Freitag, 21. November 2025

Rezension zu "When I Fall for You" von Julie Olivia

Erschienen bei: Heyne
ISBN: 978-3-453-44356-3
Erschienen am: 15.08.2025
Seiten: 544


Einzelband




Klappentext:

Cliff hat sein Leben im Griff: Er führt eine erfolgreiche Bäckerei, ist Single Dad der Extraklasse und der Liebling des kleinen, verschlafenen Ortes Copper Run in Vermont. Michelle hingegen steht vor dem Chaoshaufen, der ihr Leben ist. Ohne nennenswerte Small-Talk- oder Backkünste fährt sie als Großstadtmensch das Bed and Breakfast ihrer Familie gehörig vor die Wand. Damit sie nicht noch mehr Gäste verschreckt, hilft Cliff, ihr nervig perfekter Nachbar, mit köstlichen Scones, Tipps und Tricks für das Leben in der Kleinstadt sowie jeder Menge Charme aus. Sich mit ihm anzufreunden, kann Michelle also kaum schaden. Zumindest solange sie beim gemeinsamen Trick and Treat und auf dem romantischen Harvestfest eben diesem Charme widerstehen kann und nicht im Herbst ihr Herz verliert.



Meine Meinung:

„When I Fall For You“ ist für mich das perfekte Herbstbuch – warm, gemütlich und voller Herz. Die Geschichte rund um Cliff, den alleinerziehenden Vater mit der ansteckend guten Laune, und Michelle, die nach einer gescheiterten Ehe und beruflichem Druck völlig aus der Bahn geworfen wurde, hat mich sofort abgeholt. Was als eher holprige Begegnung der beiden beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Verbindung, die man beim Lesen richtig knistern spürt. Besonders schön fand ich, wie organisch die Autorin zeigt, dass Gegensätze sich nicht nur anziehen, sondern einander auch wachsen lassen können.

Copper Run als Setting ist ein absolutes Highlight: Die detailreichen Beschreibungen des herbstlichen Kleinstadtlebens – von bunt geschmückten Straßen über den Trubel zu Halloween bis hin zu den ruhigen Momenten im Bed & Breakfast – lassen einen völlig in die Atmosphäre eintauchen. Ich hatte ständig das Gefühl, selbst durch den Ort zu spazieren und den Duft aus Cliffs Bäckerei in der Nase zu haben. Besonders begeistert haben mich außerdem die wunderbaren 90er-Jahre-Vibes, die immer wieder durchscheinen und der Geschichte eine besondere, nostalgische Wärme verleihen.

Sehr gelungen fand ich auch die wechselnde Erzählperspektive. Sowohl Cliffs humorvolle, aber tiefgründige Art als auch Michelles Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit kommen dadurch wunderbar zur Geltung. Ihre Entwicklung verläuft zwar insgesamt stimmig, allerdings empfan

Samstag, 15. November 2025

Rezension zu "Happy End" von Sarah Bestgen

Erschienen bei: Lübbe
ISBN: 978-3-7577-0071-3
Erschienen am: 25.10.2024
Seiten: 512


Einzelband





Klappentext:

Gerade noch lag der kleine Ben fröhlich brabbelnd auf seiner Krabbeldecke, kurz darauf ist er nicht mehr da. Isa erlebt ihren dunkelsten Albtraum, als ihr vier Monate alter Sohn spurlos verschwindet. Nach mehr als einem halben Jahr taucht Ben plötzlich wieder auf, doch seine Rückkehr bleibt so rätselhaft wie sein Verschwinden. Während die Polizei nach Antworten sucht, setzt Isa alles daran, die verlorene Zeit mit ihrem Sohn nachzuholen. Dabei werden tief in ihr die Zweifel immer lauter. Hatte Ben schon immer diese klaren blauen Augen? Aufmerksam betrachtet Isa jede Abweichung - und stellt sich weitere Fragen. Fragen, die schon bald vermuten lassen, dass hinter der Fassade einer scheinbar heilen Welt dunkle Abgründe lauern ...


Meine Meinung:

Sarah Bestgens Debüt Happy End nimmt einen mit auf eine ebenso verstörende wie fesselnde Reise in die Tiefen der menschlichen Wahrnehmung. Ausgangspunkt ist ein Szenario, das jedem Elternteil den Boden unter den Füßen wegziehen würde: Isa lässt ihren vier Monate alten Sohn Ben für einen kurzen Moment aus den Augen – und als sie zurückkehrt, ist er spurlos verschwunden. Acht Monate lang bleibt jede Suche erfolglos, bis Ben plötzlich wiederauftauchen soll. Ein Wunder? Oder der Beginn eines noch größeren Albtraums?

Was zunächst wie ein klassischer Entführungsthriller wirkt, entfaltet sich zu einem klug konstruierten Psychodrama, das weniger auf laute Effekte als auf unterschwellige Spannung setzt. Bestgen dosiert das Unbehagen meisterhaft: Während Isa versucht, in den Alltag mit dem zurückgekehrten Kind hineinzufinden, nagen winzige Irritationen an ihr – und bald auch an der Leserschaft. Ist dieses Baby wirklich ihr Ben? Oder trügt sie ihre Wahrnehmung?

Besonders beeindruckend ist die psychologische Präzision, mit der Bestgen ihre Figuren zeichnet. Isa wirkt zunächst wie eine kontrollierte, fürsorgliche Mutter, doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher treten Risse, Zweifel und innere Konflikte zutage. Der Roman spielt geschickt mit der Frage, ob Isa eine verlässliche Erzählerin ist – und zwingt Leser:innen, ihre eigenen Einschätzungen ständig zu hinterfragen. Diese Ambivalenz sorgt dafür, dass man Isa mal zutiefst mitfühlend begleitet, mal verunsichert beobachtet.

Auch die Nebenfiguren – Isas Ehemann, die behandelnde Psychiaterin, die Polizisten, neue Bekanntschaften – tragen mit ihren kaum einschätzbaren Rollen zum schleichenden Misstrauen bei. Jeder könnte Teil der Wahrheit sein. Oder ein weiterer Irrweg.

Der Stil wirkt anfangs etwas nüchtern, fast distanziert, doch gerade dieser zurückhaltende Ton verstärkt das Gefühl, einem realistischen Kriminalfall beizuwohnen. Mit jedem Kapitel nimmt die Intensität zu; die oft kurzen Abschnitte laden dazu ein, „nur noch eines“ zu lesen – bis man das Buch schließlich kaum noch aus der Hand legen kann.

Zwar gibt es im Rückblick einzelne Momente, die etwas konstruiert erscheinen, doch während der Lektüre fällt das kaum ins Gewicht. Die stetig wachsende Spannung, die dichte Atmosphäre und die psychologische Tiefe tragen mühelos über kleinere Unstimmigkeiten hinweg. Das leicht melancholische Abschlusskapitel rundet die Geschichte stimmig ab und lässt sie noch nachhallen.

Fazit:
Happy End ist ein bemerkenswertes Psychothriller-Debüt, das vor allem durch seine atmosphärische Dichte, die nuancierten Figuren und das Spiel mit Wahrnehmung punktet. Ein echter Pageturner für alle, die psychologischen Nervenkitzel bevorzugen – und eine Autorin, die man unbedingt im Blick behalten sollte.




Dienstag, 4. November 2025

Rezension zu "Honeymoon Alone" von Olivia Hayle

Erschienen bei: HarperCollins
ISBN: 978-3-365-00966-6
Erschienen am: 15.04.2025
Seiten: 320


Einzelband






Klappentext:

Eden gibt ihrem betrügerischen Verlobten vor der Hochzeit den Laufpass und muss daraufhin allein in die tropischen Flitterwochen fahren. Also packt sie ihren Reiseführer und ihr gebrochenes Herz ein und macht sich auf den Weg. Eden plant, am Strand zu entspannen, im Meer zu schwimmen und Cocktails zu trinken. Womit sie nicht rechnet, ist der gutaussehende Fremde, der sich am ersten Abend mit an ihren Tisch setzt.

Philip Meyer ist ein mürrischer Workaholic und so irritierend zynisch, dass Eden vergisst, dass sie um ihre gescheiterte Beziehung trauert. Sie nimmt sich vor Philip zu beweisen, dass er die Welt mit falschen Augen sieht.

Die beiden haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam, doch versuchen Eden und Philip zu vergessen, wen sie zurückgelassen haben. Zwischen Katamaranfahrten und Mitternachtsschwimmen, Zimmerservice am späten Abend und geflüsterten Nichtigkeiten müssen sie jedoch feststellen, dass sich Gegensätze vielleicht wirklich anziehen …



Meine Meinung:

Bereits Cover und Klappentext haben mich neugierig gemacht – doch was mich in Honeymoon Alone erwartete, war weit mehr als eine charmante Urlaubsromanze. Die Geschichte rund um Eden, die nach einem bitteren Verrat ihre geplanten Flitterwochen kurzerhand allein antritt, hat mich von der ersten Seite an gefesselt.

Eden ist eine liebenswerte, mutige und authentische Protagonistin, die trotz Herzschmerz beschließt, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. Inmitten eines karibischen Winter-Resorts voller verliebter Paare wagt sie sich, das Leben wieder zu genießen – und genau dort trifft sie auf Philip. Ihr erstes Aufeinandertreffen, in einem Restaurant, hätte kaum unerwarteter und zugleich unterhaltsamer sein können. Aus einem zufälligen Gespräch entwickelt sich eine Begegnung, die beide Figuren – und auch mich als Leserin – zunehmend in ihren Bann zieht.

Philip ist der Inbegriff des charmanten, leicht verschlossenen Workaholics, der sich im Laufe der Geschichte öffnet und sein Herz wiederentdeckt. Zwischen ihm und Eden entsteht eine Dynamik voller Esprit, Witz und emotionaler Tiefe. Ihre Dialoge sind spritzig, witzig und zugleich berührend – ich habe so oft gelächelt, geschmunzelt und mich einfach in ihre Gespräche verliebt.

Was die Geschichte besonders macht, ist die Balance zwischen Leichtigkeit und Gefühl. Die karibische Kulisse verleiht dem Roman eine traumhafte Atmosphäre – Sonne, Meer und die lebendige Natur bilden den perfekten Hintergrund für diese bittersüße Liebesgeschichte. Die Autorin versteht es meisterhaft, Humor, Romantik und innere Heilung miteinander zu verweben. Auch die prickelnden Szenen sind genau richtig dosiert: nie übertrieben, sondern stets gefühlvoll und authentisch.

Ich habe Honeymoon Alone fast in einem Zug gelesen, gefesselt von der emotionalen Entwicklung, den liebenswerten Charakteren und der aufgeladenen, doch hoffnungsvollen Stimmung. Es ist eine Geschichte über Mut, Neubeginn und die Kraft, das Leben trotz aller Rückschläge wieder zu genießen.

Fazit:
Ein köstlich amüsanter, herzerwärmender und zugleich tiefgründiger Liebesroman, der zwischen Palmen, Herzklopfen und Selbstfindung perfekt ausbalanciert ist. Honeymoon Alone ist eine meiner schönsten Leseüberraschungen – ein Buch, das Sonne ins Herz bringt und Lust macht, selbst ein kleines Abenteuer zu wagen. Eine klare Herzensempfehlung! ❤️