Sonntag, 19. Juli 2026

"Der Gastgeber" von Alex March [Werbung | Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Piper
ISBN: 978-3-492-50946-6
Erschienen am: 29.05.2026
Seiten: 268



Einzelband





Klappentext:

Privatdetektiv Colin Alcott staunt nicht schlecht, als er zu einem Krimidinner auf einer einsamen Insel eingeladen wird. Der Gastgeber ist sein Schulfreund James Vance, mit dem ihn eine düstere Vergangenheit verbindet. Die geladenen Gäste sind dessen reiche Freunde, das Menü ist exquisit und die Location perfekt. Doch dann stellt sich das geplante Spiel als bitterer Ernst heraus, denn es dreht sich um James' verstorbene Frau. Ist sie in Wirklichkeit ermordet worden – von jemandem aus der Clique? Alle sind verdächtig, und jeder hat etwas zu verbergen. Colin muss rasch herausfinden, was hier eigentlich gespielt wird, denn es wird nicht bei einer Leiche bleiben …



Meine Meinung:

„Der Gastgeber – Tödliches Dinner“ von Alex March verbindet klassische Thriller-Elemente mit einer atmosphärischen Kulisse, die sofort Fernweh und gleichzeitig Unbehagen auslöst. Eine abgelegene Insel vor der englischen Küste, ein eindrucksvolles Manor und eine Gruppe ehemaliger Freunde, die sich nach Jahren wiedertrifft – ein Setting, das perfekt zu einer Geschichte voller Geheimnisse und Misstrauen passt.


Besonders gefallen hat mir die düstere Atmosphäre. Von Beginn an liegt eine unterschwellige Spannung über der Handlung, die sich durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil konstant hält. Die Autorin versteht es, die isolierte Insel und das luxuriöse Anwesen zu einem Ort werden zu lassen, an dem man sich nie wirklich sicher fühlt.

Im Mittelpunkt steht Colin, der widerwillig einer Einladung aus seiner Vergangenheit folgt. Nach und nach werden alte Konflikte, verdrängte Erinnerungen und verborgene Wahrheiten sichtbar. Vor allem die Dynamik innerhalb der ehemaligen Clique fand ich spannend, denn hinter der perfekten Fassade verbirgt jeder sein eigenes Geheimnis. Gerade dieser psychologische Aspekt macht den Reiz der Geschichte aus.

Auch die Ermittlungen haben mir gut gefallen. Stück für Stück werden neue Hinweise aufgedeckt, wodurch man bis zum Ende miträtselt. Einige Wendungen konnten mich überraschen, auch wenn ich den entscheidenden Verdacht relativ früh hatte. Mir fehlten stellenweise jedoch die ganz großen Überraschungsmomente, die den Thriller noch intensiver gemacht hätten.

Mit den Figuren bin ich nicht ganz warm geworden. Einige Charaktere blieben für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich, sodass ich mir mehr Einblicke in ihre Vergangenheit und ihre Beweggründe gewünscht hätte. Zwar sorgen Rückblenden für zusätzliche Informationen, sie hätten jedoch gerne ausführlicher sein dürfen.

Insgesamt ist „Der Gastgeber – Tödliches Dinner“ ein atmosphärischer Thriller mit einem starken Setting, gelungener Spannung und einer interessanten Geschichte über Schuld, Freundschaft und die Schatten der Vergangenheit. Auch wenn mir hier und da das gewisse Etwas gefehlt hat, um ein echtes Highlight daraus zu machen, bietet das Buch spannende Unterhaltung für alle, die abgeschlossene Schauplätze und klassische Whodunit-Stimmung mögen.

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