footballstar, arrogant, charmant, aber mit einer Tiefe, die mich wirklich berührt hat. Er ist keiner dieser typischen Bad Boys, sondern ein Mann mit Verantwortung, mit Schmerz, mit Herz. Besonders seine Beziehung zu seiner Familie hat mich richtig mitgenommen.

Was ich an Tracy Wolffs Schreibstil so liebe, ist, wie sie Humor, Leidenschaft und echte Emotionen miteinander verbindet. Ich habe gelacht, geschmunzelt, ein bisschen geflucht – und ja, an manchen Stellen hatte ich sogar einen Kloß im Hals. Das Thema Zuhause finden zieht sich wunderschön durch die ganze Geschichte und hat mich sehr berührt.

Natürlich gibt es Momente, die ein wenig vorhersehbar sind – aber ganz ehrlich? Das hat mich überhaupt nicht gestört. Ich wollte einfach wissen, wie sich Emerson und Hunter ihren Weg zueinander bahnen. Und dieses Hin und Her, dieses langsame Fallenlassen – es war einfach perfekt dosiert.

Winning for Love ist für mich genau die Art Buch, die man an einem verregneten Tag verschlingt, mit einem warmen Getränk in der Hand und einem Lächeln (oder Tränchen) im Gesicht. Es ist witzig, gefühlvoll, sexy und voller Herz.

Ein wunderschöner Auftakt, der mich sofort neugierig auf den nächsten Band gemacht hat. 🩵

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Rezension zu "Just for the Summer" von Abby Jimenez

Erschienen bei: DTV
ISBN: 978-3-423-26428-0
Erschienen am: 15.05.2025
Seiten: 480


Das Royaume-Northwestern-Universum

1. Part of your World
2. Your's Truly
3. Just for the Summer



Klappentext:

Nicht alles läuft in Justins Leben rund. Jede Frau, die er länger als einen Monat datet, findet nach der Trennung ihr Happy Ever After, aber er bleibt jedes Mal allein zurück. Und als ein von ihm abgesetzter Reddit-Post viral geht, kann er sich nicht mehr vor Nachrichten retten – alle von Frauen, die ihn treffen und dann abservieren wollen, um anschließend den Mann fürs Leben zu finden. Doch dann erhält er eine Nachricht von Emma, der es genauso geht wie ihm.

Emma liebt ihr unstetes Leben als reisende Krankenschwester. Mit ihrer besten Freundin Maddy kann sie das ganze Land kennenlernen und überall so lange bleiben, wie sie will. Nächster Stopp: Hawaii! Schade nur, dass ihr Dating-Leben alles andere als erfüllend ist, denn kein Mann scheint der Richtige für sie zu sein und nach ihr direkt seiner großen Liebe zu begegnen. Aber als sie Justins Reddit-Post sieht, slidet sie in seine DMs, und die Chemie zwischen den beiden stimmt sofort. Um den »Dating-Fluch« zu brechen, unter dem die beiden leiden, beschließen sie, sich gegenseitig zu daten, und für Emma und Maddy geht es statt nach Hawaii erstmal nach Minneapolis ins Royaume Northwestern Hospital. Klingt doch nach dem perfekten Plan und als könnte nichts schiefgehen, oder?

Doch auf Justin und Emma wartet viel mehr als nur ein harmloser Sommerflirt, denn sie beide haben mit eigenen Schicksalsschlägen zu kämpfen, die ein gemeinsames Leben unmöglich erscheinen lassen …




Meine Meinung:

"Just for the Summer" von Abby Jimenez ist einer dieser Romane, die man anfängt zu lesen und glaubt, genau zu wissen, was einen erwartet – nur um dann überrascht zu werden, wie vielschichtig und berührend die Geschichte tatsächlich ist. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein klassischer Sommerroman: eine romantische Begegnung, eine idyllische Insel mit einer alten Cabin, warme Sonnenuntergänge und die Leichtigkeit der Jahreszeit. Doch schon nach wenigen Kapiteln wird klar, dass hier sehr viel mehr erzählt wird.

Im Zentrum stehen Justin und Emma, deren Liebesgeschichte alles andere als einfach ist. Von Anfang an spürt man die Anziehung zwischen ihnen, die Chemie ist greifbar, und doch hängt ein ständiger Schatten über ihrer Beziehung: Emmas Angst vor Nähe und Bindung. Dieses Spannungsfeld macht die Handlung unglaublich intensiv, weil man einerseits unbedingt ein Happy End für die beiden möchte, andererseits aber immer wieder mit Emmas inneren Mauern konfrontiert wird. Die Autorin schafft es, diese Zerrissenheit so realistisch und nachvollziehbar zu schildern, dass man sich gleichzeitig mit Emma verbunden fühlt und doch über ihre Entscheidungen verzweifelt.

Besonders eindrucksvoll ist die Nebenhandlung um Emmas Mutter, die viele schmerzhafte und wütend machende Momente bereithält. Hier wird deutlich, wie tief das Buch eigentlich geht: Es geht um Verantwortung, Verletzungen aus der Vergangenheit und darum, wie schwer es sein kann, alte Muster zu durchbrechen. Figuren wie Maddy bringen in diesen Szenen eine wohltuende Klarheit ein, indem sie Dinge aussprechen, die man als Leser selbst denkt.

Trotz all dieser Schwere ist "Just for the Summer" kein bedrückendes Buch. Im Gegenteil: Abby Jimenez versteht es meisterhaft, tiefgründige Themen mit Leichtigkeit, Humor und Wärme zu verweben. Manche Dialoge sind so witzig, dass man laut auflachen muss, während andere Sätze lange nachhallen, weil sie so ehrlich und intensiv sind. Diese Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit ist für mich eines der größten Stärken des Romans.

Auch sprachlich überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Der Stil ist flüssig, bildhaft und emotional, ohne jemals kitschig zu wirken. Man fühlt sich sofort in die Atmosphäre hineingezogen – sei es in die cozy Stimmung der Insel-Cabin oder in die spannungsgeladenen Gespräche zwischen den Figuren.

Alles in allem ist *Just for the Summer* nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern ein Roman über das Leben, über Ängste, über Familie und über die Hoffnung, dass man trotz aller Brüche sein Glück finden kann. Es ist ein Buch, das gleichermaßen zum Lachen, zum Weinen und zum Nachdenken bringt. Für mich war es ein echtes Sommerhighlight und eines dieser Bücher, das man am liebsten sofort weiterempfehlen möchte.