Freitag, 16. September 2022

Rezension zu "Zeitenwende am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino [Werbung/Rezensionsexemplar]

 Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0122-7

Erschienen am: 28.06.2022

Seiten: 416


Die Galeristinnen-Triologie

1. Die Galerie am Potsdamer Platz // 24.05.2022

2. Zeitenwende am Potsdamer Platz // 28.06.2022

3. Wiedersehen am Potsdamer Platz // 21.07.2022


Klappentext:

1938: Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Alice nach Deutschland zurück, um die Erbschaft zu regeln. Doch sie erkennt ihr geliebtes Berlin nicht wieder. Die Stimmung ist umgeschlagen, viele Freunde sind in Gefahr. Verzweifelt nutztdie Familie alle Möglichkeiten, um die Galerie zu halten und geliebte Kunstwerke zu retten.Aber Alice erkennt schnell, welch unheilvolle Macht die Nazis bereits auf dem Kunstmarkt haben. Bald schon geht es nicht mehr nur um Gemälde von unschätzbarem Wert, sondern um Leben und Tod. Der Einzige, der ihr jetzt noch helfen kann, ist ein alter Vertrauter – und ihr schlimmster Feind.


Meine Meinung:

Nachdem ich von Band 1 nicht ganz so begeistert war, brauchte es ein wenig Bedenkzeit um zu beschließen, dass ich der Reihe doch gerne eine Chance geben möchte und sie weiter verfolgen werden.

Im Nachhinein bin ich nun froh, dass ich Band 2 eine Chance gegeben habe. Zu Beginn des Buches, war ich tatsächlich noch sehr hin- und hergerissen, die für mich eher „negativen“ Punkte überwogen und die Geschichte, langweilte mich zunächst eher als, dass sie mich wirklich mit sich reißen konnte.

Doch ab der Mitte des Buches ungefähr, kam mit der Geschichte der jungen Familie welche Alice versucht zu retten, für mich persönlich die Wende. Auf einmal nahm das Drama eher Anlauf, konnte mich mitreißen und an sich fesseln, so dass ich ab dem Moment das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen konnte. (Für mich persönlich finde ich es etwas schade, dass es doch noch so lange gedauert hat, an diesen Punkt zu kommen, bin aber im Nachhinein froh darüber, dass es überhaupt noch so weit kam.)

Alice konnte mich zeitweise als Protagonisten überzeugen, dann gab es aber auch wieder Momente, wo ich sie absolut nicht einschätzen konnte und mich gefragt habe, ob eine Frau in ihrem Alter zu der damaligen Zeit wohl so gehandelt hätte. Dennoch schien sie aufrichtig und sehr emphatisch vor allem ihren Mitmenschen gegenüber. Für mich macht ihre Entwicklung einen deutlichen Sprung in dem Moment wo sie alles riskiert um „neugewonnen“ Freunden vor der Gräueltaten der Nazis zu retten. Ob ihr das gelingt, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten (Spoilergefahr).

Der Schreibstil war für mich zunächst auch eher gewöhnungsbedürftig lies sich mit der Zeit dann aber doch sehr gut lesen.

Fazit:
Band 2 schafft es für mich Band 1 der Reihe zu toppen und hat definitiv mehr Potential als Band 1.

Donnerstag, 15. September 2022

Rezension zu "Das Haus der Hebammen - Carolas Chance" von Marie Adams [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-1038-2

Erschienen am: 18.07.2022

Seiten: 400


Die Hebammen von Köln

1. Susannes Sehnsucht // 16.05.2022

2. Carolas Chance // 18.07.2022

3. Ellas Entscheidung // voraussichtlich 21.09.2022

 

Klappentext:

Köln. Das Geburtshaus in der Cranachstraße 21 ist längst kein Geheimtipp mehr und inzwischen als »Haus der guten Hoffnung« bekannt. Die drei Gründerinnen, die Hebammen Carola, Susanne und Ella, sind beste Freundinnen und ein eingespieltes Team. Fürsorglich und kompetent kümmern sie sich um große und kleine Patienten und Patientinnen. Carolas Kinder sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus, und ihr Mann Andreas feiert Erfolge als Drehbuchautor. Alles könnte perfekt sein, doch Carola fühlt sich mehr und mehr entfremdet von ihrem Partner, der sich beschwert, sie arbeite zu viel. Als sie ihre alte Jugendliebe Karsten wiedertrifft, fragt sie sich, wie ihr Leben wohl mit ihm verlaufen wäre …


Meine Meinung:


Bei „Carolas Chance“ handelt es sich bereits um den zweiten Teil der Hebammen-Saga von Marie Adams, welches das Pseudonym der Schriftstellerin Daniela Nagel ist. An sich lässt dieser sich auch gut ohne Vorkenntnis von Band 1 lesen, um jedoch die Geburtsstunde des Geburtshauses zu erleben, sollte man dann doch bei dem ersten Teil beginnen.

Band 2 startet ca. 3 Jahre nach dem Ende der Geschichte von Band 1, zunächst fand ich dies etwas befremdlich, fand dann aber doch sehr schnell und gut in den neuen Band rein. Auch hier ging es mir dann wie in Band eins, einmal begonnen, konnte ich das Buch kaum beiseite legen und schwups, waren dann auch mal ganz schnell 100 Seiten gelesen. 
Ich habe mich sehr darüber gefreut, die 3 Protagonisten Susanne, Carola und Ella wieder zu treffen. Auch eine vierte Hebamme praktiziert nun im Kölner Geburtshaus und ebenso wie die anderen drei Charaktere ist auch Annett eine wunderbare Persönlichkeit, hat jedoch nicht ganz den gleichen Stellenwert wie die anderen drei Protagonisten, sondern eher eine „Nebenrolle“. In der Zeit zwischen den beiden Bänden scheint einiges passiert zu sein, welches der zweite Band teilweise rückblickend wiedergibt. Doch auch die anstehenden Ereignisse schafften es mich an das Buch zu fesseln. Dennoch muss ich sagen angesichts des Titels, hatte ich doch irgendwie etwas anderes erwartet. 

Das Buch widmet sich zwar Carola, welche nun nicht mehr die Hauptverdienerin für die Familie ist, nachdem ihrem Mann der Durchbruch als Autor, samt Buchverfilmung, geglückt ist. Auch Carolas Familie rückt somit eher in den Fokus der Geschichte und pubertierende Probleme aber auch wilde Partynächte und schlechte Noten trüben das Familienglück, bei denen Carola sich leider auch mal selbst vergisst und dabei ihre eigene angeschlagene Gesundheit hinten anstellt, dennoch scheint auch Susanne und Susannes starker Kinderwunsch samt schwierigen Eheleben im Fokus zu stehen. Meiner Meinung nach, nimmt das somit ein wenig den Wind aus den Segeln leider und ich persönlich hätte mir da einfach noch mehr den Fokus auf Carola beziehungsweise Susanne eher im Hintergrund gewünscht. Dennoch finde ich diese starke Freundschaft, welche die beiden und auch mit Ella verbindet unbeschreiblich schön. Solche Freundschaften sind es, auf die es auch im wirklichen Leben ankommt.

Wenn man in den 90er Jahren seine Kindheit erlebt hat oder schon Erwachsen war, so wird man sehr viele TV-Serien, Naschsachen aber auch viele andere typische 90’er Dinge in dem Buch wiederfinden. Gerade das hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen, da es mich einfach sehr an meine eigene Kindheit erinnert hat.
Das Cover hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert und noch immer finde ich die Gestaltung dieser sehr schön.

Fazit:
Trotz meiner Meinung nach ein paar kleinerer Schwächen und einem etwas irreführenden Titel, ist dies ein wunderbares Buch welches man auf jeden Fall lesen sollte.

Mittwoch, 7. September 2022

Rezension zu "Der schönste Zufall meines Lebens" von Laura Jane Williams [Werbung, Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52741-2

Erschienen am: 01.08.2022

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext:


Nichts wünscht sich die 30-jährige Londonerin Penny Bridge mehr, als Mutter zu werden – vielleicht auch, weil sie ihre eigene Mutter schon früh verloren hat. Doch mit der Liebe hat Penny einfach kein Glück. Das ändert sich auch nicht, als ihr der Zufall gleich mehrmals den Traummann Francesco vor die Nase stellt. Denn kurz darauf muss Penny aus London nach Derbyshire ziehen, um sich um den Pub ihres erkrankten Onkels zu kümmern. Zu ihrer eigenen Überraschung genießt sie es, sich um das Team zu kümmern, zu kochen und den Pub-Besuchern leckere neue Gerichte zu servieren. Dass die Arbeit sie nur zu gut von ihren Gedanken an Francesco ablenkt, gibt sie nur heimlich zu. Als plötzlich zwei weitere wundervolle Männer in Pennys Leben treten, ist das Gefühlschaos perfekt. Doch auch Francesco kann Penny nicht vergessen und steht eines Tages bei ihr vor Tür – er hat seinen Job als Koch in London gekündigt und bietet ihr an, sie im Pub zu unterstützen. Was nun? Wie viele Herzen kann eine Frau verschenken? Und was, wenn keiner der drei der Richtige ist, um Pennys größten Wunsch zu erfüllen?


Meine Meinung:


Nachdem ich vor kurzem „Say yes - Perfekter wird’s nicht“ von der Autorin als Hörbuch gehört hatte, war ich absolut hin und weg. Auf der Suche nach weiteren Büchern der Autorin wurde ich also auf diese Neuerscheinung aufmerksam. Der Klappentext und das Cover haben mich direkt angesprochen und daher freute ich mich sehr auf das Buch.

Auch in diesem Werk konnte mich die Autorin mit ihrem Schreibstil von sich überzeugen. Er ließ sich gut lesen, jedoch merkte ich sehr schnell, dass in der Geschichte teilweise ziemliche Sprünge von einer Situation zur nächsten gemacht wurde und dies ließ mir den Lesefluss dann doch beschwerlich werden. Zeitweise musste ich gewisse Zeilen dann nochmal lesen um den „Sprung“ zu erkennen. Eine Kennzeichnung durch Absätze wäre hier meines Erachtens nach sehr hilfreich gewesen.

Penny konnte mich als Protagonisten leider nur sehr schwer erreichen. Zwar kam sie mir durchaus authentisch vor, jedoch wurde ich einfach nicht richtig warm mit ihr. Mir fehlten hier ganz eindeutig die Gefühle. Penny erlebt wahnsinnig viel und fühlt dabei sicher auch eine Menge, gerade im Hinblick auf die Konstellation mit den drei verschiedenen Männern und der Angst um ihren kranken Onkel, wobei ich die „Angst“ noch am ehesten spüren konnte. Alles andere kam mir leider sehr oberflächlich und unterkühlt vor.

Auch die Nebenprotagonisten sind leider eher unscheinbare Persönlichkeiten, so dass mir schon kurz nach Beenden des Buches klar ist, dass diese Geschichte sich leider nicht allzu lange in meinem Gedächtnis halten wird. Leider.

Trotz all meiner bisherigen Kritik, hat das Buch und die Geschichte dennoch einen roten Faden, der beim Lesen auch ganz klar zu erkennen ist. Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut, wobei ich es vielleicht ein wenig besser finden würde wenn nicht alle Personen auf dem Cover miteinander verbunden wären, sondern von der Frau auf dem Cover aus, einzelne Fäden zu den männlichen Coverabbildungen gehen würde.

Fazit:

Nettes Buch für zwischendurch, dass leider meinen Lesegeschmack nicht ganz getroffen hat.

Dienstag, 30. August 2022

Rezension zu "Das St. Alex - Nachtleuchten" von Anne Lück [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52894-5

Erschienen am: 01.08.2022

Seiten: 400


Das St. Alex

1. Nachtleuchten // 01.08.2022

2. Tagmond // voraussichtlich 01.12.2022


Klappentext:

Samira hat keine Zeit für die Liebe: Neben ihrem Job auf der Kinder-Palliativstation des Berliner St.-Alex-Krankenhauses hat sie alle Hände voll damit zu tun, sich um ihre drei jüngeren Brüder zu kümmern. Ihre Mutter ist dazu offenbar nicht in der Lage. Deshalb übernimmt Sami auch so oft wie möglich Nachtschichten, um tagsüber für ihre Familie da zu sein. Der junge Arzt Louis hingegen zieht nach einem späten Feierabend gern noch durch die Berliner Clubs. Jemand wie er passt überhaupt nicht in Samis Leben, findet sie. Aber dann kommen die beiden bei einer gemeinsamen Nachtschicht dem seltsamen Fall einer jungen Patientin auf die Spur – und einander näher …



Meine Meinung:


Für mich war „Das St. Alex Nachtleuchten“ das erste Buch der Autorin und sicherlich nicht das letzte.
Angesprochen hat mich hier ganz klar, der Fakt, dass dieses Buch in einem Krankenhaus spielt beziehungsweise von einem Krankenhaus handelt.
Kaum mit dem Buch begonnen, zog es mich auch direkt in seinen Bann. Anne Lücks Schreibstil lässt sich flüssig lesen und hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen.

Die Autorin hat Protagonisten erschaffen, die authentischer nicht sein könnten. So war mir Samira direkt sympathisch. Ihre Einstellung ihrer Arbeit gegenüber und auch ihren Brüdern, welche bei ihr leben, lies die junge Frau Anfang 20 jedoch häufig älter wirken. Gerade in sozialen Berufen ist das ja oft so, dass junge Menschen recht schnell „erwachsener“ wirken als in manch anderen Berufen, einfach weil der Job es mit sich bringt.

Louis ist mir ebenso von Anfang an positiv aufgefallen auch wenn es zunächst den Anschein machte, als ob er sehr distanziert allem gegenüber eingestellt sei. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet umso mehr erkennt man welch wundervoller Mensch in dieser Figur steckt und dass manchmal ein wenig Selbstschutz dafür sorgt nicht alles direkt preiszugeben. (Was genau Louis „Geheimnis“ ist, müsst ihr natürlich selbst lesen 🤭 ).

Der „seltsame Fall der jungen Patientin“, wie es im Klappentext erwähnt wird, scheint meiner Meinung nach in diesem etwas „überspitzt“ beschrieben, denn darunter hatte ich mir tatsächlich mehr vorgestellt. Leider wurde es dann eher immer mal wieder nur kurz zum Thema. An dieser Stelle muss ich leider anmerken, dass die Krankenhaus-Vibes mir persönlich viel zu wenig waren, dafür dass es um ein „Krankenhaus-Buch“ gehen soll. Viel mehr war das Leben und die Probleme von Samira hier der Fokus der Geschichte. Doch auch damit konnte mich die Autorin voll und ganz für das Buch begeistern. So schafft Anne Lück es Samira ein Leben voller persönlicher Dramen zu „bescheren“ ohne das Buch dadurch künstlich dramatisch wirken zu lassen. Viel mehr fühlte ich mich reinversetzt in die alltäglichen Probleme die das Leben eben so mit sich bringt. Wahrscheinlich machte gerade das Sami mir so sympathisch.

Die Geschichte hatte durchweg einen roten Faden, so das eins das andere ergab und dennoch kaum vorhersehbar war oder jemals langweilig wurde.

Sollte jemand Bedenken haben, dieses Buch zu lesen, weil es auf einer Kinder-Palliativstation spielt, so kann ich eines sagen, natürlich sind ernste oder gar tödliche Erkrankungen bei Kindern absolut nicht schön, in diesem Buch stehen sie allerdings nicht im Fokus. Die Triggerwarnung sollte man dennoch beachten sollte man das Gefühl haben, dass dieses Buch etwas in einem auslösen könnte.

Cover und Klappentext sprechen ebenfalls für sich und haben mir von Beginn an sehr gut gefallen.

Fazit:
Ein wundervolles und gefühlvolles Buch welches einen einfach mit sich reißt und so schnell nicht mehr loslässt.

Mittwoch, 24. August 2022

Rezension zu "Zwei Herzen unter acht Millionen" von Kate Spencer [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10759-0

Erschienen am: 09.05.2022

Seiten: 480



Einzelband



Klappentext:


Es ist nur einer dieser New Yorker Momente: Die verrücktesten Dinge geschehen, aber wenige Minuten später ist es, als wären sie nie passiert. So redet sich Einrichtungsdesignerin Fran die peinlichste Szene am schrecklichsten Tag ihres Lebens schön. Dabei sieht sie den Moment noch genau vor sich: Wie sie frisch gefeuert und schwitzend in die überfüllte U-Bahn sprintet, ihr Kleid in der Tür einklemmt, es am Rücken aufreißt, und ihr ein attraktiver Fremder sein rettendes Gucci-Sakko um die Schultern legt – um zu verhindern, dass sie ganz New York ihre Unterwäsche präsentiert. Als Fran wenig später online ein Video von der Begegnung mit ihrem geheimnisvollen Retter entdeckt, das angeblich den Beginn einer echten Lovestory zeigt, möchte sie noch weiter im Erdboden versinken. Zum Glück ist das Schöne am Leben in einer Stadt mit acht Millionen Einwohnern, dass man sich sowieso nie wiedersehen wird. Oder?


Meine Meinung:


Bei „Zwei Herzen unter acht Millionen“ handelt es sich um den Debütroman der Autorin. Bereits mit diesem Buch, hat die Autorin es geschafft sich in mein Romance-liebendes Herz zu schleichen. 

Direkt mit dem Einstieg in das Buch begibt man sich mit Fran und Hayes auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und das aber durchweg im positiven Sinne. Versehen mit sehr viel Humor verfolgt man eine Liebesgeschichte der besonderen Art und kann sich als Leser natürlich denken, dass die Protagonisten sich früher oder später näher kommen werden und doch kommt die ein oder andere absolut unvorhergesehene Komponente, die einen mit den beiden mitfiebern lässt.

Fran und Hayes Geschichte wird abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt. Mir persönlich hat gerade dieser Perspektivenwechsel der beiden Protagonisten gefallen, da man so von beiden sehr genau die jeweiligen Gefühle und Gedanken, verstehen und auch nachvollziehen konnte. So hat man als Leser stets den aktuellen Gemütszustand vor Augen während die Protagonisten noch „umeinander umher schleichen“. Somit war man als Leser den beiden Protagonisten einfach immer voraus, dies hat der Spannung dennoch nicht seinen Abbruch getan.

Der Schreibstil ist fließend und sehr harmonisch. Die Geschichte konnte mich direkt in den Bann nehmen und mit sich reißen. Das Setting war grandios. Ich selbst, war noch nie in New York und konnte mir dennoch alles sehr gut an Hand der Beschreibungen vorstellen. Zeitweise hatte ich eher das Gefühl ich würde eine romantische Komödie im Fernsehen sehen, statt einem Buch zu lesen so bildlich war diese Geschichte. Umso mehr habe ich nun ein wenig das „Verlangen“ selbst endlich mal nach New York zu reisen um die bekannten Touristenpunkte zu besichtigen und ein wenig auf den Pfaden von Fran und Hayes zu wandern.

Die Protagonisten und auch Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet und harmonieren wunderbar miteinander. Gerade Frans beste Freundinnen haben mir sehr gut gefallen und auch der Austausch zwischen den dreien war durchaus amüsant. Hayes scheint zunächst eher unterkühlt und abweisend, konnte im Verlauf der Geschichte allerdings nicht nur Frans Herz sondern auch meines erobern.

Welche Irrwege die beiden dabei in Kauf nehmen müssen, muss man dann aber schon selbst lesen. Ich kann dazu definitiv nur raten. Denn dieses Buch fällt für mich absolut und die Kategorie Wohlfühlroman.

Fazit:
Dieses Buch nimmt einen von Beginn an in den Arm und verfestigt seine Umarmung im Verlauf immer weiter. Der Autorin ist somit ein wundervolles Debüt geglückt und ich bin sehr gespannt, ob wir noch weitere Bücher der Autorin lesen werden dürfen.

Dienstag, 16. August 2022

Rezension zu "Leuchtfeuer" von Corina Bomann [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-60226-2

Erschienen am: 27.06.2022

Seiten: 624


Die Waldfriede-Saga

1. Sternstunde // 27.12.2021

2. Leuchtfeuer // 27.06.2022

3. Sturmtage // voraussichtlich 28.12.2022

4. Wunderzeit // voraussichtlich 12.07.2023


Klappentext:


Berlin-Zehlendorf, 1933. Gerade als sich das Waldfriede endlich einen Namen gemacht hat und Klinikleiter Conradi in die Berliner Chirurgische Gesellschaft aufgenommen wird, ziehen mit der Machtergreifung der Nazis dunkle Wolken am Horizont auf. Plötzlich steht das Waldfriede und sein Personal unter Beobachtung. Doch die junge Kinderschwester Lilly sorgt sich weniger um sich selbst als um ihre kleinen schutzbedürftigen Patienten und die Menschen, die ihr nahestehen: Längst hat sie erkannt, dass ihre Gefühle für den Arzt Rudolph Kirsch über ein rein berufliches Verhältnis hinausgehen. Sie ahnt, dass sie nicht als Einzige ein Geheimnis verbirgt. Die Zeiten werden immer bedrohlicher, und Lilly immer verzweifelter: Soll sie alles riskieren – um am Ende vielleicht alles, was ihr am Herzen liegt, zu verlieren?


Meine Meinung:


Wow, einfach wow. 😯 Ich persönlich lese ja wahnsinnig gerne historische Romane, jedoch schrecken mich mehr als 450 Seiten Bücher meistens eher ab. Nachdem ich Anfang des Jahres aber Band 1 der „Die Schwestern vom Waldfriede“-Reihe in den Händen hielt, musste ich noch nicht mal den Klappentext lesen um zu wissen, dieses Reihe möchte ich unbedingt lesen. Geht es doch um meine Lieblingsstadt zu meiner liebsten historischen Zeit und dann auch noch um die Entstehung eines Krankenhauses. Band 1 durfte also einziehen und wurde dann im Juni endlich gelesen kurz bevor Band 2 erschien.


Band 2 knüpft nahtlos dort an, wo Band 1 endet und sollte daher nicht unabhängig voneinander gelesen werden. Möglich wäre es aber natürlich schon.

Der Schreibstil ist bildlich und so fließend, dass ich einfach nur durch die Seiten geflogen bin und irgendwann gar nicht mehr das Gefühl hatte, ein so „dickes“ Buch in den Händen zu halten.

Die Lesestunden flogen somit einfach an mir vorbei und ich konnte das Buch einfach nicht mehr beiseite legen.

Die Hauptprotagonisten in diesem Bin ist die junge Lilly, welche als Kinderkrankenschwester ans Waldfriede kommt und dort ihr Glück in ihrem Beruf sucht. Lilly ist eine sehr emphatische und pflichtbewusste Krankenschwester mit einem Geheimnis, welches am Waldfriede keiner erfahren darf, da sie befürchtet, dass sie ihre Anstellung sonst wieder verliert. So gerät man als Leser mit in den Strudel von Lillys Leben zwischen Klinik und Privatleben, in dem sie versucht beiden gerecht zu werden und erkennt, dass sie über sich herauswachsen muss, wenn sie beschützen möchte, was ihr wichtig ist.

Mir hast die Protagonisten sehr gut gefallen und ich konnte mich sehr gut in ihre Person und ihre Gedanken hineinversetzen.

Auch altbekannte Gesichter trifft man wieder und auch dieses mal lacht und leidet man mit ihnen. Die „Einschübe“ aus der tatsächlich existierenden Chronik des Krankenhauses Waldfriede fand ich persönlich sehr gut gewählt und machen nochmal deutlich, dass es dieses Krankenhaus zu der Zeit tatsächlich so gab und heute noch gibt. Man merkt, dass die Autorin da sehr gut und intensiv nachgeforscht hat und fühlt richtig diesen Geist, den das Krankenhaus umgibt. (Meiner Meinung nach)

Fazit:
Ein großartiges Buch aus einer der dunkelsten Zeiten Deutschlands, welches einen mitreißt und so schnell nicht mehr loslässt.

Montag, 8. August 2022

Rezension zu "Genieße jeden Moment" von Audrey Carlan [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Heyne

ISBN: 978-3-453-42457-9

Erschienen am: 09.05.2022

Seiten: 416


My Wish-Reihe

1. Breite deine Flügel aus // 09.11.2021

2. Strahle wie die Sonne // 08.02.2022

3. Genieße jeden Moment // 09.05.2022

4. Greife nach den Sternen // voraussichtlich 10.08.2022


Klappentext:

Seit sie denken kann, hat sich Isabeau verloren gefühlt, so als würde ihr etwas Entscheidendes fehlen. Als an ihrem 25. Geburtstag zwei Frauen vor ihrer Tür stehen und behaupten, ihre Schwestern zu sein, ist Izzy verwirrt, wütend, aber auch neugierig. Sie liest die Briefe ihrer verstorbenen Mutter Catori und macht sich klopfenden Herzens auf den Weg nach Pueblo, Colorado. Mit jedem Schritt, den sie ihrer neuen Familie näherkommt, beginnt sich die Leere in ihr zu füllen. Izzy beschließt, bei ihren Schwestern zu bleiben, nicht nur, um ihr indigenes Erbe besser zu verstehen, sondern auch wegen des attraktiven Kyson, der eine Traurigkeit in seinen Augen hat, die sie selbst nur zu gut kennt. Doch reicht gegenseitiges Verständnis aus, um einander zu heilen? Izzy hat einen Wunsch in ihrem Herzen, der immer stärker wird …


Meine Meinung:

„Genieße jeden Moment“ ist Band 3 aus der Reihe „My wish“ der bekannten Autorin Audrey Carlan.

Mit diesen Büchern, hat die Autorin mir bewiesen, dass sie nicht nur „Erotikbücher“ schreiben kann sondern auch Geschichten, die unter die Haut gehen, einen berühren und fühlen lassen.

Dennoch bin ich nach dem Lesen von Band 3 etwas ernüchtert.

Während ich Band 1 und 2, Band 2 sogar noch etwas mehr, sehr gemocht habe, hatte ich bei Band 3 das Gefühl, dass zwar die Hauptprotagonisten pro Buch „ausgetauscht“ werden (man kennt sie zwar meist schon aus den vorausgegangen Buch, sie bekommen aber ihre eigene Geschichte), der Plot an sich ist jedoch nicht neu und ähnelt immer stark den anderen Büchern. Das fand ich persönlich sehr schade, denn so hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, die Geschichte kenne ich so oder so ähnlich schon nur mit anderen Personen.

Auch der ein oder andere „Logikfehler“ blieb dieses Mal nicht verborgen, den ich nicht ausführlich ausführen möchte (Spoilergefahr), jedoch tauchte in Band 3 eine Szene auf, welche in Band 2 das Ende darstellte. Sie schien in Band 3 jedoch ein klein wenig anders abzulaufen als in Band 2 beschrieben und das verwirrte mich dann doch sehr.

Am Schreibstil gibt es weiterhin nichts zu meckern. Audrey Carlan steht ja seit vielen Jahren eher für „derbere“ Bücher, in denen es sehr viel um Erotik, körperliche Anziehung und Sex und eher hintergründig um „große“ Gefühle geht. Das ist bei dieser Reihe tatsächlich ein klein wenig anders. Natürlich spielt auch hier die körperliche Zuneigung eine Rolle, jedoch nicht so stark wie in bereit zuvor erschienen Reihen. Diese Bücher sind also teilweise sehr Gefühlvoll und mit wirklich tollen zum nachdenken anregenden Sätzen versehen, dass man zeitweise das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen kann.

Fazit:
Ein nettes Buch für zwischendurch, welches einen in ein wundervolles Setting und eine tolle Kleinstadt abtauchen lässt, einen jedoch immer wieder deutliche parallelen zu den Vorbänden aufweist und somit zeitweise etwas langatmig wirkt.

Mittwoch, 3. August 2022

Rezension zu "Die Galerie am Potsdamer Platz" von Alexandra Cedrino [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0377-1

Erschienen am: 24.05.2022

Seiten: 384


Die Galeristinnen-Triologie

1. Die Galerie am Potsdamer Platz // 24.05.2022

2. Zeitenwende am Potsdamer Platz // 28.06.2022

3. Wiedersehen am Potsdamer Platz // 21.07.2022


Klappentext:

Alice zieht nach Berlin, um Anschluss an ihre Familie, einstmals angesehene Kunsthändler, zu finden. In der pulsierenden Hauptstadt fühlt sie sich sofort wohl und entdeckt ihr Talent als Fotografin. Und sie verliebt sich stürmisch in den Deutsch-Iren John. Trotz vieler Widerstände plant Alice, die einst legendäre Galerie der Familie am Potsdamer Platz wiederzueröffnen. Dabei begegnet sie Erik, Erbe einer spektakulären Kunstsammlung. Doch ist er wirklich daran interessiert, ihr zu helfen? Es sind unruhige Zeiten, und der Aufstieg der Nationalsozialisten droht bald, all ihre Hoffnungen zu zerstören ... 


Meine Meinung:

Sobald ich einen neuen historischen Roman entdecke, überlege ich selten lange, und weiß meist schon in der ersten Minute, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. 


Natürlich schaue ich dann auch nochmal auf den Klappentext und der sagte mit bei „Die Galerie am Potsdamer Platz“ auch direkt zu.

Am Ende des Buches bleibt nun aber leider etwas Ernüchterung. Nicht weil ich das Buch schlecht fand, das war es absolut nicht. Aber irgendwie waren meine Erwartungen oder meine Vorstellungen von dem Buch eine andere.

Am Ende habe ich das Gefühl ich habe kaum etwas von dieser Galerie erfahren, um die es doch laut dem Titel gehen sollte.

Dafür hat mich das Buch mit seinem familiären Zwist an sich gefesselt. Alice die nach dem Tod ihrer Mutter nach Berlin kommt und dort nur teilweise mit offenen Armen empfangen wird, gerät recht schnell zwischen die „Fehde“ zwischen ihrer Großmutter und ihrer Tante. An dieser Stelle, hat mir die junge Frau einfach sehr leid getan.

Die Liebesgeschichte zwischen Alice und John hat mir sehr gut gefallen aber auch da war ich kurzzeitig verwirrt, als John plötzlich weg war.

Dennoch kann ich einfach nur nochmal sagen, dass ich mir irgendwie was anderes von dem Buch erwartet habe und daher mit sehr gemischten Gefühlen zurück bleibe. Da es sich bei dem Buch um den Auftakt einer Triologie handelt, bin ich noch am hadern, den beiden anderen Teilen eine Chance zu geben, wobei sie es sicherlich verdient haben.

Fazit:
Meine Gefühle sind gemischt und ich kann das Buch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen, kann aber auch nicht sagen, dass es nicht gut war.

Montag, 25. Juli 2022

Rezension zu "Up to date - 3 Dates machen noch keine Liebe" von Beth O'Leary [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Diana

ISBN: 978-3-453-36106-5

Erschienen am: 09.05.2022

Seiten: 416


Einzelband


Klappentext:


Drei Frauen. Drei Dates. Ein Mann, der nicht auftaucht … 8.52 Uhr: Siobhan ist mit Joseph Carter zum Frühstück verabredet. Sie war überrascht, als er das Date vorschlug – sonst trifft sie ihn spät abends im Hotelzimmer. Frühstück mit Joseph am Valentinstag bedeutet sicherlich etwas. Aber wo bleibt er nur? 14.43 Uhr: Der Valentins-Lunch mit Joseph Carter ist für Miranda das Zeichen, dass die Dinge zwischen ihnen ernster werden. Wann er wohl endlich kommt? 18.30 Uhr: Auf einer Verlobungsparty will Joseph Carter für Jane den Fake-Boyfriend spielen. Sie kennen sich noch nicht lange, aber ihre Verbindung ist schnell der beste Teil von Janes neuem Leben in Winchester geworden. Joseph hat versprochen, ihren Abend zu retten. Aber er ist nicht hier …


Meine Meinung:



Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil ich einfach schon sehr viel gutes über die zuvor erschienen Bücher der Autorin gehört habe und auch hier fand ich Klappentext und Cover absolut ansprechend. Das Cover passt auch zu den zuvor erschienen Büchern der Autorin und hat somit einen absoluten Wiedererkennungswert, was ich persönlich sehr mag. 

Leider war ich dann doch recht schnell ernüchtert von der Geschichte an sich. Zunächst fiel es mir irgendwie schwer generell reinzukommen in die Geschichte. Die Erzählweise fand in 3 verschiedenen Sichtweisen statt und zwar aus der Sicht, der drei Frauen. Obwohl über jedem neuen Kapitel stand aus wessen Sichtweise denn nun berichtet wird, verwirrte mich das dennoch sehr.

Zwischen drin erschien mir das Buch dann leider sehr langatmig und wenig unterhaltsam. Gefühle fehlten hier meiner Meinung nach gänzlich so dass ich leider auch keinen richtigen Bezug zu den Protagonisten aufbauen konnte.

Je weiter ich dann las, obwohl ich zwischendrin wirklich überlegte das Buch abzubrechen, umso verwirrter wurde ich dann weiterhin.

Am Ende angelangt machte die Geschichte dann endlich eine Sinn. Diese Ausgangssituation, fand ich dann tatsächlich sehr gut, jedoch ärgerte es mich dennoch, dass ich mich so durch das Buch „quälen“ musste um es am Ende dann endlich verstehen zu können, wieso alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.

Jedoch muss man der Autorin hier dann zu Gute halten, dass ich bisher keinen Liebesroman gelesen habe, der mit solch einem Plotttwist überrascht und im Endeffekt, fand ich den dann auch wirklich gut.

Fazit:
Trotz einem richtig tollen Ende, kann ich dieses Buch leider nur eingeschränkt weiterempfehlen, weil es zwischendrin einfach wirklich sehr langatmig ist.

Sonntag, 24. Juli 2022

Rezension zu "Das Haus der Hebammen - Susannes Sehnsucht" von Marie Adams [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-1037-5

Erschienen am: 16.05.2022

Seiten: 416


Die Hebammen von Köln

1. Susannes Sehnsucht // 16.05.2022

2. Carolas Chance // 18.07.2022

3. Ellas Entscheidung // voraussichtlich 21.09.2022


Klappentext:


Köln. Susanne, Carola und Ella arbeiten als Hebammen im selben Krankenhaus und sind gute Freundinnen. Als sie in der Cranachstraße 21 ein leer stehendes Haus entdecken, entscheiden sie sich, ein Geburtshaus zu gründen. Sie träumen davon, den werdenden Müttern und deren Babys die bestmögliche Geburt zu schenken – voll Geborgenheit und Wärme – und sie auch danach weiter zu begleiten. Als Susanne eine Frau betreut, die vorgibt, ihr erstes Kind zu erwarten, erkennt die erfahrene Hebamme anhand einiger Narben sofort die Lüge. Warum verheimlicht ihre Patientin die frühere Geburt? Sofort reißen bei Susanne alte Wunden auf. Denn sie hat in jungen Jahren eine Tochter geboren, die sie weggeben musste …


Meine Meinung:


Ich hatte von der Autorin zuvor noch nie gehört. Wurde aber dadurch, dass das Buch ja auch einem Roman aus dem Gesundheitswesen zugeordnet werden kann direkt vom Thema angesprochen.

Einmal begonnen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und das Thema, welches sie in ihrem Buch aufgreift, ist gerade auch heute noch aktuelle denn je. So geht es in erster Linie zwar um die Gründung des ersten Geburtshauses, welches tatsächlich erst im Jahr 1989 erfolgt ist, aber auch um die selbstbestimmte Geburt und dass man sich als Schwangere selbst aussuchen darf, wie und wo man gerne entbinden würde. Denn so eine Geburt ist in erster Linie eben nicht nur mit Schmerz zu betrachten sondern auch mit einem einschneidenden Erlebnis für jede Frau aber auch ihren Partner.

In Anbetracht dessen, dass ich vor zwei Jahren mein erstes Kind auf die Welt gebracht habe und in wenigen Wochen vor der Geburt des zweiten Kindes stehe, hat mich dieses Buch natürlich sicherlich nochmal auf ganz andere Art berühren können als wenn ich wohl gerade nicht schwanger gewesen wäre beim Lesen. So musste ich dann auch schon bei einem Schicksalsschlag in dem Buch besonders schlucken und konnte dann auch erstmal gar nicht weiterlesen, weil es mir so sehr unter die Haut ging.

Doch nicht nur das Geburtshaus an sich und der Zwist zwischen Krankenhaus und Geburtshaus steht hier im Fokus. Auch das Privatleben der Protagonisten wird auf sehr tolle Weise zum Ausdruck gebracht und brachte mich den drei Frauen auch direkt näher, so dass ich alle drei sehr schnell ins Herz schloss.

So hat es mir auch sehr gut gefallen, dass die drei zwar im Grunde ihre Liebe zum Beruf teilten, sich sonst aber sehr stark voneinander unterscheiden und auch sehr unterschiedliche Lebensstrukturen haben. Dennoch halten die drei wie Pech und Schwefel zusammen. Ich bin also letztlich einfach nur durch das Buch geflogen.

Fazit:
Ein wundervoller Auftakt einer vielversprechenden Triologie, deren Bücher jedoch auch unabhängig voneinander gelesen werden können.

Mittwoch, 20. Juli 2022

Rezension zu "Still with you" von Morgane Moncromble [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: LYX

ISBN: 978-3-7363-1552-5

Erschienen am: 26.11.2021

Seiten: 400


Einzelband


Klappentext:


Lara und ihre Zwillingsschwester Amelia haben bislang alles miteinander geteilt, allem voran ihre Leidenschaft für Akrobatik. Doch seit sich die Highschool ihrem Ende nähert, scheint sich Amelia immer mehr von Lara zu distanzieren. Lara setzt alles daran, ihr größtes Hobby zum Beruf zu machen und trotz der Vorurteile gegenüber ihrem Gewicht und ihrer Selbstzweifel an einer prestigeträchtigen Akrobatikschule angenommen zu werden. Und als ihre Schwester nicht mal mehr mit ihr trainieren möchte, bleibt ihr keine andere Wahl, als sich kurzerhand einen neuen Partner zu suchen: ihren Nachbarn und Klassenkameraden Casey, der ihr Herz gefährlich schnell schlagen lässt ...


Meine Meinung:


Für mich war dies das zweite Buch der Autorin und ich habe mich direkt wieder in alles an diesem Buch verliebt. 

Die flüssige, sehr gefühlvolle Schreibweise. Die sehr plastisch und realistisch wirkenden Protagonisten. Morgane Moncromble versteht es in ihre Geschichten Thematiken zu packen, welche unter die Haut gehen und setzt diese meiner Meinung nach sehr gut um. Passend dazu gibt es natürlich auch eine Triggerwarnung. Diese steht am Ende des Buches, man wird aber bereits bevor man beginnt das Buch zu lesen darauf hingewiesen.

Mit Lara bin ich als Protagonistin sehr schnell warm geworden. Ihre ganze Art hat mir sehr gut gefallen und sehr oft hatte ich das Gefühl, ich müsse dieses zauberhafte Wesen nun einfach mal in den Arm nehmen und trösten. Gerade dann wenn ihre Mutter es mal wieder auf sie „abgesehen“ hatte.

Die toxische Art ihrer Mutter, war für mich persönlich alles andere als schön, macht diese Geschichte aber nun zu weiten Teilen eben aus.

Der Aufbau von Laras „Beziehung“ zu Casey, ist für mich durchaus geglückt. Dabei ist das Tempo der beiden langsam und äußerst gefühlvoll. Durch die wechselende Erzählperspektive aus Laras sowie Caseys Sichtweise kann man sich auch bin beide sehr gut reinversetzen und lernt beide auf ihre eigene Art kennen. Zusammen sind die beiden einfach echt unwiderstehlich. Neben all den „harten“ Themen schafft es die Autorin aber auch immer wieder humorvolle Seiten in das Buch einzubinden, welches dieses Buch für mich zu etwas ganz besonderem macht

Das Alter der Protagonisten ist mit 17 zwar eher nicht im New Adult Bereich „anzusiedeln“ auf Grund der Thematik welche die Triggerwarnung jedoch preisgibt, würde ich es allerdings überhaupt nicht in den Young Adult Bereich einordnen.

Das Cover hat mich persönlich direkt angesprochen. Es ist nicht besonders auffallend oder hervorstechend. Dennoch mit der Blumenranke, meiner Meinung nach, besonders schön.

Fazit:

Ein wundervolles Buch mit so viel Gefühl, Hoffnung aber auch einer Spur Traurigkeit, welches ich gerne immer wieder lesen würde.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Rezension zu "Die Engel von Berlin" von Hanna Lucas [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52772-6

Erschienen am: 01.04.2022

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext:


1931: Für die lebenslustige Martha aus London ist Berlin eine faszinierende Stadt. Die häusliche Annegret lernt die Engländerin am Alexanderplatz kennen, mit ihr soll sie eine Gruppe junger Pfadfinderinnen im Grunewald leiten. Obwohl die beiden Frauen kaum unterschiedlicher sein könnten, entsteht eine tiefe Freundschaft, die durch den Krieg und Annegrets Mann auf eine harte Probe gestellt wird. Während Annegret Kinder vor der Deportation zu retten versucht, unternimmt Martha in London alles, um ihrer Freundin zu helfen. Aber dann nehmen die Luftangriffe der Deutschen auf London zu und damit ändert sich die Sicht vieler Engländer.


Meine Meinung:


Durch Zufall wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Da ich ein großer Fan von historischen Romane bin, fühlte ich mich bei diesem Buch natürlich direkt vom Klappentext angesprochen.

Schon der Einstieg ins Buch gefiel mehr sehr gut und ich wurde direkt mitgezogen in die bewegende Vergangenheit unserer Vorfahren. Dieser rote Faden zog sich durchweg durch die ganze Geschichte, so dass es mir immer wieder sehr schwer fiel den Lesefluss zu unterbrechen wenn ich das Buch mal beiseite legen musste.

Die Freundinnen Annegret und Martha sind absolut authentisch und detailreich beschrieben und jede ihrer Handlungen und Gedankengänge ist absolut nachvollziehbar. Gerade ihre Ängste und Sorgen in der Kriegszeit gingen mir unter die Haut und auch wenn die Thematik sicher schon in einigen Büchern aufgegriffen wurde, welche ich gelesen habe, so ist mir auch diese Geschichte wieder unter die Haut gegangen. Wie sich jede auf ihre Art in einer absolut schwierigen Zeit für ihre Mitmenschen einsetzt und dabei selbst wahnsinnig viel riskiert, zeigt, wie viel ihnen ihre Mitmenschen bedeuten und dass sie niemals jemanden auf Grund seiner Herkunft oder Religion verurteilen würden. Dafür riskieren die beiden Frauen jedoch sehr viel. Und auch sie selbst müssen mit Niederlagen und Rückschlägen zurecht kommen.

Der Schreibstil der Autorin hat mich ab der ersten Seite für sich einnehmen können. Ist mitreißend und lässt sich fließend lesen. Auch das Cover spricht für sich und passt meiner Meinung nach hervorragend zu dem Buch.

Ich bin jetzt schon gespannt ob wir in Zukunft noch mehr von der Autorin lesen werden dürfen.

Fazit:

Eine aufwühlende und mitreißende Geschichte, der mich zutiefst erschüttert hat, obwohl schon sehr viele historische Romane aus der gleichen Zeit gelesen habe.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Rezension zu "Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste" von Anne Stern [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-00423-0

Erschienen am: 12.04.2022

Seiten: 352


Die Lichterfelde-Reihe

1. Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste // 12.04.2022

2. Die Frauen vom Karlsplatz - Henny // 14.06.2022

3. Die Frauen vom Karlsplatz - Vera // 16.08.2022

4. Die Frauen vom Karlsplatz - Maria // voraussichtlich 18.10.2022


Klappentext:


Lichterfelde, 1892: Zusammen mit ihrer Familie ist die junge Auguste in die neu gegründete Villenkolonie im Süden Berlins gezogen. Dort soll sie eine höhere Mädchenschule besuchen und auf ihre gesellschaftliche Rolle als Ehefrau vorbereitet werden. In der Unternehmertochter Lotte findet sie eine Seelenverwandte. Die neue Freundin ist ein Freigeist und sehnt sich danach, aus dem Korsett der wilhelminischen Gesellschaft auszubrechen. Aber eine Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen will, gilt schnell als Rebellin. Als Auguste verlobt werden soll, ahnt sie nicht, welch dramatische Wendung ihr Leben in diesem Jahr nehmen wird …


Meine Meinung:

Bei „Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste“ handelt es sich um den Auftaktband der neuen Reihe von Anne Stern. Insgesamt wird es 4 Bände geben wovon der letzte voraussichtlich im Oktober 2022 erscheinen wird.

Die Bücher erstrecken sich über eine Zeitspanne von 1892 (Band 1) - 1968 (Band 4). Da die Bücher meinen Gedanken nach aufeinander aufbauen werden empfiehlt es sich, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Bei der Auflage handelt es sich übrigens über eine Neuauflage, die Autorin hat dieses vor einigen Jahren bereits schon mal im Selfpublishing veröffentlicht.

Ich wurde durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam. Ich lese gerne historische Romane, allerdings eher welche mit dem Schwerpunkt im zweiten Weltkrieg oder der deutsch-deutschen Teilung. Dass hier die Geschichte nun noch weit vor dem ersten Weltkrieg beginnen würde, war für mich erstmal eher abschreckend. Doch ich wurde schnell von etwas besserem belehrt.

Bedingt durch den bildlichen Schreibstil der Autorin wurde ich unmittelbar mit Beginn der Geschichte praktisch in das Buch „eingesaugt“. Die Autorin legt in ihrer Geschichte einen besonderen Blickwinkel auf die Emanzipation der Frau, welche schon damals wohl eine große Rolle spielt und schaffte es, dass Auguste zwar auf den ersten Blick wie das „gehorsame“ Mädchen wirkte, auf den zweiten Blick jedoch ganz klar ihren eigenen Kopf hatte und sich so schnell nichts vorschreiben lies. Dabei ist für mich persönlich gerade dieser Konflikt und die „Verwandlung“ der jungen Auguste interessant gewesen.

Auch das Berlin der damaligen Zeit fand ich faszinierend. Man merkt, dass Anne Stern ganz toll recherchiert hat und somit ein lebendiges Bild des Kaiserreichs erschaffen hat.

Fazit:

Ein wundervoller Roman mit einer starken Protagonistin. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen.