Donnerstag, 22. April 2021

Rezension zu "Wenn es uns gegeben hätte" von Josefine Weiss [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Feuerwerke

ISBN: 978-3-945362-94-5

Erschienen am: 14.04.2021

Seiten: 292



Einzelband



Klappentext:


Für die große Liebe ist es nie zu spät! 

Das muss auch Ela erkennen, als Timo nach acht Jahren Funkstille plötzlich wieder vor ihr steht und unzählige Erinnerungen und Gefühle in ihr weckt, die sie längst verloren geglaubt hat. Endlich scheint das Glück auf ihrer Seite zu sein. Übermannt von ihrer Liebe zueinander, stürzen sich beide in diese zweite Chance. Diesmal setzen sie alles auf eine Karte, wollen das Leben und die Liebe mit jedem Herzschlag genießen. Doch eben dieses Herz ist es, was ihre Beziehung schon bald auf eine lebensverändernde Probe stellen wird … 

Doch das Glück ist nicht von langer Dauer. Denn als Timo krank wird, ahnt Ela noch nicht, auf welche Probe ihre Beziehung dadurch gestellt wird.


Meine Meinung:


Dieses Buch ist der Debütroman der Autorin und ich möchte schon mal vorweg nehmen, dass dieses Buch so dermaßen emotional und gefühlvoll aber auch traurig ist, dass bei mir tatsächlich das ein oder andere Tränchen gekullert ist, was mir beim Lesen eigentlich eher selten passiert.

Doch worum geht es überhaupt?

Ela ist Anfang 30 und an sich mit ihrem Leben recht zufrieden, ihre Arbeit als Floristin macht ihr sehr viel Spaß und sie freut sich, wenn sie eines Tages das „Rosenstübchen“ übernehmen darf. Seit mehreren Jahren lebt sie mit ihrem Freund Sven zusammen, wobei diese Beziehung für Ela zum aktuellen Zeitpunkt eher angespannt ist, da Sven als Architekt so erfolgreich ist, dass kaum Zeit für die beiden gemeinsam bleibt. Da fällt ihr eines Tages das Bild eines alten Freundes in die Hand und die strahlenden Augen, welche Ela von diesem Bild entgegen blicken, versetzen sie direkt in die Vergangenheit von vor acht Jahren zuvor. Doch ist Timo wirklich Vergangenheit? Schon bald gerät Ela in einen Strudel von Gefühlen, der sie zu überrollen scheint. Als sie glaubt ihr Glück endlich gefunden zu haben, muss sie feststellen, dass dieses Glück scheinbar nicht von Dauer sein wird, denn Timo erkrankt sehr schwer.

Nachdem ich die Leseprobe bei vorablesen.de gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte zwischen Ela und Timo verläuft, denn schon der Klappentext gibt preis, dass die beiden nach acht Jahren Trennung wieder zusammen finden und ihre Liebe eine zweite Chance bekommt. Auch um Timos Krankheit wird kein Geheimnis gemacht, so dass auch diese schon im Klappentext genannt wird.

Der Einstieg ins Buch gelang mir dann auch sehr gut und der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil der Autorin hat mich direkt mitgerissen. Ela und Timo sind so herzlich und authentisch beschrieben, dass ich mich direkt zu ihnen hingezogen gefühlt habe und auch die Nebencharaktere waren detailreich beschrieben und haben sich sehr gut in die Geschichte eingefügt. Zu Beginn, waren die Nebencharaktere auch häufiger noch vertreten, gegen Mitte und Ende des Buches, ging die Geschichte dann eher nur noch um Ela und Timo und nur noch selten war von Elas bester Freundin Liz oder ihrer Mutter Sanne zu lesen, gerade da hätte ich erwartet das Ela ihre Erlebnisse und Gefühle mit ihren Herzensmenschen thematisieren würde. Stattdessen war Ela eher der Typ Mensch, der sich verschließt und versucht vor der Wahrheit davon zu laufen, was in meinen Augen auch bis zu einem gewissen Grad absolut nachvollziehbar ist. Sie erkennt aber auch, dass dies keine Lösung auf Dauer ist und so erlebt man als Leser Elas inneren Wandel, durch diesen sie in meinen Augen gestärkter hervorgeht auch wenn die Angst in ihr spürbar ist. Schließlich schafft sie aus, sich ihrer Freundin und Mutter anzuvertrauen und dabei ist ihre Verzweiflung regelrecht spürbar.

Bedingt durch den Klappentext war, die Geschichte sehr schnell vorhersehbar, dennoch hatte ich bis zuletzt die Hoffnung, auf ein Happy End zu treffen. Natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht spoilern, deswegen werde ich das Ende nicht verraten :-)

Ingesamt muss ich sagen, fand ich die Geschichte richtig gut, ein wenig negatives ist mir jedoch auch aufgefallen. Gerade zu Beginn des Buches und im Verlauf der ersten Hälfte, wurde Elas Leben und ihr Alltag sehr ausführlich beschrieben, fast jeder Tag wurde bis ins kleinste Detail geschildert. Als sie dann aber wieder auf Timo traf und insbesondere als seine Krankheit ins Spiel kam, ging alles auf einmal rasend schnell. Da wurde dann teilweise im Rückblick erzählt was in den vergangen Tagen oder sogar Wochen passiert war. An dieser Stelle hätte ich persönlich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, dafür hätte man die Ausführlichkeit am Anfang eher kurz halten können. Dennoch waren die Gefühle zwischen den Beiden und die Verzweiflung jederzeit absolut greifbar.

Das Ende ging mir dann an sich auch etwas zu schnell, war aber dennoch sehr gut ausgearbeitet.

Fazit: Wer gefühlvolle, vor Romantik triefende und zeitweise absolut kitschige Liebesdramen mag, für den ist dieses Buch genau das richtige und ich selbst werde noch lange an dieses Buch denken, dass mich so dermaßen gerührt hat, dass ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrückt habe.

Mittwoch, 21. April 2021

Rezension zu "Rachekult" von Frederic Hecker [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-0928-7

Erschienen am: 15.02.2021

Seiten: 512


Die "Fuchs & Schuhmann"-Thriller

1. Totenblass // 16.03.2020

2. Rachekult // 15.02.2021

3. Morddurst // voraussichtlich 22.02.2023



Klappentext:


In Frankfurt herrscht drückende Hitze, als ein enger Freund von Kriminalhauptkommissar Fuchs an ominösen Verbrennungen stirbt. Während Fuchs gemeinsam mit der jungen Fallanalystin Lara Schuhmann in dem rätselhaften Fall ermittelt, geschieht ein weiterer Mord. Der perfide Killer arbeitet mit ebenso ungewöhnlichen wie brutalen Mordwerkzeugen, doch die Taten erscheinen willkürlich. Bis eine Spur mitten in die Reihen der Polizei führt. Fuchs muss sich dem dunkelsten Kapitel seiner Vergangenheit stellen, um weitere Morde zu verhindern – und nicht selbst zum Opfer zu werden.



Meine Meinung:


Nachdem ich im vergangenen Jahr das Debüt von Frederic Hecker gelesen hatte, war ich so begeistert von dieser geplanten neue Reihe, dass für mich damals schon feststand, dass ich dieser Reihe weiter folgen werde.

Ich kann an dieser Stelle vorweg nehmen, dass mich auch dieses Buch in keinster Weise enttäuscht hat, direkt ab der ersten Seite war ich gefesselt vom Plot der Geschichte. Der Schreibstil kam mir dabei wieder zu gute, denn dieser ist flüssig und an der ein oder anderen Stelle mit einer Prise Humor versehen, so dass man nicht nur Grausamkeiten ertragen muss. Die grausamen Morde, die der Autor hier inszeniert hat, haben mich schockiert und gleichzeitig auch wieder fasziniert, da sie bis ins kleinste Detail ausgeklügelt waren. Frederic Hecker, der ursprünglich aus der Medizin stammt, versteht es hier sein Wissen aus der Rechtsmedizin so geschickt einzusetzen, dass die detaillierten Tötungsarten dem Leser eine Gänsehaut verpassen.

Für mich persönlich nicht neu, aber dennoch sehr amüsant, ist der immer währende Konflikt der Städte Offenbach und Frankfurt, welcher hier stellvertretend durch die Beamten der Kriminalpoli-zei „ausgefochten“ wird. Die Schauplätze der Geschichte sind originalgetreu beschrieben, so dass ich den ein oder anderen Schauplatz oftmals wirklich bildlich vor mir sah wenn er beschrieben wurde, dies sorgte natürlich für zusätzlichen Gruselfaktor.

Nach „Totenblass“ ist dies der zweite Band um Kriminalkommissar Fuchs und seiner Kollegin der Fallanalystin Lara Schuhmann. „Rachekult“ schließt sich an „Totenblass“ an, kann jedoch meiner Meinung nach auch unabhängig voneinander gelesen werden, da die Fälle nicht in Verbindung zueinander stehen. Es gibt lediglich einen kurzen Verweis auf den Fall zuvor. Dennoch muss ich dazu sagen, dass die Entwicklung der Protagonisten sich durch die Bücher durchzieht, wer diese gerne von Beginn an verfolgen will, sollte dann doch lieber mit Band 1 beginnen.

Um an dieser Stelle bei der Entwicklung zu bleiben, muss ich sagen, dass im Vergleich zum ersten Band die Charaktere einen ordentlichen Sprung gemacht haben, so kamen sie mir noch authentischer und charakterstärker vor als im ersten Band. Auch das Umfeld der Protagonisten erhält mehr Tiefe und die Einblicke die man als Leser ins Privatleben der Protagonisten erhält, fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Allerdings kommt Lara Schuhmann hier dennoch eher zu kurz, als würde sie sich im Schatten von Joachim Fuchs befinden, dies begründe ich in diesem Band jedoch mit der Tatsache, dass Fuchs allein deswegen im „Rampenlicht“ steht, da die Mordserie mit einem von ihm erlebten Einsatz zusammenhängt, der in diesem Buch für die aktuellen Fälle eine große Rolle spielt.

Für mich persönlich hat der Autor seit dem Erscheinen des ersten Bandes eine große Entwicklung gemacht, die man dem zweiten Band direkt entnehmen kann. So ist der Plot, meiner Meinung nach, bis ins kleinste Detail sehr gut ausgetüftelt. Die Art und Weise wie die beiden Fälle miteinander verstrickt sind, hat mir hier besonders gut gefallen, denn gerade das machte das Ende für mich absolut nicht vorhersehbar. Umso schockierter war ich am Ende dann über die Auflösung die so schlüssig war und sich dennoch erst am Ende erschließen lässt.

Fazit: Mit diesem Buch ist Frederic Hecker eine grandiose Fortsetzung gelungen, welche ich jeden Thriller Fan unbedingt ans Herz legen möchte.

Montag, 19. April 2021

Rezension zu "Die Frau zwischen den Welten" von Hera Lind [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Diana

ISBN: 978-3-453-29227-7

Erschienen am: 14.12.2020

Seiten: 432


Einzelband


Klappentext:


Die junge Ella erfährt mit brutaler Härte, was es heißt, nach 1945 als Tochter einer Deutschen in der Tschechoslowakei aufzuwachsen. Revolutionsgarden erschlagen ihren Vater, die Mutter muss sich mit ihrem neugeborenen Sohn in einem tschechischen Dorf verstecken. Ella erträgt immer neue Schicksalsschläge: Klosterschule, Kommunismus, die Ehe mit einem Egozentriker, Psychiatrie – bis sie endlich in Prag der großen Liebe begegnet. Mit dem jüdischen Arzt Milan ist sie zum ersten Mal glücklich. Beide haben nur noch einen Wunsch: zusammen mit Ellas kleiner Tochter in den Westen fliehen. Doch der Geheimdienst ist ihnen dicht auf den Fersen …


Meine Meinung:


Für mich war dies das erste Buch von Hera Lind, und ich kann gleich vorweg nehmen, dass es nicht das letzte gewesen sein wird.

Das Buch beruht auf der Geschichte der Protagonistin Ella Berner und wäre tatsächlich fast nie erschienen, wie man dem Nachwort von Hera Lind entnehmen kann. Denn der „lange Brief an Jakob“ den Ella Berner als ihre Lebensgeschichte für ihren Enkel geschrieben hat und den sie bereits im Jahr 2012 bei Hera Lind eingereicht hat, lag bei der Autorin zunächst sehr lange in der Schublade. Umso glücklicher stimmt es mich, dass die Geschichte Ella Berners mit Hilfe von Hera Lind doch noch veröffentlicht wurde. Ebenso erwähnt Hera Lind, dass Ella Berner in ihrer Geschichte nicht viel Platz für künstlerische Freiheiten gelassen hat, so dass ich rückblickend die Geschichte noch tragischer finde als ohnehin schon.

Hera Linds Schreibstil hat mich neben der Geschichte von Ella ab der ersten Seite gefesselt. Vor Augen zu haben, wie furchtbar die damalige Zeit war und was der jungen Ella zugemutet wurde, die viel zu schnell erwachsen werden musste und lange Zeit gebraucht hat um glücklich zu werden und dabei dennoch selten ihren Mut und ihre Hoffnung verlor, ließ mich geradezu durch die Seiten des Buches fliegen. Ella ist für mich der Inbegriff einer starken Persönlichkeit. Eine bewundernswerte Frau, die für sich und ihre Tochter Alina gekämpft hat. Es wäre zu hoch gegriffen, zu sagen, dass ich mich gut in ihre Situation hineinversetzen konnte, denn ich denke, das kann man nicht, wenn man diese Zeit nicht selbst erlebt hat. Der Autorin ist es aber gelungen, dass man die Sorgen und Ängste der Protagonistin stets spüren konnte und dabei aber auch das Wissen erlangt hat, dass Ella niemals aufgeben würde für sich und ihr Glück zu kämpfen. Auch die weiteren Protagonisten und Nebencharaktere in der Geschichte waren so gut dargestellt, dass ich sie mir fast bildlich vorstellen konnte. Meiner Meinung nach erschien Ellas erster Ehemann Pavel nicht nur als Egozentriker sondern hatte selbst schon eine psychiatrische Erkrankung, was sicher nicht verwunderlich ist, denn auch er hat eine grausame Vorgeschichte.

Diese Geschichte ist voll von Traurigkeit. Sie ist herzzerreißend und dennoch so wunderschön und steckt so voller Hoffnung, dass ich sie sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Das Nachwort von Ella Berner ging mir besonders ans Herz und ich möchte mich gerne auch bei ihr bedanken, dass sie Hera Lind ihre Geschichte zur Verfügung gestellt hat, so dass wir Leser sie lesen durften.

Sonntag, 18. April 2021

Rezension zu "Geteilte Träume" von Ulla Mothes [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Lübbe 

ISBN: 978-3-7857-2729-4

Erschienen am: 26.02.2021

Seiten: 448


Einzelband



Klappentext: 


Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden?



Meine Meinung:


Als Fan von historischen Romanen, welche sich mit der Geschichte der DDR befassen, war für mich schnell klar, dass ich dieses Buch sehr gerne lesen möchte. Der Klappentext sprach mich auch direkt an, obwohl oder gerade weil er mit sehr vielen Fragen versehen war. 

Auch das Cover ist in meinen Augen ansprechend gestaltet, so zeigt es eine augenscheinlich glückliche Familie welche farbig vor einem in mehreren graustufen gehaltenen Anwesen entlang spaziert.

Voller Begeisterung nahm ich also das Buch in die Hand und dann?

Ingkes Schicksal hatte mich direkt in den Bann gezogen und ich fühlte mit ihr, als sie von ihrem Adoptivvater Kelle die Wahrheit erfuhr. Dass sie zunächst dann nicht mehr in die elterliche Wohnung wollte und bei einer Angehörigen unterkroch konnte ich sehr gut nachvollziehen. Bis dahin war ich auch schon sehr gut in der Geschichte drin. Dann jedoch wendete sich das Blatt.

Fortan wurde Ingke von einem Familienmitglied zum anderen geschickt, so dass sie selbst schon das Gefühl bekam von „Pontius zu Pilatus“ geschickt zu werden. In den Gesprächen mit ihren Angehörigen, erfährt Ingke zunächst immer erstmal das persönliche Schicksal des einzelnen Gesprächspartners, so dass hier schnell klar wurde, dass das Buch in mehreren Zeitsträngen er-zählt wird. Anfänglich verwirrte mich das ganze sehr und die Zeitsprünge machten mir ziemlich zu schaffen auch wenn die Jahreszahl zu Beginn immer angegeben war. Darüber hinaus machten es mir die vielen Charaktere die nun auftraten auch nicht einfach noch den Überblick zu behalten, darüber wer, wer ist. Nachdem ich dann aber rausgefunden hatte, dass es am Ende des Buches eine Ahnentafel gibt und ich mir diese nochmal genau angeschaut hatte, ging es fortan mit den Charakteren und der Zuordnung leichter.

Wer nun denkt, ich hätte mich schließlich nur durch das Buch gequält, den muss ich leider enttäuschen, denn nachdem ich den Zusammenhang zwischen der Familie Beerenhain (Ingkes Adoptivfamilie) und der Familie Schröder (Ingkes leibliche Familie) verstanden hatte, war ich so gefesselt von dem Buch, dass ich es kaum noch zur Seite legen wollte. Dennoch muss ich hier leider dazu sagen, dass es die Grundidee der Geschichte war, die mich fesselte, denn die Protagonisten selbst waren durch Ulla Mothes Erzählstil so oberflächlich beschrieben, dass sie mich nie richtig erreichen konnten.

So zäh der Anfang des Buches war, so abrupt kam dann schließlich das Ende, dies hätte man meiner Meinung nach noch etwas mehr ausarbeiten können und dann wäre es sicherlich ein sehr schönes Happy End geworden.

Allerdings konnte ich für mich selbst noch ein wenig über das Leben in der DDR lernen, was ich zuvor nicht wusste, so zum Beispiel dass es ausdrücklich erwünscht war, dass Frauen arbeiten gingen und Kinder sogar in Wochenkrippen abgegeben werden konnten oder sogar sollten.

Fazit: Das Buch hat mich nicht wirklich enttäuscht aber auch nicht richtig begeistert. Ich habe es gerne gelesen, aber kann es nur bedingt weiterempfehlen.

Montag, 12. April 2021

Rezension zu "Auf fünf Stufen" von Katie Weber [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Selfpublish

ASIN: B08LD1Y6VG

Erschienen am: 05.02.2021

Seiten: 178



Mitbewohner-Reihe

1. Unter einer Decke // 23.01.2017

2. Über zwei Ecken // 07.11.2017

3. Zwischen drei Fronten // 18.04.2018

4. Hinter vier Mauern // 30.10.2019

5. Auf fünf Stufen // 05.02.2021



Klappentext:


Allison Lynch ist rasend vor Wut. Nicht nur, dass ihr Leben völlig anders verläuft, als sie es geplant hat. Jetzt entscheiden ihre Eltern plötzlich auch noch über ihren Kopf hinweg, dass der beste Freund ihres großen Bruders und ehemaliges Pflegekind der Familie, Keith Hunting, vorübergehend bei ihnen einzieht und damit Tür an Tür mit Allie leben soll. Schon wieder! Verzweifelt muss die junge Frau sich ihrem Schicksal stellen und Keith als unerwünschten Mitbewohner, der sie mit seiner unausstehlichen Art regelmäßig in den Wahnsinn treibt und ihr immer wieder aufs Neue beweist, wieso sie ihn noch nie wirklich hat leiden können, ertragen. Dabei hat sie auch so schon genug Probleme, von denen sie nicht weiß, wie sie die jemals bewältigen soll. Doch zu Allies Überraschung ist es ausgerechnet Keith, von dem sie unerwartet eine wichtige Lektion lernt. Eine Lektion, die ihr einen weiteren Weg im Leben aufzeigen und neue Chancen bieten kann. Wird sie endlich auf ihr Herz hören?



Meine Meinung:


„Auf fünf Stufen“ ist der fünfte und letzte Band der Mitbewohner-Reihe. Alle Bände können jedoch unabhängig voneinander gelesen werden.

In diesem Band begegnen wir Allison und Keith die eine gemeinsame Vergangenheit haben, welche auch stückweise in dem Buch aufgearbeitet wird. Im Vordergrund steht jedoch zunächst, dass Keith nach vielen Jahren erneut bei Allison und ihren Eltern einzieht, wovon Allison zunächst alles andere als erfreut ist. Ohne erkennbaren Grund, verhält sie sich am Anfang Keith gegenüber ablehnend und trotzig. Mir persönlich war diese Ablehnung von Allisons Seite zunächst ziemlich überspitzt dargestellt, im weiteren Verlauf der Geschichte und je besser man Allison und die gemeinsame Geschichte der beiden kennenlernte, konnte ich aber durchaus nachvollziehen warum Allison zu Beginn so reagiert hat. Und so entstand aus der Ablehnung heraus eine zunächst wundervolle Freundschaft auf deren Weg man die beiden begleitet. Hier fand ich die langsame und stetige Entwicklung besonders toll, die einem zeigt, dass es nicht immer gleich um die große Liebe, die einzig wahren Gefühle oder eine Bettgeschichte gehen muss.

Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten erzählt, so dass man über beide Protagonisten und ihre Gefühlslagen sehr viel erfährt und es mir zunehmend leichter fiel die Aktionen und Reaktionen der beiden zu verstehen und nachzuvollziehen. Beide Protagonisten machen in dieser Geschichte eine Wandlung durch und kommen dabei stets authentisch und echt rüber, so dass ich mich nach etwa der Hälfte des Buches sehr gut in sie reinversetzen konnte und unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht.

Gut fand ich, dass die Autorin ein sehr wichtiges Thema aufgebracht hat, welches Allison betrifft und worauf ich gar nicht näher eingehen möchte, da ich dies nicht könnte ohne zu Spoilern. Mit diesem Hintergrundwissen, welches man durch das Lesen jedoch erlangt hat mir das Buch am Ende sehr gut gefallen.

Neu in diesem Band war, dass die jungen Erwachsenen erstmals nicht alleine in einem Haus lebten, sondern Allsions Eltern mit von der Partie waren, das gab es in keinem Band zuvor und hat mir ausgesprochen gut gefallen, da ich finde, dass es der Realität der meisten Personen in diesem Alter entspricht. Gerade wenn man studiert oder einer Ausbildung nachgeht.

Insgesamt habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen und neben Band 1 und Band 4 gehört es zu meinen Lieblingsbuch der Reihe. Dennoch empfehle ich sehr gerne die gesamte Reihe, da jedes Buch für sich eine besondere Geschichte hat.

Samstag, 3. April 2021

Rezension zu "Das Leben, ein ewiger Traum" von Helene Sommerfeld [Werbung/Rezensionsexemplar]


Erschienen bei: dtv

ISBN: 978-3-423-22003-3

Erschienen am: 18.03.2021

Seiten: 560


Polizeiärztin Magda Fuchs-Reihe

1. Das Leben, ein ewiger Traum // 18.03.2021

2. Das Leben, ein großer Rausch // 20.10.2021

3. Das Leben, ein wilder Tanz // 16.03.2022


Klappentext:


Berlin, 1920: Nach den dunklen Kriegsjahren zieht der Glanz der Metropole Menschen aus aller Welt an. Auch Magda Fuchs hofft nach einem schweren Schicksalsschlag hier auf einen Neubeginn. Doch als Polizeiärztin lernt sie schon bald die Schattenseiten der schillernden Großstadt kennen. Vor allem die Schicksale der zahllosen verwahrlosten Kinder halten sie nachts wach. Sie werden skrupellos verkauft, aber die Polizei unternimmt nichts dagegen.

Unerwartete Unterstützung erhält Magda von der sich zunächst ruppig gebenden Fürsorgerin Ina und dem etwas fahrigen, aber engagierten jungen Kommissar Kuno Mehring.

Mutig bewegt sich Magda in einer Welt aus Korruption und Verbrechen. Doch dann bietet sich ihr die Chance ihres Lebens, von der sie nicht einmal zu träumen gewagt hatte …


Meine Meinung:


Dieses Buch ist der Auftakt zu einer neuen Triologie von Helene Sommerfeld, welches das Pseudonym eines Schriftsteller-Ehepaares aus Berlin ist. Klappentext und Leseprobe, haben mich auf Anhieb angesprochen gehabt, so dass ich mich sehr gefreut habe, bei vorablesen.de ein Leseexemplar gewonnen zu haben.

Die goldenen Zwanziger und das schillernde Berlin der damaligen Zeit sind wohl jedem ein Begriff, die meisten denken dabei wohl eher an: Berliner Kaffeehauskultur, die neue Frau, Kunst welche sich neu erfindet und Schauspielhäuser. Dieses Buch jedoch führt auf die Schattenseite. Der 1. Weltkrieg ist noch nicht lange vorbei und die meisten Berliner leben in absolut ärmlichen Verhältnissen. Kinderhandel und Prostitution ist da längst an der Tagesordnung um sich über Wasser zu halten.

Als Fan von historischen Romanen, habe ich direkt gut in das Buch reingefunden, der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, lediglich die teils sehr abrupten Erzählperspektiven innerhalb des Kapitels machten es mir zu Beginn schwer, der Geschichte folgen zu können. Etwa bei der Hälfte des Buches, fiel es mir dann aber zunehmend leichter und ich war endgültig in der Geschichte angekommen. Ab da konnte ich das Buch kaum noch weglegen, so dass ich die zweite Hälfte des Buches dann innerhalb von zwei Tagen weggelesen hatte.

Dem Autoren-Ehepaar ist es gelungen, die Charaktere so unterschiedlich und doch authentisch zu erschaffen, dass ich sie bildlich vor Augen sehen konnte. Dabei gefiel mit die Entwicklung der Protagonistin Magda Fuchs, die traurig und einsam in Berlin aufschlägt und am Ende augenscheinlich ihr Glück findet und neue Freundschaften schließt. Celia von Liebenau, deren Geschichte parallel zu der von Magda Fuchs verläuft, war mir zunächst alles andere als sympathisch. Erschien sie doch wie die verwöhnte Tochter eines wohlhabenden Arztes, als ihr Vater jedoch schwer erkrankt und es keine Aussicht auf Genesung für ihn gibt, fackelt ihre Mutter nicht lange und verheiratet Celia ungewollt mit dem älteren Albert. Celia ist darüber alles andere als glücklich, denn sie selbst hatte andere Pläne für ihr Leben, welche ihr nun verwehrt bleiben würden. Je näher man Celia und ihr Leben und dessen Umstände kennenlernt umso mehr kann man ihr Handeln und ihren Trotz verstehen und umso eher konnte ich mich in sie hineinversetzen.

Auch die zahlreichen Nebenprotagonisten wurden sehr detailreich beschrieben und fügten sich gut in die Geschichte ein.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich bevor ich fast die Hälfte des Buches gelesen hatte, das Buch an sich ganz ok und die Geschichte recht interessant fand, gerade da hier auch viele kriminalistische Aspekte in dem Buch zu finden sind. Dennoch war für mich zu diesem Zeitpunkt, klar, dass ich die Trilogie wohl niemals ganz lesen werde, sondern es bei Band 1 belassen werde. Doch dann kam der Cliffhanger am Ende des Buches, der mich aufschrecken ließ und im nächsten Atemzug saß ich schon an meinem Handy, um rauszubekommen, wann Band 2 der Triologie erscheinen soll. Somit sollte also klar sein, dass mich dieses Buch am Ende so sehr gepackt hat, dass ich sehnsüchtig auf Band zwei warte und ich sehr gespannt bin wie es mit den großartigen Damen aus der Pension Bleibtreu weitergeht.

Fazit: Für mich persönlich war dieses Buch schon teilweise „harte Kost“ da die Themen Kinderhandel und Kinderarmut so detailreich beschrieben wurden, dass einem das mütterliche Herz dabei bricht. Dennoch gehören auch diese Schattenseiten zur Geschichte der zwanziger Jahre und daher kann ich das Buch all jenen empfehlen, die gerne historische Romane auf Grund von wahren Begebenheiten lesen.



 

Sonntag, 28. März 2021

Rezension zu "Dein erster Blick für immer" von Zoe Folbigg [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Lübbe

ISBN: 978-3-404-18350-0

Erschienen am: 29.01.2021

Seiten: 384



Einzelband



Klappentext:


Maya ist hoffnungslos romantisch. Sie liebt nostalgische Kleider und französisches Gebäck und glaubt an die Liebe auf den ersten Blick. Als sie eines Morgens im Zug einem jungen Mann gegenübersitzt, dessen sanfte Augen konzentriert auf die Seiten eines Romans blicken, ist es um sie geschehen. Mit Schmetterlingen im Bauch steigt sie nun jeden Morgen in den Zug, doch der schöne Fremde scheint sie nicht zu bemerken. Ein kleiner Zettel soll ihrem Glück auf die Sprünge helfen - mit ungeahnten Folgen ...



Meine Meinung:


Das Cover und der Klappentext waren so ansprechend, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde und es unbedingt lesen wollte.

Leider gestaltete sich der Einstieg ins Buch für mich schwierig, da ich mit dem Schreibstil zu Beginn so gar nicht warm wurde. Oft hatte ich das Gefühl, als mache die Autorin mitten in einem Satz Zeitsprünge, so dass ich teilweise sehr verwirrt von der Handlung war. Hinzu kam dass sie , für mich eher nebensächliche Dinge wie die Kleidung der Protagonisten bis ins kleinste Detail zu beschreiben, häufig wiederholte. Das kann sicherlich daran liegen, das Maya in einem Modeunternehmen arbeitet und daher der Fokus Mode in diesem Buch sehr hoch ist.

Die eigentliche Geschichte jedoch, kam eher nur sehr langsam in Fahrt. Dennoch ab ca. der Hälfte des Buches hatte ich mich dann auch mit dem Schreibstil angefreundet, so dass mir das Lesen schließlich auch leichter fiel und der Plot der Geschichte mich auch sehr interessierte und zeitweise in den Bann nahm. Besonders gefallen hat mir hier, dass die Geschichte sowohl aus der Sicht von Maya als auch von James erzählt wird. Dennoch kam bei mir leider nicht wirklich das Gefühl auf einen Liebesroman in der Hand zu halten und ein Happy End schien mir lange Zeit in sehr weiter Ferne. Insgesamt begleitet man die beiden über einen sehr langen Zeitraum und lernt viele Dinge aus ihrem täglichen Leben kennen. Trotzdem hatte ich hier des öfteren das Gefühl, die einzelnen Protagonisten doch nicht so gut kennengelernt zu haben oder nur sehr oberflächlich.

Unterm Strich muss ich sagen, dass ich mich durch dieses Buch eher „geschleppt“ habe und eigentlich nach wenigen Seiten schon eher an dem Punkt war, wo ich das Buch zunächst abbrechen wollte. Im Nachhinein habe ich das Buch schon gerne gelesen, mir persönlich fehlte es in diesem Buch jedoch eindeutig an Handlung.

Montag, 22. März 2021

Rezension zu "Hinter vier Mauern" von Katie Weber [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Selfpublish

ASIN: B07ZTYHBBB

Erschienen am: 30.10.2019

Seiten: 290



Mitbewohner-Reihe

1. Unter einer Decke // 23.01.2017

2. Über zwei Ecken // 07.11.2017

3. Zwischen drei Fronten // 18.04.2018

4. Hinter vier Mauern // 30.10.2019

5. Auf fünf Stufen // 05.02.2021




Klappentext:


Nie hätte Toni gedacht, dass ihr Leben solch eine Wendung nimmt, als sie, um Schutz zu finden, in ein fremdes Haus einsteigt und plötzlich vier jungen Eishockeyspielern gegenübersteht. Dabei wollte die junge Frau doch nur der ihr so verhassten Seifenblase der High Society entfliehen, in der sie seit ihrer Kindheit dank ihrer weltberühmten Mutter gefangen war.Um sich selbst zu beweisen, dass mehr in ihr steckt, als ihr Nachname vermuten lässt, stürzt sie sich in ein gefährliches Abenteuer. Doch die jungen Sportstudenten, in deren Haus sie dabei unerlaubterweise landet, haben nicht vor, Toni der Polizei zu übergeben. Stattdessen wollen sie helfen, ihr Leben neu zu ordnen, und unterbreiten ihr ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Nur einer scheint davon weniger begeistert: der eigentliche Eigentümer des Hauses und Captain des College-Eishockeyteams, Devon Henderson.



Meine Meinung:




Nachdem mir die beiden vorausgegangen Bände nicht ganz so gut gefallen haben, war ich von diesem Band mehr als überrascht. Schon nach den ersten Kapiteln war ich so sehr in der Geschichte drin, die nun wirklich ganz anders war, als alle anderen Geschichten zuvor und auch nicht an einen der Vorgängerbände erinnerten.

Die Charaktere waren bis ins letzte Detail wunderbar ausgearbeitet und absolut herzlich. Toni umgab von Anfang an etwas sehr geheimnisvolles, was mich direkt in den Bann zog. Dabei fügte sich dieses Geheimnis und das Auftauchen einer geheimnisvollen Person richtig toll in die Geschichte ein. Die Mitbewohner von Devon besitzen so ein großes Herz, dass ich sie direkt in das meinige geschlossen habe und nichts dagegen gehabt hätte selbst mit ihnen zusammen zu wohnen. Devon der zunächst sehr zurückhaltend wirkt, was für mich in dieser Situation durchaus nachvollziehbar war, taut auch recht schnell auf und zeigt ganz deutlich, dass er nicht der unterkühlte Typ ist, für den ich ihn zunächst gehalten hatte.

Der Schreibstil ist auch in diesem Band wieder locker und leicht und voller Humor aber auch mal etwas geheimnisvoller und genau das hatte es mir dieses Mal angetan, daher kann ich dem Buch eine ganz klare Leseempfehlung geben.

Dienstag, 16. März 2021

Rezension zu "I'm a Nurse" von Franziska Böhler

Erschienen bei: Heyne

ISBN: 978-3-453-60560-2

Erschienen am: 10.08.2020

Seiten: 256



Einzelband



Klappentext:


Franziska Böhler, Krankenschwester aus Überzeugung, schildert in bewegenden Fallgeschichten den Stationsalltag im Krankenhaus und macht deutlich, wie sehr Patienten und Personal unter profitorientierten Strukturen leiden.

Sie hat sich für Nachtdienste und Wochenendschichten entschieden, für viel Arbeit und noch mehr Verantwortung, für einen Job, der sie fordert – ihr Herz und ihren Verstand. Nicht entschieden hat sie sich für Dienste in ständiger Unterbesetzung, für Bedingungen, die Pflege und Medizin gefährlich und unmenschlich machen. Und doch finden sich Pflegekräfte immer öfter in dieser Situation: Sie arbeiten in einem Gesundheitssystem, das längst selbst dringend Hilfe braucht.



Meine Meinung:


Als Gesundheits- und Krankenpflegerin, war dieses Buch eine „Pflichtlektüre“ für mich und die Probleme die Franziska Böhler in ihrem Buch anspricht, waren für mich nicht neu und doch total erschreckend. Schon direkt auf der ersten Seite musste ich verstohlen grinsen, denn ich kenne diese Situation die sie da beschreibt zu gut. Es sind Tatsachen, auf die sich die Autorin beruft.

Gestützt wird das Buch mit Fallberichten von weiterem pflegerischen, aber auch ärztlichen Personal. Was es für mich zu einer sehr angenehmen Lektüre machte, die nicht einfach nur die Meinung der Autorin widerspiegelte sondern auch deutlich macht, dass die Sichtweise der Autorin kein Einzelfall ist. Ebenso kamen Patienten zu Wort, welche ihre Erfahrungen berichteten.

Die Autorin ist schonungslos offen und ehrlich und genau das schätze ich an diesem Buch sehr. Viele Jahre wurde es großzügig verschleiert und verschwiegen, doch spätestens wenn man dieses Buch gelesen hat weiß man, wer der größte Patient im Gesundheitswesen ist und zwar das Gesundheitswesen selbst. Pflegenotstand herrscht nicht erst seit Corona, doch war der Aufschrei gerade zu Beginn von Corona am lautesten. Aber nun ein Jahr später? Sicherlich sind wir immer noch systemrelevant und doch befasst sich kaum noch einer so sehr mit den Pflegekräften und dem was sie tagtäglich leisten, als dass es wichtig genug für die Politik wäre und daher würde ich mir wünschen, dass dieses Buch nicht nur von Pflegekräften und weiterem medizinischen Personal gelesen wird. Ich wünsche mir, dass dieses Buch die Menschen erreicht, die für all das was im Gesundheitswesen passiert zuständig sind.

Ich wünsche mir, dass wieder mehr Menschen den Beruf erlernen wollen, der so toll und abwechslungsreich ist wie wenige Berufe es sind. Ich habe Krankenpflege gelernt, weil ich Menschen pflegen wollte, für sie da sein wollte und auch mal die Zeit haben wollte mich zu ihnen zu setzen, sie zu trösten, aufzumuntern oder mich einfach mit ihnen zu unterhalten. Den Mensch hinter dem Patient kennenzulernen, denn nur dann können wir diese Arbeit meiner Meinung nach mit dem Herzblut und dem Verständnis gegenüber dem Menschen machen, der uns braucht. Die Realität ist leider, dass ich nach 8 Stunden Dienst im Auto sitze und mich auf dem Weg nach Hause frage, was ich eigentlich den ganzen Tag gemacht habe, außer zwischen vielen Menschen, Zimmern und Fluren hin und her zu rennen. Das stimmt einen traurig.

Seit April 2020 bin ich nicht mehr als Pflegekraft im Krankenhaus gewesen, denn mit Corona kam für Schwangere das Beschäftigungsverbot. Im September 2020 habe ich meine Elternzeit angetreten und doch denke ich jeden Tag an meine Kollegen und an diese besondere Situation unter der sie gerade stehen, die das Arbeiten noch schwerer macht als ohnehin schon.

Ab August diesen Jahres gehe ich in die Klinik zurück und ich freue mich darauf, aber ich frage mich natürlich auch, was wird mich erwarten? Doch unterm Strich, ist es egal was mich erwarten wird, denn ich bin Pflegekraft mit Leib und Seele und ich freue mich darauf, wieder am Patientenbett stehen zu können, Menschen in Not zu helfen und am Ende des Tages vielleicht nicht mehr zu wissen, was ich alles gemacht habe, aber auch das Wissen zu haben, dass es wichtig ist was ich mache. Und dennoch bleibt die Hoffnung, dass wir irgendwann auch den Patienten „Gesundheitswesen“ wieder auf die Beine helfen können.

Sonntag, 14. März 2021

Rezension zu "Die Chocolaterie der Träume" von Manuela Inusa [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-0501-2

Erschienen am: 15.01.2018

Seiten: 336



Valerie Lane-Reihe

1. Der kleine Teeladen zum Glück // 16.10.2017

2. Die Chocolaterie der Träume // 15.01.2018

3. Der zauberhafte Trödelladen // 18.06.2018

4. Das wunderbare Wollparadies // 17.09.2018

5. Der fabelhafte Geschenkeladen // 18.02.2019

6. Die kleine Straße der großen Herzen // 18.06.2019



Klappentext:


Keira liebt das, was sie tut, über alles: In ihrer kleinen Chocolaterie in der Valerie Lane stellt sie Confiserie in sorgfältiger Handarbeit her – ihre selbstgemachten Pralinen, Kekse und schokolierten Früchte sind bei Jung und Alt beliebt. Bei all den leckeren Sachen kann Keira oft selbst nicht widerstehen. Aber was macht das schon? Sie steht zu ihrer Leidenschaft und zu ihren Kurven. Doch ihr Freund Jordan, mit dem es ohnehin kriselt, sieht das leider etwas anders. Zum Glück stehen Keira ihre Freundinnen immer zur Seite – und dann gibt es noch diesen einen charmanten Kunden, der in letzter Zeit häufiger bei Keira’s Chocolates einkauft …



Meine Meinung:



Band 2 der „Valerie Lane Reihe“ widmet sich Keira, welche in der Valerie Lane ihre Chocolaterie betreibt. Keira liebt es in liebevoller Handarbeit den ganzen Tag Confiserie herzustellen und dabei ist das ein oder andere Gramm Schokolade auch schon auf ihrer Hüfte gelandet. Doch Keira steht zu ihren Kurven, ganz im Gegensatz zu ihrem Freund Jordan, der als Zahnarzt mit Keiras Süßigkeitenliebe gar nichts anfangen kann. Doch zum Glück hat Keira ihre Freundinnen, die sie immer wieder auffangen und dann gibt es da neuerdings noch diesen überaus charmanten und gut aussehenden Kunden, der Keira nicht mehr aus dem Kopf geht.

Bei diesem Buch handelt es sich zwar um die Fortsetzung einer Reihe, es kann jedoch auch unabhängig von Band 1 gelesen werden. Ich persönlich bevorzuge es aber Reihen in ihrer Reihenfolge zu lesen.

Wie schon beim ersten Band der Reihe war ich schnell in der Geschichte drin und es fühlte sich fast schon an wie ein „nach Hause kommen“ in die Straße die so voller Leben und Liebe und Freundschaft steckt. Keira ist in meinen Augen eine starke und unabhängige Persönlichkeit mit einer wahnsinnigen Stärke und doch auch mit kleineren Zweifeln, wodurch sie mir direkt ans Herz gewachsen ist. Ich finde es stark wie sie zu ihrer Leidenschaft und ihren Kurven steht und mir ist oft das Wasser im Mund zusammengelaufen, wenn sie wieder dabei war Schokoladenkreationen zu erstellen. Wie ihr Freund Jordan mit ihr umging brach mir hin und wieder das Herz, aber dieses Buch wäre kein Wohlfühlroman, wenn am Ende nicht ein Happy End auf den Leser warten würde. Und so habe ich auch dieses Buch sehr gerne gelesen. Natürlich trifft man in diesem Buch auch die Charaktere aus Band 1 wieder und kann die Liebesgeschichte von Laurie und Barry so noch ein wenig weiterverfolgen, was mir sehr gut gefallen hat.

Ich kann dieses Buch und auch alle anderen Bände der Reihe durchaus empfehlen.

Freitag, 12. März 2021

Rezension zu "Der kleine Teeladen zum Glück" von Manuela Inusa [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet 

ISBN: 978-3-7341-0500-5

Erschienen am: 16.10.2017

Seiten: 288 



Valerie Lane-Reihe

1. Der kleine Teeladen zum Glück // 16.10.2017

2. Die Chocolaterie der Träume // 15.01.2018

3. Der zauberhafte Trödelladen // 18.06.2018

4. Das wunderbare Wollparadies // 17.09.2018

5. Der fabelhafte Geschenkeladen // 18.02.2019

6. Die kleine Straße der großen Herzen // 18.06.2019

 


Klappentext:


Laurie ist glücklich: Als stolze Besitzerin eines kleinen Teeladens in der romantischen Valerie Lane in Oxford, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. In Laurie’s Tea Corner verkauft sie köstliche Teesorten aus aller Welt, dort duftet es herrlich, und die Kunden fühlen sich wohl. Denn das gemütliche Lädchen strahlt genau dieselbe Harmonie und Wärme aus wie Laurie selbst. Nur das mit der Liebe wollte bisher noch nicht so richtig klappen, obwohl Laurie seit Monaten von Barry, ihrem attraktiven Teelieferanten, träumt. Das muss sich schleunigst ändern, finden Lauries beste Freundinnen, und schmieden einen Plan …



Meine Meinung:



„Der kleine Teeladen zum Glück“ ist der Auftakt Band zur Reihe der Valerie Lane.

Im ersten Band geht es um Laurie, welche in der Valerie Lane einen Teeladen besitzt. Damit hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und ist damit mehr als zufrieden. Nur eines fehlt ihr noch zu ihrem Glück, die große Liebe. Dabei träumt sie schon seit längerer Zeit von ihrem Teelieferanten Barry.

Direkt von Beginn an war ich gefesselt von Manuela Inusas Schreibstil. Er lässt sich so leicht lesen und nimmt einen direkt mit in eine andere Welt. Das Setting ist so bildlich beschrieben, das man gerne an diesen Fleck reisen würde um selbst durch die kleine Straße zu schlendern und die kleinen Lädchen zu erkunden.

Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art besonders und passen trotz ihrer Unterschiede so wunderbar zusammen. Man könnte auch sagen, sie ergänzen sich untereinander gegenseitig und helfen sich weiter wenn man alleine nicht weiterkommt. Auch wenn in diesem Band Laurie natürlich im Vordergrund steht, lernen wir ihre Freundinnen aus der Valerie Lane kennen. Besonders angetan hatte es mir hier die alte Dame Mrs. Whiterspoon, die schon so lange in Oxford lebt, dass sie die ein oder andere Anekdote parat hat. Laurie hat ein wunderbar großes Herz und immer ein offenes Ohr für ihre Freundinnen, was sie mir direkt sympathisch gemacht hat. Sie auf dem Weg zu ihrem Glück zu begleiten ging mir ans Herz und hat es dahinschmelzen lassen.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich noch nie was von Manuela Inusa gehört. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch das wunderschöne Cover und den viel-versprechenden Klappentext. Rückblickend kann ich sagen, dass ich mit diesem Buch nicht nur ein Herzensbuch für mich gefunden habe, sondern direkt eine ganze Reihe, die mir auch mehrere Jahre nach dem Lesen noch so wahnsinnig gut in Erinnerung ist. Des weiteren zählt Manuela Inusa seitdem zu meinen Lieblingsautorinnen.

Montag, 8. März 2021

Rezension zu "Dieser eine Augenblick" von Renée Carlino

Erschienen bei: Lübbe

ISBN: 978-3-431-04132-3

Erschienen am: 30.09.2019

Seiten: 320 



Einzelband



Klappentext:


Als Charlotte auf Adam trifft, ist es, als würden sie sich schon ewig kennen. Sie verbringen eine wunderbare Nacht zusammen, am nächsten Morgen jedoch ist er wie verwandelt und zeigt ihr die kalte Schulter. Aber Charlotte kann den mysteriösen Fremden nicht vergessen, der ihr in nur einer Nacht das Herz gebrochen hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihm, um endlich Klarheit zu bekommen. Doch sie ahnt nicht, dass Adam ein Geheimnis hat, das ihr Leben für immer verändern wird.




Meine Meinung:


Ich muss ehrlich zugeben zu Beginn des Buches, war ich alles andere als begeistert vom Einstieg in die Geschichte, so dass ich nach wenigen Kapiteln schon kurz darüber nachdachte das Buch abzubrechen. Irgendwie schien mir die Schreibweise zu flippig, die Handlung zu oberflächlich und mit den Protagonisten konnte ich mich auch nicht direkt identifizieren. 

Da ich das Buch jedoch in einer Leserunde gelesen habe wollte ich mich natürlich mit meinen Lesepartnern auch diesbezüglich austauschen und so hielt ich durch und dabei wurde ich im Nachhinein positiv überrascht und bin froh dieses Buch fortgesetzt zu haben.

Nach ca. 100 Seiten, habe ich dann endlich in die Geschichte reingefunden und ab da gefiel sie mir auch zunehmend besser. Nach der Hälfte des Buches, nahmen Dramatik und Traurigkeit so sehr an Fahrt auf, dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte. Die Geschichte hatte es ab da geschafft mir das Herz zu brechen.

Charlotte, die zu Beginn des Buches noch eher flippig und orientierungslos wirkt, lernt durch ihre Begegnung mit Adam, dass es sich lohnt zu kämpfen und für etwas einzustehen, wenn man es wirklich will. Dabei wird sie leider immer mal wieder durch ihre beste Freundin Helen oder auch ihren Eltern und ihrem Bruder ausgebremst. Hier hatte ich oft das Gefühl, als ob Charlottes Umfeld zu glauben scheint, sie wüssten was das Beste für Charlotte wäre. Und so bekommt man zeitweise den Eindruck, als ob sie Charlotte in eine Beziehung mit dem Baseballstar drängen wollten, nur weil dieser eben eine gute Partie abgibt. Besonders gefallen hat mir hier jedoch, dass Charlotte sich ab einem gewisse Zeitpunkt von niemandem mehr etwas vorschreiben ließ sondern ihre eigenen Regeln gemacht hat.

Ich hätte auch gerne noch mehr Geschichte zwischen Charlotte und Adam gehabt, da ich zunächst an Hand dem Klappentext, der übrigens absolut nach einem Wahnsinnsbuch klingt, etwas ganz anderes von der Geschichte erwartet habe und mir somit die Interaktion zwischen den beiden Hauptprotagonisten zunächst sehr fehlte.

Das Cover wiederum ist ein Hingucker, es ist schlicht gehalten und zieht einen dennoch in den Bann.

Daher gebe ich dem Buch gerne eine Leseempfehlung für all jene, die dramatische Liebesgeschichten mögen und auch mal ein Buch weiterlesen, dessen Beginn nicht ganz so stark ist.

Samstag, 6. März 2021

Rezension zu "Die 7. Zeugin" von Schwiecker & Tsokos

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52755-9

Erschienen am: 01.02.2021

Seiten: 320 



Eberhardt & Jarmer ermitteln

1. Die 7. Zeugin // 01.02.2021

2. Der 13. Mann // 01.03.2022



Klappentext:


An einem Sonntagmorgen wie jeder andere auch verlässt der Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting sein Haus in Berlin-Charlottenburg. Er winkt seiner kleinen Tochter zu, schwingt sich aufs Fahrrad und fährt zu einer Bäckerei. Dort schießt er plötzlich aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung um sich. Ein Mensch ist tot, zwei weitere verletzt – und Nikolas Nölting schweigt. 


Nöltings Anwalt Rocco Eberhardt steht vor einem Rätsel: Welches Motiv könnte der unauffällige Familienvater für eine solche Tat gehabt haben? Das Ganze erscheint völlig sinnlos – bis der Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer eine überraschende Entdeckung macht, die Rocco Eberhardt mitten in einen Sumpf aus Korruption, Geldwäsche und Clan-Kriminalität führt. Doch wer sich mit der Unterwelt von Berlin anlegt, bringt nicht nur sich selbst in größte Gefahr …



Meine Meinung:


Als absoluter Fan von Krimis, musste das Buch natürlich bei mir einziehen. Bis zu dieser Zeit hatte ich noch kein Buch der jeweiligen Autoren gelesen und war daher natürlich umso gespannter auf das Ganze.

Das Buch beginnt zunächst mit dem Tag der Tat und springt dann recht schnell auf ein halbes Jahr später und dem ersten Tag der Verhandlung. Auch im weiteren Verlauf des Buches gibt es Zeitsprünge. Die Kapitelüberschriften machen hier gut deutlich in welcher Zeit man sich befindet. Generell sind die Kapitel eher kurz und prägnant, gerade dadurch konnte ich sehr gut in die Geschichte hineinfinden und fand den durchweg flüssigen Schreibstil gut zu lesen. Das Buch ist aus der Erzählerperspektive geschrieben, so dass man mit jedem weiteren Kapitel einen sehr guten Eindruck vom Fall Nölting sowie den einzelnen Protagonisten erhält. Besonders spannend fand ich an dieser Stelle die Arbeit des Rechtsmediziner Jarmers, die dank Tsokos besonders authentisch und detailtreu dargestellt ist. Aber auch der Blick hinter die Kulissen in die Arbeit eines Strafverteidigers sowie die Darstellung eines Gerichtsverfahrens, kommt dank Schwieckers beruflicher Erfahrung natürlich nicht zu kurz.

Die Protagonisten Eberhardt und Baumann sind mir besonders ans Herz gewachsen. Neben seiner Tätigkeit als Strafverteidiger, erfährt man von Eberhardt auch das ein oder andere private und zeitgleich vermischt sich auch sein Privatleben mit dem Fall, so dass mir beim Lesen auch schon mal das Herz in die Hose gerutscht ist.

Insgesamt ist dies kein Krimi der einen zum gruseln einlädt, viel eher verleitet das ein oder andere Kapitel eher zum nachdenken und aufhorchen.

Von Beginn an, hatte ich bei diesem Buch das Gefühl einen roten Faden in der Hand zu halten und immer weitere Fäden zu erhalten, welche sich am Ende dann passend ineinander webten. Dabei war das Buch zu keiner Zeit vorhersehbar. Somit blieb es bis zum Ende spannend wer denn die siebte Zeugin ist und auch am Ende noch schafften es die Autoren mich zu schocken.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und ich bin sehr gespannt auf weitere Fälle von Eberhardt und Jarmer.