Mittwoch, 13. April 2022

Rezension zu "Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt) von Mimi Steinfeld [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Goldmann

ISBN: 978-3-442-49170-4

Erschienen am: 14.02.2022

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext: 


Cressidas Probleme lassen sich schnell aufzählen: zu wenig Geld, zu viele Dates, zu viele anstrengende Familienmitglieder. Dazu noch Mika, der One-Night-Stand ihrer Mitbewohnerin, der sich in ihrer WG einquartiert hat. Ganz oben auf der Liste steht allerdings Cressis Mutter Eveline. Genauer gesagt deren Beerdigung und letzter Wunsch: Ihre Asche soll illegalerweise im Englischen Garten verstreut werden, außerdem hat sie Cressi auch noch ein altes Bistro hinterlassen. Kein Wunder, dass Cressi ständig ihren Therapeuten, Herrn Lindholm, anrufen muss. Ihr Leben ist ein einziger Notfall! Aber womöglich könnte Mika ihr dabei helfen, das Leben und ihr Herz in den Griff zu bekommen ...


Meine Meinung:


Schon der Klappentext sorgt für Lacher, einmal das Buch begonnen verleitet es auch einen ganz stark dazu, es nicht mehr beiseite zu legen. Die Kapitel sind kurz und somit fliegt man gefühlt einfach durch das Buch. Dabei bleiben die Lachtränen nicht verborgen. Der Humor dieses Buches ist besonders, es strotzt vor Ironie und Sarkasmus und hat mir besonders gut gefallen. In Anbetracht der eigentlich traurigen Situation dass die Mutter der Protagonistin kürzlich verstorben ist, darf man in diesem Buch eben nicht alles so ernst nehmen. Mag für den ein oder anderen vielleicht makaber sein, hat mir persönlich aber tatsächlich sehr gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin, von der ich zuvor im Übrigen noch nie was gelesen habe, sie ist jedoch bekannt als Jugendbuchautorin Beate Terese Hanika, ist bildlich und lässt sich sehr flüssig lesen. 

Die Protagonistin Cressi ist speziell. So sind mir bei ihr einige Gegensätze aufgefallen, die so gar nicht zueinander passen und dennoch trifft es auf sie einfach zu. Cressida ist einerseits verschlossen, dann aber doch wieder sehr offen und in vielen Situationen nicht wortkarg wo ihr in anderen Momenten aber dann doch sehr oft die Worte fehlen. Insgesamt lässt sich Cressi sehr viel gefallen und merkt selbst auch, dass es eigentlich zu viel ist, sie aber nicht so richtig aus dieser Spirale rauskommt auch wenn sie es gerne würde, so ist sie ihren zwei Schwestern und ihren Tanten doch enger verbunden, als sie es manchmal oder auch des öfteren gerne wäre. Sie schafft es immer wieder sich in unmögliche Situationen zu bringen, findet aber mit Hilfe ihres Therapeuten da meist einen Ausweg. Ich persönlich hätte mir da allerdings ein paar „therapeutische“ Ansätze gewünscht, so wurden viele ihrer Probleme eher nur oberflächlich behandelt und das meiste doch eher auf ihre „Sexsucht“ geschoben. Von zu vielen Dates und One-Night-Stands konnte im Buch nun aber wirklich keine Rede sein. Insofern passt der Klappentext da für mich nicht ganz zu der Geschichte an sich. Tut der Geschichte aber natürlich keinen Abbruch.

Mir persönlich hat das Buch lustige Lesestunden bereiten können.

Fazit:
Dieses Buch ist anders als so mancher Roman. Ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass dieses Buch auch nicht für jeden was ist, daher kann ich an dieser Stelle sagen, dass nur diejenigen zu dem Buch greifen sollten welche mir schwarzem Humor, viel Ironie und Sarkasmus klarkommen und dies deutlich von dem eigentlich traurigen Hintergrund der Geschichte trennen können.

Sonntag, 27. März 2022

Rezension zu "Breite deine Flügel aus" von Audrey Carlan [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Heyne 

ISBN: 978-3-453-42430-2

Erschienen am: 09.11.2021

Seiten: 384


My Wish-Reihe

1. Breite deine Flügel aus // 09.11.2021

2. Strahle wie die Sonne // 08.02.2022

3. Genieße jeden Moment // voraussichtlich 09.05.2022

4. Greife nach den Sternen // voraussichtlich 10.08.2022


Klappentext:


Jedes Jahr an ihrem Geburtstag öffnet Suda Kaye Ross einen der Briefe, die ihre Mutter Catori vor ihrem Tod geschrieben hat. Darin wünscht sie ihrer Tochter Freiheit und Abenteuer, ein erfülltes Leben. Jetzt, zu ihrem 28. Geburtstag, hat Catori einen anderen Wunsch für Suda Kaye: Nach 10 Jahren, in denen sie die Welt gesehen hat, soll sie nun in ihren Heimatort Pueblo in Colorado zurückkehren. Zurück zu ihrer älteren Schwester Evie, zu ihren indigenen Wurzeln – und zurück zu Camden, dem Mann, den sie damals einfach hat sitzen lassen. Camden ist inzwischen verlobt und zu Recht wütend auf Suda Kaye. Doch das Knistern zwischen ihnen ist noch genauso stark wie früher. Wenn Suda Kaye einen Wunsch frei hätte, hätte er viel mit ihm zu tun …


Meine Meinung:


Vor vielen Jahren habe ich die Autorin durch ihre „Calender Girl“ Reihe für mich entdeckt gehabt, welche ich sehr gefeiert und innerhalb von wenigen Tagen alle vier Bände verschlungen hatte. Nachfolgende Bücher der Autorin hatten mir dann allerdings leider weniger zugesagt, da es mir dort der erotische Aspekt zu sehr im Vordergrund stand ohne weitere große Tiefe. 


So war ich nun bei diesem ersten Band der neuen Reihe durchaus skeptisch. Ich kann vorweg nehmen, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Angesprochen durch Klappentext und dem traumhaften Cover, welches hervorragend zur Thematik und Geschichte in dem Buch passt, habe ich beschlossen gehabt, diesem Buch und eventuell auch dieser neuen Reihe der Autorin eine Chance zu geben.

Der Schreibstil ist wie auch bei anderen Büchern der Autorin sehr flüssig und lässt sich dementsprechend sehr gut und leicht lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten.

Die Geschichte von Suda Kaye, die dabei erzählt wird, ist mit sehr viel Tiefe und sehr einfühlsam geschrieben. Der Erotikanteil, für den die Autorin mittlerweile nun mal sehr bekannt ist, findet in diesem Buch sehr wenig Platz, was mir nun doch ausgesprochen gut gefallen hat. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht prüde oder so, aber wenn auf jeder zweiten Seite die Protagonisten übereinander herfallen, dieser Akt über 10 Seiten ausführlichst beschrieben wird und es dann nach wenigen Seiten wieder von vorne losgeht, dann macht mir das Lesen eben einfach keinen Spaß.

Hier war nun, sehr zu meiner Freude, genau das Gegenteil der Fall. Suda Kaye ist eine Protagonistin mit sehr viel Tiefe, welche zwar nach einer langen Reise, deren Grund ich sehr gut nachvollziehen konnte, leicht verunsichert und ruhelos wirkt, jedoch tief in ihrem Inneren sehr stark mit ihrer Heimat und ihrer verbliebene Familie verwurzelt ist. Wie sehr sie selbst sich gefühlsmäßig an einen Menschen bindet, zeigt sie, in dem sie nach all den Jahren und all den Erfahrungen und Erlebnissen auf ihrer Reise, dennoch an ihrem Ex-Freund Camden hängt. Camden wiederum ist jedoch seit kurzer Zeit verlobt und auf bestem Wege sein Leben für immer mit einer anderen Frau zu verbringen. Doch als Suda und Camden nach zehn Jahren wieder aufeinander treffen merkt man als Leser direkt, dass zwischen den beiden längst nicht alles geklärt ist, was durchaus nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, wie sie sich die Wege der beiden getrennt haben. Wie die Autorin hier Stück für Stück die Geschichte der beiden erzählt und die beiden sich gegenseitig öffnen lässt hat mir in diesem Buch am besten gefallen. Und so erlebt man als Leser hautnah die Aussprache zwischen den beiden Protagonisten, welche mir einfach das Herz erwärmt hat.

Ohne zu Spoilern möchte ich noch anmerken, dass das Ende in diesem Buch so klar scheint und sich dann doch ganz anders entwickelt. Diesen Plottwist mochte ich sehr, zeigt er doch, dass wir Menschen doch zeitweise viel zu schnell im Verurteilen und insbesondere in Vorurteilen sind.

Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne gefühlvolle Romane mit Wohlfühlcharakter liest.

Dienstag, 15. März 2022

Rezension zu "Acht perfekte Stunden" von Lia Louis [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10625-8

Erschienen am: 10.01.2022

Seiten: 384


Einzelband


Klappentext:


Alles hätte an diesem Tag geschehen können. Doch nie hätte Noelle geglaubt, dass ausgerechnet an diesem Tag ein Schneesturm sie auf der Autobahn festhalten würde – mitten in der Nacht, ohne Handyempfang. Und nie hätte sie gedacht, dass sie plötzlich im Wagen des charmanten Amerikaners Sam sitzen und bis in die frühen Morgenstunden das beste Gespräch ihres Lebens führen würde – acht perfekte Stunden lang. Aber Sam ist auf dem Weg zum Flughafen und beide wissen, dass sich ihre Wege am nächsten Tag für immer trennen werden. Doch was, wenn das Schicksal einen anderen Plan für sie bereithält?


Meine Meinung:


„Acht perfekte Stunden“ ist nach „Jedes Jahr im Juni“ das zweite Buch der Autorin und nachdem ich ihr erstes Buch im letzten Jahr von der Geschichte her sehr mochte, wollte ich natürlich auch gerne ihr neues Werk lesen.

Leider musste ich aber doch direkt zu Beginn feststellen, dass ich wie auch schon beim ersten Buch den Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig fand und eine Weile brauchte, bis ich mit diesem zurecht kam.

Während mich damals aber die Geschichte an sich total begeistern konnte, war ich dieses mal nicht ganz so glücklich mit der Storyline. Mir persönlich fehlten einfach die Emotionen. Für mich plätscherte die Geschichte so vor sich hin und es gab immer wieder Momente, welche ich nicht nachvollziehen konnte. So zum Beispiel dass Noelle schon recht schnell verliebt wirkte obwohl man von außen betrachtet gar nicht nachvollziehen konnte woran sie diese Verliebtheit festmacht oder welche Momente diese bei ihr ausgelöst haben.

Auch die Protagonisten sind meiner Meinung nach eher oberflächlich beschrieben. Vor allem über Sam erfährt man im ersten Teil des Buches sehr wenig und auch Noelle scheint eher unscheinbar. So scheint es gar als ob Sam gar kein Interesse an Noelle habe und sich Noelle eher in etwas verrennt.

Ich denke hier wäre es sicher sinnvoll gewesen, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen. Andererseits erhöht es natürlich den „Spannungsfaktor“ weil ich dadurch natürlich schon wissen wollte, wie es denn am Ende mit Noelle und Sam ausgeht und in welcher Beziehung Noelle zu ihrem Ex-Freund Ben stehen bleibt. Daher kann ich sagen, auch wenn mir vieles an dem Buch nicht zu 100% gefallen hat, so wollte ich es doch unbedingt zu Ende lesen um am Ende zu erfahren wieso alles so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das Durchhalten wurde dann auch tatsächlich belohnt, da die letzten knapp 100 Seiten dann wirklich das in mir hervorholten, was ich die ganze Zeit vermisst hatte. Die Gefühle, die Hoffnung und das Erleben einer ganz neuen Liebesgeschichte. Am Ende war ich dann etwas wehmütig, denn wäre das Buch die ganze Zeit so gewesen wie auf den letzten 100 Seiten dann wäre ich sicher total begeistert gewesen. So bleibt es leider nur ein nettes Buch für zwischendurch.

Hervorheben möchte ich aber gerne noch das Cover. Das hat mich mit seinen Farben und der Farbmischung direkt begeistert und passt meiner Meinung nach sehr gut zum ersten Buch der Autorin. Auch wenn die beiden Bücher inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, so finde ich es doch schön, wenn auch Buchcover einen gewissen Wiedererkennungswert haben.

Fazit:
Begonnen mit einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil und einer Geschichte der es meiner Meinung nach an Emotionen fehlt, ist dies ein ganz nettes Buch, welches man mal zwischendurch lesen kann aber nicht muss.

Samstag, 26. Februar 2022

Rezension zu "Unsere Zeit ist immer" von Sophie Cousens [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin 

ISBN: 978-3-328-10797-2

Erschienen am: 22.11.2021

Seiten: 496


Einzelband


Klappentext:


Zwei Dinge weiß Minnie ganz genau: Dass an ihrem Geburtstag immer alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann – und dass ein Mann namens Quinn der Grund dafür ist. Minnie ist ihm noch nie begegnet. Doch sie weiß, dass sie beide am Silvesterabend kurz nach Mitternacht im selben Londoner Krankenhaus geboren wurden. Quinn kam eine Minute früher zur Welt und gewann als erstes Neunzigerjahre-Baby fünfzigtausend Pfund, während Minnie leer ausging. Als sie sich an ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag durch einen Zufall kennenlernen, weiß Minnie endgültig, dass Quinn die für sie bestimmte Portion Glück einfach gestohlen hat: Im Leben des gutaussehenden, charmanten Unternehmers läuft alles glatt, während sie kurz davor ist, ihre Wohnung und den geliebten Job als Köchin zu verlieren. Doch wenn sie aus so unterschiedlichen Welten kommen, warum laufen sie sich fortan immer wieder über den Weg? Und warum lässt jede Begegnung Minnies Herz ein bisschen schneller schlagen?


Meine Meinung:


Wow, einfach wow. Dieses Buch hat es innerhalb weniger Tage geschafft mich aus einer wochen-langen Leseflaute rauszuholen. Kaum hatte ich das Buch begonnen war ich so gefesselt von der Geschichte von Minnie und Quinn, dass ich das Buch gar nicht mehr beiseite legen wollte.


Wir lernen Minnie und Quinn besser gesagt ihre Mütter im Jahr 1989 kennen. Beide stehen unmittelbar vor der Geburt ihrer Kinder. Das besondere daran? Es ist der Silvesterabend und demzufolge wurde ein Preisgeld für das Baby ausgelobt, welches als erstes im Jahr 1990 das Licht der Welt erblickt. Wieso das alleine nicht ausreicht um einen Zwist zwischen Tara und Connie (den Müttern) sowie unbewusst auch zwischen Minnie und Quinn zu entfachen ist Hauptbestandteil der Geschichte und hat mir besonders gut gefallen.

Die Geschichte lebt durch mehrere Faktoren. Zum einen wäre das der herrlich leichte Humor der Autorin, welcher mich immer wieder zum lachen brachte. Zum anderen durch die authentischen Protagonisten. So sind die absolut selbstzweifelnde und der scheinbar durchaus erfolgreiche Quinn nur auf den ersten Blick, das was sie zu sein scheinen und zwar eben selbstzweifelnd sowie erfolgreich. Beide Protagonisten haben ihre Päckchen die sie vor sich herschleppen und lediglich der Leser merkt, dass das Jahr 2020 in denen die Geschichte der beiden dann so richtig beginnt, gar nicht das erste „Aufeinander treffen“ der beiden, abgesehen von ihrer Geburt, ist.

Wie die beiden sich kennenlernten und dabei immer wieder gegenseitig „auf die Füße traten“ machte für mich den Reiz der Geschichte aus und sorgte dafür immer weiter lesen zu wollen. Wohltuend waren dabei die Rückblicke in die Geschehnisse der vergangenen Jahre, welche gut als Rückblick gekennzeichnet waren und somit zu keiner Zeit zu Verwirrung führen konnten.

Die Entwicklung von Minnie möchte ich an dieser Stelle nochmal besonders hervorheben. Ich liebte ihre selbstzweifelnde Art welche sich nach und nach auflöste und zu einer selbstbewussten und für sich einstehenden Frau entwickelte. Mit 30 Jahren steht Minnie nun zunächst noch gar nicht wirklich mit beiden Beinen im Leben, zumindest bekommt man das Gefühl vermittelt und genau das machte Minnie meiner Meinung nach aus. Im Leben geht es eben nicht immer nach „Leitlinie“ und manch 30-jähriger/manch 30-jährige weiß manchmal vielleicht einfach noch nicht wo er/sie hin will und das ist in meinen Augen auch vollkommen in Ordnung.

Besonders hervorheben möchte ich, dass die Autorin in diesem Buch auch mal mit den „typischen“ Klischees gebrochen hat und somit klarstellt, dass Geld haben oder reich zu sein nicht automatisch bedeutet, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Sondern dass es manchmal oder wahrscheinlich auch öfter, eben doch hinter der Fassade ganz anders aussehen mag. Auch wie sich die Liebesgeschichte zwischen Minnie und Quinn entwickelt, hat mir sehr gut gefallen. Und am Ende des Buches hat man dann ein wundervolles Happy End welches sich über viele Seiten langsam entwickelte und Stück für Stück aufbaute ohne künstlich oder erzwungen zu wirken.

Ich möchte natürlich auch noch über das Cover sprechen, das mit seinen bunten Funken natürlich wunderbar zum Beginn und dem Ende der Geschichte passt und zwar dem Silvesterabend. Die goldene Schrift ist ein absoluter Hingucker und fügt sich absolut harmonisch zu den restlichen Farben, die ich generell sehr mag. So ist das Cover für sich zwar einerseits schlicht und doch auffallend.

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte über zwei Menschen, welche nur auf den ersten Blick sind wie sie am Anfang des Buches erscheinen und sich dann zu wunderbaren Menschen entwickeln die man sehr gerne weiter auf ihrer Reise durch das Leben begleiten würde. Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen der eine leichte Liebesgeschichte mit jeder Menge Humor sucht.

Dienstag, 22. Februar 2022

Rezension zu "In ewiger Freundschaft" von Nele Neuhaus [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Ullstein

ISBN: 978-3-550-08104-0

Erschienen am: 18.11.2021

Seiten: 528


Bodenstein-Kirchhoff-Krimi (Taunus-Krimi)

1. Eine unbeliebte Frau // 03.04.2009

2. Mordsfreunde // 01.05.2009

3. Tiefe Wunden // 12.08.2009

4. Schneewittchen muss sterben // 09.06.2010

5. Wer Wind sät // 13.05.2011

6. Böser Wolf // 11.10.2012

7. Die Lebenden und die Toten // 10.10.2014

8. Im Wald // 14.10.2016

9. Muttertag // 26.11.2018

10. In ewiger Freundschaft // 18.11.2021


Klappentext:


Eine Frau wird vermisst. Im Obergeschoss ihres Hauses in Bad Soden findet die Polizei den dementen Vater, verwirrt und dehydriert. Und in der Küche Spuren eines Blutbads. Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum renommierten Frankfurter Literaturverlag Winterscheid, wo die Vermisste Programmleiterin war. Ihr wurde nach über dreißig Jahren gekündigt, woraufhin sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats ans Messer lieferte – ein Skandal und vielleicht ein Mordmotiv? Als die Leiche der Frau gefunden wird und ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia und Bodenstein auf ein gut gehütetes Geheimnis. Beide Opfer kannten es. Das war ihr Todesurteil. Wer muss als nächstes sterben? Pia und Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint ...


Meine Meinung:


„In ewiger Freundschaft“ ist bereits der 10. Band der Krimi Reihe rund um den Taunus von Nele Neuhaus. Das die Autorin dort selbst wohnhaft ist, merkt man sehr gut in den detailreichen Darstellungen der einzelnen Ortschaften, welche im Laufe der letzten Bücher alle zum Tragen kamen. 

Meiner Meinung nach kann man das Buch auch unabhängig von seinen Vorgängern lesen, da die Fälle an sich immer am Ende eines Buches abgeschlossen sind. Lediglich das Privatleben der Protagonisten entwickelte sich selbstredend über die vergangenen Jahre weiter. Leider muss ich an dieser Stelle aber anmerken, dass dieses Buch, meiner Meinung nach, nicht das stärkste Buch von Nele Neuhaus ist. Vielmehr bekam man das Gefühl, dass die Geschichte eher herbeigezogen wurde um überhaupt eine Fortsetzung der beliebten Reihe anbieten zu können.

Dies bezieht sich für mich jedoch rein nur auf die Geschichte. Der Schreibstil war wie immer flüssig und ließ sich sehr leicht lesen. Auch das Setting konnte mich wieder voll und ganz überzeugen, gerade da ich selbst aus der Region stamme, liebe ich die Reihe natürlich umso mehr, da ich einfach direkt beim Lesen immer ein Gefühl von Heimat habe.

Leider ist es auch wie bei allen vorangegangen Büchern so, dass zu Beginn einer Geschichte immer erstmal ganz viele Personen auftauchen, deren Namen man teilweise kaum auseinander halten kann. Glücklicherweise gibt es da jedoch immer ein Personenregister zu Beginn der Bücher, weshalb mich dieser Umstand gar nicht weiter stört.

Sehr gut gefallen hat mir, das Umfeld des Verlagswesens näher kennenzulernen, wobei auch da sicher das ein oder andere noch eher in die Tiefe hätte gehen können, jedoch hätte dies dann sicher noch mehr für zu viel Längen in dem Buch gesorgt. Dabei hat mir jedoch nicht gefallen, dass die bisherigen ersten Bücher von Nele Neuhaus nun in das Buch eingebunden wurden, in dem sie von Prof. Kirchhoff geschrieben wurden. Das war mir einfach reichlich suspekt und hat für mich persönlich einfach nicht gepasst. Denke aber das ist reine Geschmacksache.

Fazit:
Klassischer Nele Neuhaus Roman, welcher mir dieses Mal leider durch unnötige Längen den Lesefluss erschwert hat. Die Handlung konnte mich leider nicht richtig fesseln und somit hatte ich selten den Drang, direkt weiterlesen zu müssen.

Mittwoch, 16. Februar 2022

Rezension zu "Like fire we burn" von Ayla Dade [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10773-6

Erschienen am: 10.01.2022

Seiten: 512 


Winter-Dreams-Reihe

1. Like snow we fall // 09.11.2021

2. Like fire we burn // 10.01.2022

3. Like ice we break // voraussichtlich 09.11.2022

4. Like shadows we hide // voraussichtlich 11.01.2023


Klappentext:


Zwei Jahre und zweitausend Meilen Abstand zwischen ihnen waren nicht genug. Als Aria nach Aspen zurückkehrt, um das Bed & Breakfast ihrer kranken Mutter zu leiten, rechnet sie nicht mit der Wucht ihrer wieder aufflammenden Gefühle: Noch immer empfindet sie etwas für Wyatt, den charismatischen Eishockeyspieler, der sie damals so tief verletzt hat. Sie hat sich jedoch geschworen, ihm nicht mehr zu nahe zu kommen – was sich als unmöglich erweist, denn Wyatt muss notgedrungen ins B&B einziehen. Aria schöpft Hoffnung, als sie endlich jemand Neuen kennenlernt – und macht Wyatt klar, dass sie nur noch als Freunde Zeit verbringen können. Doch bei einem Ausflug ins verschneite Gebirge sprühen die Funken zwischen ihnen und Wyatt scheint sie mit aller Macht überzeugen zu wollen, dass Freundschaft nie genug sein wird …


Meine Meinung:


„Like fire we burn“ ist Band 2 der „Die Winter-Dreams Reihe“ von Ayla Dade, welche in Aspen in einem wunderschönen Setting spielt, in welches ich mich sehr schnell schon in Band 1 verliebt hatte.

Band 1 und 2 sind an sich unabhängig voneinander lesbar. Man erfährt zwar in Band 1 bereits ein wenig zur Geschichte, welche im zweiten Band dann fortgeführt wird, benötigt diese Vorkenntnis meiner Meinung nach allerdings nicht zwingend. Schön ist es natürlich die Protagonisten Knox und Paisley aus Band 1 wieder zu treffen wird jedoch nicht allzu viel, meiner Meinung nach, gespoilert was den Vorgängerband betrifft.

Bis hierhin so weit so gut. Was nun kommt, fällt mir leider alles andere als leicht zu schreiben, denn als ich die Bücher entdeckte, habe ich mich auf den ersten Blick direkt in die beiden Cover verliebt und finde sie passen optisch auch wunderbar zueinander sowie jeweils einzeln sehr gut zur jeweiligen Geschichte beziehungsweise zum Titel. Voller Vorfreude machte ich mich also zunächst an den ersten Band (um den es hier ja aber gar nicht weiter gehen sollte, möchte nur zum Verständnis kurz darauf eingehen) und musste am Ende feststellen, dass die Story ganz süß war, allerdings nicht so ganz meins. Umso gespannter war ich dann aber natürlich auf Band 2 da ich schon oft, gerade bei jungen/neuen Autoren gemerkt habe, dass sie mit jedem weiteren Buch eine „Steigerung“ ihrer Schreibkunst zeigen.

Dabei ist die Kunst des Schreibens der Autorin hier für mich gar nicht das Problem gewesen, denn der Schreibstil, der bildlich und flüssig war und in ein wundervolles Setting eingebunden war hat mir außerordentlich gut gefallen.

Doch was hat mich nun eigentlich gestört? Und hier kann ich einfach nur sagen, die Geschichte an sich, war einfach nicht meines. Aria kehrt zwei Jahre nachdem ihr Ex-Freund Wyatt sie betrogen hat zurück in ihre Heimat und ist zurecht verletzt auf Grund der damaligen Geschehnisse, bis dahin gehe ich auch vollkommen konform und kann das ganze sehr gut nachvollziehen. Ich kann es auch natürlich verstehen, dass man so etwas nicht vergessen kann und es immer an einer Person nagen wird. Für mich persönlich war allerdings nicht nachvollziehbar, dass sie nach zwei Jahren immer noch so verletzt ist, dass sie meiner Meinung nach im absoluten Selbstmitleid badet. Dieses Selbstmitleid begleitet sie dann allerdings über so eine lange Spanne, dass mich dieses hin und her einfach mit der Zeit sehr genervt hat. Auch wenn in der Zwischenzeit immer wieder schöne Dinge passiert sind, überwiegend bei den Nebencharakteren, so wurde dies doch für mich von der Trauer von Aria sehr überschattet. Die letzten 100 Seiten wurde es dann etwas lockerer, aber wirklich gefallen haben mir am Ende doch nur die letzten zehn Seiten. Daher bin ich am Ende froh gewesen, das Buch bis zum Ende gelesen zu haben, obwohl ich schon des Öfteren darüber nachgedacht habe es abzubrechen.

Positiv hervorheben kann ich aber an dieser Stelle natürlich auch, dass mir die Entwicklung von Wyatt sehr gut gefallen hat. Gerade in Band 1 hatte ich doch noch ein sehr negatives Bild von ihm als Knox besten Freund, vor Augen, der mit seinem Verhalten sehr überheblich und eher wie ein Prolet wirkt. Dieses Bild wurde im jetzigen Band sehr gut revidiert und schon bald hatte sich der smarte Eishockeyspieler in mein Herz geschlichen. Zwar gibt es noch immer ein paar Dinge, bei denen ich mich fragte, warum Wyatt nun so handelt wie er handelt, das jedoch fand ich allerdings nicht so gravierend.

Darüber hinaus konnte sich auch mein Bild von Harper wandeln, auch sie wirkte in Band 1 sehr unnahbar und arrogant und stellte sich nun aber als Arias beste Freundin als sehr liebenswerte und fürsorgliche Person heraus, welcher das Glück ihrer Freundin besonders am Herzen liegt.

Unterm Strich kann ich also sagen, dass mir die sehr unterschiedlichen Protagonisten und Charaktere, welche Ayla Dade erschaffen hat, insgesamt alle sehr gut gefallen haben und sie absolut authentisch und mit viel Tiefe beschrieben waren.

Fazit:
Ayla Dade hat einen wundervollen, flüssigen und bildlichen Schreibstil, der mich persönlich direkt in das Buch mitnehmen konnte. Leider konnte mich die Geschichte an sich nicht von sich überzeugen, da sie mir einfach zu „Selbstmitleid“ beladen war und sich dies meiner Meinung nach über viel zu lange Zeit zog. Weniger Seiten wären hier eventuell besser gewesen.

 

Dienstag, 8. Februar 2022

Rezension zu "Orangencreme und süße Träume" von Lotte Römer [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Montlake

ISBN: 978-2-496-70786-1

Erschienen am: 21.12.2021

Seiten: 240


Liebe am Gardasee-Reihe

1. Zitronenduft und zarte Küsse // 08.09.2020

2. Limoncello und die wahre Liebe // 02.02.2021

3. Orangencreme und süße Träume // 21.12.2021


Klappentext:


Da arbeiten, wo andere Urlaub machen, mit Blick über den Gardasee? Für Valentina kommt der Job im gemütlichen Hotel der warmherzigen Antonella wie gerufen. Aber als sie den Abenteurer Max zum Klettern begleiten soll, weckt das schmerzliche Erinnerungen an den Unfall ihrer Eltern.
Bei der Tour übt Max eine magische Anziehung auf sie aus und Valentina erinnert sich daran, was sie einst am Klettern so fasziniert hat. Doch dann passiert genau das, wovor Valentina die ganze Zeit Angst hatte.


Meine Meinung:


In Band 3 der „Liebe-am-Gardasee-Reihe“ entführt uns Lotte Römer erneut, wie aus dem Reihennamen hervorgeht, an den Gardasee. Das wunderschöne Setting sowie die Hotelbesitzerin Antonella kannte ich schon aus Band 2 (Band 1 habe ich bisher leider nicht gelesen). Neben Antonella trifft man noch ein paar andere Nebencharaktere aus dem Band zuvor wieder, was mich persönlich sehr freute.

Im Hauptfokus steht in dieser Geschichte Valentina, welche nach dem Unfalltod ihrer Eltern, gemeinsam mit ihrem Bruder an den Gardasee kommt und dort bei Antonella im Hotel eine Anstellung bekommt. Valentina ist eine authentische Protagonisten welche zum einen durch ihren Lebensmut angetrieben wird, man aber als Leser auch deutlich ihre Ängste und Zweifel, hervorgerufen durch die Vergangenheit, wahrnehmen kann. Darüber hinaus ist Valentina augenscheinlich unheimlich schüchtern und traut sich Max gegenüber erstmal nicht so aus der Haut.

Max wiederum ist eher der offene Charakter in der Geschichte, der gemeinsam mit seiner Mutter am Gardasee Urlaub macht und dadurch zeigt, wie sehr er ein Familienmensch ist.

Ihre gemeinsame Verbindung finden Valentina und Max ihm Klettern, wobei Valentina sich und ihrem Bruder nach dem Unfall ihrer Eltern geschworen hatte nie wieder das Risiko beim Klettern einzugehen.

Mir persönlich war die Stelle wo die zwei klettern gehen ehrlich gesagt zu lang und zu ausführlich, konnte aber die Intention dahinter gut verstehen immerhin bringt gerade diese Aktion die beiden einander näher. Ich persönlich bin nur einfach kein Fan vom Klettern und fand daher eher kein Gefallen dran, beziehungsweise kann nicht nachvollziehen, was einen daran begeistern und gemeinsam verbinden kann.

Auch in diesem Buch beweist Lotte Römer wieder ihren wunderbaren, flüssigen und bildlichen Schreibstil, den ich schon am Vorgängerband so mochte. Ich habe das Buch ingesamt sehr gerne gelesen und direkt wieder dieses Urlaubsgefühl in mir gehabt, welches ich schon am Vorgängerband so sehr liebte.

Auch das Cover zeigt auf den ersten Blick einen hohen Wiedererkennungswert im Rahmen der Reihe und gefällt mir auch dieses Mal sehr gut.

Fazit:
Ein wundervoll leichte, sommerliche Romanze eingebettet in ein sommerliches Setting am Gardasee, welches einen für wenige Stunden entführt und vom Alltag entspannen lässt.

Donnerstag, 3. Februar 2022

Rezension zu "Mit dem Rücken zu Wand" von Hera Lind [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Diana 

ISBN: 978-3-453-29229-1

Erschienen am: 13.12.2021

Seiten: 496


Einzelband


Klappentext:


Sara ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Als sie überraschend das Haus ihrer Großmutter erbt, könnte sie aufatmen, wäre da nicht ihr Vater im Nachbarhaus, der ihre Kindheit zur Hölle werden ließ. Er war gewalttätig. Gegen Sara und ihre Mutter. Jahre sind seitdem vergangen, und weil es finanziell eng ist, bezieht Sara mit ihrer Familie das Haus. Doch der Vater nebenan wird wieder zur Gefahr. Diesmal lässt Sara sich seine Attacken aber nicht mehr gefallen. Sie ist erwachsen. Und sie hat einen Plan ...


Meine Meinung:


Seit vergangenem Jahr bin ich ein großer Fan von Hera Linds Tatsachenromanen obwohl dies erst das dritte Buch war, welches ich in diesem Bereich gelesen habe. Ein Urteil beziehungsweise eine Bewertung des Buches, finde ich persönlich immer sehr schwer, dass es wie das Genre so schön sagt um eine tatsächliche Geschichte handelt, welche die Protagonistin meist so oder so ähnlich erlebt hat. In diesem Fall, hat die Protagonistin die Geschichte genau so erlebt, wie Hera Lind sie niedergeschrieben hat, da die Protagonistin keinerlei Abweichungen tolerierte, wie man dem Nachwort der Autorin entnehmen konnte. Dafür gebührt es der Protagonistin, welche übrigens Sara heißt, meinen tiefsten Respekt. Diese junge Frau, hat meiner Meinung nach einen unheimlichen Mut und ihr gebührt tiefster Respekt dafür, ihre Geschichte dem großen Publikum zur Verfügung zu stellen und fortan an noch mehr Menschen, als zuvor an ihrem Schicksal, teilnehmen zu lassen.

Mit schonungsloser Offenheit erschafft Frau Lind mit ihrem flüssigem Schreibstil Saras Welt, in die ich mich als Leser direkt reinversetzen konnte und mit Sara von Beginn an mitgelitten habe.

Trotz der enormen Brutalität und all dem Grauen welches Sara und auch ihrer Mutter widerfahren ist, konnte ich das Buch einfach nicht beiseite legen, nachdem ich einmal damit begonnen hatte. Dabei war die abwechselnde Erzählweise aus der Gegenwart sowie der Rückblick in die Vergangenheit meiner Meinung nach sehr gut gewählt und schaffte es dadurch den Spannungsbogen kontinuierlich hoch zu halten.

Mich persönlich packte das blanke Grauen zu lesen, wie viel Leid Sara und ihrer Mutter ertragen mussten und dabei zu wissen, dass jeder in dem kleinen Dorf in dem Sara mit ihren Eltern lebte, wusste was bei der Familie offensichtlich vor sich geht. Auch sehr realistisch ist es hier, meiner Meinung nach, beschrieben wie sehr die Nachbarn bemüht waren, all dieses Elend nicht zu sehen. Absichtlich wegsahen und es sehr gut verstanden sich ja nicht einzumischen um nicht selbst in diese Spirale zu kommen, welche Sara und ihre Mutter und im späteren Teil dann Sara alleine erlebte. Selbst nahestehende Personen, wie beispielsweise der spätere Lebenspartner von Sara verschloss meiner Meinung nach sehr gut die Augen vor dem Offensichtlichen. Genau dies könnte in diesem Buch die Botschaft sein. Wir Menschen sehen lieber weg um ja nicht selbst in „Gefahr“ zu geraten. Darüber hinaus ist dieses Thema meiner Meinung nach ein absolutes Tabuthema in unserer Gesellschaft und wer es versucht sich anzuvertrauen wird meist belächelt, nicht ernst genommen oder es wird einem gar nicht mal wirklich zugehört. Ich bin mir sicher, dass wir eine sehr hohe Dunkelziffer an häuslicher Gewalt in unserer unmittelbaren Umgebung haben ohne dass diese jemals zur Sprache kommt oder gar aufgedeckt wird. Gerade die vergangenen zwei Jahre im Zeichen von Corona haben gezeigt, unter welchen Umständen viele Frauen und Kinder zu Hause leben. Jedoch möchte ich damit aber nicht behaupten, dass nur Frauen und Kinder Opfer von häuslicher Gewalt sind. Auch Männer können ebenso betroffen sein und ich vermute, da ist die Dunkelziffer nochmal höher, weil der „starke“ Mann niemals Schwäche zeigen würde.

Auf Grund aktueller Statistiken bezüglich dieses Themas, kommt das Buch von Hera Lind meiner Meinung nach genau zu richtigen Zeit um dem Leser und auch der Gesellschaft zu zeige, dass es so nicht mehr weitergehen kann ja überhaupt gar nicht so weitergehen darf.

Grausam genug ist es, was Sara widerfahren ist, doch auch der Verlauf der Geschichte und das Sara sich traut, sich zu wehren machen zwar einerseits Mut, zeigt aber auch wie schnell dieses „sich wehren“ nach hinten los gehen kann und das eigentliche „Opfer“ plötzlich kein Opfer mehr ist. (An dieser Stelle würde ich gerne noch ausführlicher meine Gedanken zu schreiben, könnte dies aber nicht ohne zu Spoilern, was ich natürlich auch auf keinen Fall möchte)

Fazit:
Ein schockierender Tatsachenroman, der schonungslos und ohne Verschleierung das Leben der jungen Sara von ihrer Kindheit bis zu der Zeit als sie selbst schon Mutter ist und doch immer noch unter der Gewalttaten ihres Vaters leidet. Dieses Buch rüttelt wach und zeigt, so geht es einfach nicht weiter. Ein Buch, welches man meiner Meinung nach unbedingt lesen sollte.

Dienstag, 1. Februar 2022

Rezension zu "Wer das Feuer entfacht" von Paula Hawkins [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7645-0782-4

Erschienen am: 06.09.2021

Seiten: 416


Einzelband


Klappentext:


Auf einem Hausboot in London wird die Leiche eines brutal ermordeten jungen Mannes gefunden. Besonders drei Frauen geraten danach ins Visier der Ermittlungen.

Laura, die aufgewühlt wirkende junge Frau, die nach einem One-Night-Stand mit dem Opfer zuletzt am Tatort gesehen wurde. Carla, die Tante des Opfers, bereits in tiefer Trauer, weil sie nur Wochen zuvor eine Angehörige verlor. Und Miriam, die neugierige Nachbarin, die als Erste auf die blutige Leiche stieß und etwas vor der Polizei zu verbergen scheint.

Drei Frauen, die einander kaum kennen, mit ganz unterschiedlichen Beziehungen zum Opfer. Drei Frauen, die aus verschiedenen Gründen zutiefst verbittert sind. Die auf unterschiedliche Weise Vergeltung suchen für das ihnen angetane Unrecht. Wenn es um Rache geht, sind selbst gute Menschen zu schrecklichen Taten fähig. Wie weit würde jede einzelne von ihnen gehen, um Frieden zu finden? 


Meine Meinung:


Vor wenigen Jahren habe ich „Girl on the train“ gelesen und geliebt, daher war es für mich sofort klar, dass ich auch das neue Buch der Autorin unbedingt lesen möchte.

Leider war ich bereits nach den ersten Seiten total ernüchtert. Während der Schreibstil der Autorin gewohnt flüssig und gut zu lesen war, war der Spannungsbogen dieses mal meiner Meinung leider gar nicht bis sehr wenig vorhanden. Dachte ich zu Beginn noch, ich würde einfach dieses mal ein wenig brauchen um in die Geschichte zu kommen, wusste ich bei der Hälfte ungefähr, dass mich dieses Buch auch bis zum Ende nicht mehr packen wird.

Die Protagonisten waren unterschiedlich und skurril, was der Geschichte sicher zu Gute kommt, mir persönlich waren sie allerdings zu oberflächlich und zu sehr damit beschäftigt den jeweils anderen Personen die grausame Tat des Mordes in die Schuhe zu schieben.

Nebenbei erzählt das Buch dann noch eine zweite Geschichte „Nur eine kam nach Hause“, bei der ich zunächst den Zusammenhang zwischen den beiden Geschichten überhaupt gar nicht nachvollziehen beziehungsweise verstehen konnte. Für mich persönlich sorgte es eher dafür, dass ich noch verwirrter zwischen den Seiten hin und her blätterte.

Fazit:
Nach einem starken Debüt vor wenigen Jahren hatte ich von diesem Thriller, einfach mehr erwartet. Leider wurden meine Erwartungen hier nicht erfüllt. Dennoch denke ich, dass dieses Buch all jenen gefallen könnte, die ein leicht zu lesendes Buch für zwischendurch suchen.

Donnerstag, 13. Januar 2022

Rezension zu "Du hast gesagt es ist für immer" von Trish Doller [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Blanvalet 

ISBN: 978-3-7341-0986-7

Erschienen am: 27.12.2021

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext:


Fast ein Jahr ist es her, seit Anna ihre große Liebe verloren hat. Sie weiß, dass sie sich endlich einem Leben ohne Ben stellen muss. Spontan beschließt sie, die gemeinsam geplante Segelreise in die Karibik allein anzutreten. Doch sie merkt schnell, dass sie es als Anfängerin niemals schaffen wird, die ehrgeizige Route ohne Hilfe zu bewältigen. Um nicht aufgeben zu müssen, heuert sie Keane an, einen irischen professionellen Segler. Ähnlich wie Anna kämpft auch er mit einem großen Verlust. Können sie einander helfen, ihre Leben wieder auf einen neuen, hoffnungsvollen Kurs zu lenken?


Meine Meinung:


Nachdem ich den Klappentext gelesen habe bin ich davon ausgegangen, dass diese Geschichte super traurig werden wird und genau das hat mich an dem Buch angesprochen. Schon nach den ersten Seiten hatte mich das Buch absolut in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr bildlich. Hinzu kommt, dass am Anfang des Buches eine Karte abgebildet ist, welche Annas Segelroute abbildet, was mir persönlich richtig gut gefallen hat um ein Gefühl dazu zu bekommen wie weit die einzelnen Inseln, die sie und Keane ansteuern auseinander liegen bzw. welche Inseln noch so in der unmittelbaren Umgebung liegen. Dabei stieg aber natürlich auch das Fernweh ganz dolle und ich hätte nun gerade absolut kein Problem damit, selbst mit einem fruchtigen Cocktail an Deck eines Segelbootes zu sitzen und über die Meere zu schippern. Die Autorin hat es somit also geschafft einen gefühlt direkt mit auf die Reise zu nehmen. 

Und nicht nur mit dem Setting hat die Autorin bei mir gepunktet sondern auch mit ihren Protagonisten. Anna weckte zu Beginn des Buches eher eine Art Zwiespalt in mir, zum einen konnte ich natürlich ihre Trauer um ihren verlorenen Verlobten sehr gut verstehen und fand es absolut nachvollziehbar, dass sie sich in den Monaten seitdem in sich selbst zurückgezogen hatte und die meiste Zeit des Tages lieber allein sein wollte. Anderseits fand ich es dann aber auch etwas naiv von heute auf morgen ihre Sachen zu packen um zur mit Ben geplanten Segelreise aufzubrechen. Ohne große Erfahrung mit dem Segeln, merkt Anna jedoch sehr schnell, dass sie alleine nicht wirklich weit kommt und da kommt Keane ins Spiel.

Keane war mir von Anfang an sympathisch mit seiner lockeren und leichten, fast schon unbeschwerten Art. Doch man merkt schnell, dass Keane gar nicht so unbeschwert ist und auch ein gewaltiges Päckchen zu tragen hat. Dennoch, hat er meiner Meinung nach die Fähigkeit behalten, jeden Tag zu nehmen wie er kommt und gerade das hat mir persönlich besonders zugesagt. Sein grenzenloses Verständnis Anna gegenüber hat mein Herz vor lauter Gefühl überlaufen lassen.

Dass die Autorin sich nicht nur intensiv mit dem Thema Segeln, Segelboote und der Segelroute auseinandergesetzt hat sondern auch mit (Achtung Spoiler) den Themen Depression, Suizid und der medizinischen Versorgung von Amputationsstümpfen hat mir persönlich gezeigt wie wichtig der Autorin diese Themen sind aber auch dass eine Geschichte eben auch immer von einer guten Recherche profitiert. In diesem Falle zeichnet die hervorragende Recherche sehr viel für mich aus.

Wen der Klappentext alleine nicht überzeugt konnte (wobei ich mir das kaum vorstellen kann), sollte doch auf jeden Fall nochmal einen genaueren Blick auf das Cover werfen. Die Farben blau, gold und gelb harmonieren so wunderbar miteinander und passen einfach perfekt zur Geschichte die zwischen den Buchdeckeln schlummert. Als absolutes „Opfer“ wunderschöner Buchcover hätte das Buch wohl allein schon deswegen ein zu Hause bei mir bekommen.

Fazit:
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch einen eher traurigen Einstieg hat, welches sich allerdings schon nach kurzer Zeit in ein glücks- und euphoriegeschwängertes Wohlfühlbuch verwandelt und den Gemütswandel seiner Protagonisten klar in den Fokus setzt. Jedem, der diese Rezension nun bis zum Ende gelesen hat kann ich nur raten:

Schnappt euch einen Fruchtcocktail (oder auch mehrere) dieses wundervolle Buch und macht es euch (in der Sonne) bequem um mit Anna und Keane auf die Reise ihres Lebens zu gehen

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Rezension zu "Der schwarze Winter" von Clara Lindemann [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0154-8

Erschienen am: 21.09.2021

Seiten: 384


Einzelband


Klappentext:


Die eisige Kälte hat ganz Deutschland im Griff, und Silke Bensdorf und ihre Schwester Rosemarie müssen von dem Bauernhof fliehen, auf dem sie untergebracht waren. Die beiden jungen Frauen schlagen sich bis nach Hamburg durch, in der Hoffnung, dort Arbeit zu finden. Aber die Stadt liegt in Trümmern, und die Briten haben einen Zuzugsstopp verhängt - an eine Unterkunft und Essensmarken kommen sie nur noch über den Schwarzmarkt. Schnell begreifen sie: Auch hier ist das Leben rau, jeder sich selbst der Nächste. Sie schaffen es kaum, genug Lebensmittel aufzutreiben, um nicht zu verhungern. Bis die Schwestern zunehmend Erfolg im Schwarzmarkthandel haben und Silke sogar eine Bar für britische Soldaten eröffnet. Der fragile Erfolg droht jedoch zu kippen, als die Schwestern auf Händler treffen, denen die Frauen in ihrem Geschäft ein Dorn im Auge sind …


Meine Meinung:


Clara Lindemann gelang es, mich bereits auf den ersten Seiten in ihren Bann zu ziehen. Der Krieg ist vorbei, doch Elend und Armut der Menschen scheinen selten größer gewesen zu sein. Durch ihren bildreichen und detaillierten Schreibstil hatte ich zeitweise das Gefühl das ausgebombte Hamburg förmlich vor Augen zu haben.

Auch die Protagonisten, welche die Autorin erschaffen hat haben mir ausgesprochen gut gefallen. So sind Silke und ihre Schwester Rosemarie zwar im Kampf für das Überleben ein Team, unter der Oberfläche merkt man jedoch sehr deutlich, dass die beiden Schwestern nicht unterschiedlicher sein könnten. Während die eine sich und ihren neugewonnen Freunden mit der Zeit eingestehen muss, dass auch sie an eine „bessere“ Welt durch Hitler glaubte und somit wie blind dem System und seinen Regeln gefolgt war, fällt die andere auf einen Verbrecher rein, einfach weil sie glaubt bei ihm sein zu können, wie sie sein möchte. Der Autorin gelingt es auf sehr gute Weise die teils falschen Sichtweisen der beiden Schwestern im Verlauf der Geschichte zu revidieren und die beiden dazu zu bringen, auch zu bedauern und nicht nur mit ihrem eigenen Recht durchkommen zu wollen. Besonders tragen hier meiner Meinung nach die in Hamburg ge-wonnenen Freunde Hans, Gustav und Allan bei.

Dieses Buch zeigt nicht nur in seiner fiktiven Geschichte, wahre Begebenheiten auf sondern ruft einmal mehr wieder wach, in welch grausamer Vergangenheit unsere Vorfahren ihr Leben bestreiten mussten. Dabei ist Clara Lindemann ein guter Mix aus historischer Zeitgeschichte mit einem gewissen Anteil an Drama und Liebesgeschichte gelungen.

Fazit:
Eine fiktive Geschichte auf Grundlage wahrer Begebenheiten welche es schafft, den Leser in seinen Bann zu ziehen und im Strudel der Gefühle mitzureißen. Absolute Leseempfehlung.

Samstag, 18. Dezember 2021

Rezension zu "Das Fest der Weihnachtsschwestern" von Sarah Morgan [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0150-0

Erschienen am: 21.09.2021

Seiten: 448


Einzelband


Klappentext: 


Den Schwestern Samantha und Ella Mitchell ist die Weihnachtszeit heilig. Jedes Jahr verbringen sie die Feiertage gemeinsam, backen Kekse und schmücken gemeinsam den Baum. Dieses Jahr aber haben sie einen unerwarteten Gast: ihre Mutter, die sie seit dem großen Streit vor fünf Jahren eigentlich nur noch aus dem Fernsehen kennen. Kann es sein, dass sie wirklich neue Prioritäten setzen und doch eine Rolle im Leben ihrer Töchter spielen will? Samantha und Ella geben ihr eine letzte Chance und treffen sie im romantisch verschneiten Schottland. Schließlich ist ja Weihnachten!


Meine Meinung:


Wieder einmal hat es Sarah Morgan geschafft mich direkt in den Bann einer ihrer Geschichten zu nehmen. Auch in diesem Buch findet man ihren gewohnt lockeren, humorvollen Schreibstil, der es dennoch trotzdem schafft, die Ernsthaftigkeit der Geschichte hervorzuheben.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der beiden Schwestern Samantha und Ella sowie ihrer Mutter Gayle.

Nach einem Zerwürfnis zwischen Gayle und ihren Töchtern, haben die beiden Geschwister gut fünf Jahre keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter gehabt. Eine lange Zeit, in der sehr viel geschehen ist. Durch einen Unfall, führt es schließlich dazu, dass Gayle nun aber unbedingt Weihnachten mit ihren beiden Töchtern verbringen möchte. Das, dieses Weihnachtsfest allerdings etwas größer und mit mehr Menschen stattfinden wird, kann Gayle zunächst beim besten Willen nicht ahnen.

Und so lernen Samantha und Ella ihre Mutter auf dem Weg nach Schottland von einer vollkom-men neuen Seite kennen und merken, dass nicht immer alles auf den ersten Blick so scheint wie es tatsächlich ist. Gerade dies hat mich besonders gerührt, und Susan Morgan ist es mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Liebe geglückt die angespannte Situation zwischen Mutter und Töchter allein durch Kommunikation und Aufklärung aller Missverständnisse auf die Bestmöglichste Art zu lösen und zwar so, dass sich am Ende zu Weihnachten natürlich alle in den Armen liegen, denn ohne Happy End, wäre es für mich einfach kein „perfekter“ Weihnachtsroman.

Das Setting ist dabei absolut traumhaft und sehr bildlich beschrieben und zaubert spätestens da Weihnachtsgefühle in einem hoch. Gerne hätte ich selbst im verschneiten Schottland auf dem Schlitten der Rentiere gesessen :-)

Das Cover ist natürlich neben der Geschichte an sich auch ein Hingucker und hatte mich „Coveropfer“ natürlich direkt um den Finger gewickelt. Darüber hinaus finde ich, passt es sehr gut zu den bereits in den vergangenen Jahren erschienen Weihnachtsbüchern von Morgan.

Somit also eine definitive Leseempfehlung für all jeden die romantische Weihnachtsgeschichten ohne viel Kitsch dafür aber gerne auch mal mit ernsteren Familiengeschichten lesen.

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Rezension zu "Und dann steht die Liebe vor der Tür" von Susan Mallery [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-7457-0170-8

Erschienen am: 21.09.2021

Seiten: 384


Happily-Inc-Reihe

1. Planst du noch oder liebst du schon? // 02.07.2018

2. Die Liebe trägt Giraffenpulli // 03.09.2018

3. Familie ist, wenn man trotzdem liebt // 04.01.2019

4. Einmal für immer, bitte // 01.04.2019

5. Wer lieben kann, ist klar im Vorteil // 28.12.2020

6. Und dann steht die Liebe vor der Tür // 21.09.2021


Klappentext:


Wynn Beauchene steht morgens mit einem Lächeln auf. Ihr Geschäft floriert, und sie hat einen Sohn, den sie über alles liebt. Obwohl sie glücklich ist, kommt es ihr in letzter Zeit aber immer öfter so vor, als würde etwas fehlen. Noch mehr zu schaffen macht ihr, dass sie ihren Nachbarn, den Polizisten Garrick, plötzlich so interessant findet. Als er sie bittet, sein Haus für den angekündigten Besuch seiner Tochter weihnachtlich zu dekorieren, kann Wynn nicht widerstehen. Eine kleine Liebe schadet nicht, es muss doch nicht die ganz große sein. An die glaubt Wynn nämlich schon lange nicht mehr.


Meine Meinung:


„Und dann steht die Liebe vor der Tür“ ist bereits der sechste Band der Happily Inc. Reihe der bekannten Autorin Susan Mallery. Wie auch schon in den vergangene Bänden steht wieder ein Paar im Fokus des Buches, in diesem Fall Wynn und Garrick. 

Ich habe mich sehr gefreut, dass Wynn, welche man bereits in den Bänden zuvor als Nebenprota-gonistin kennenlernen konnte, ihre eigene Geschichte bekommen hat. Für mich war Wynn schon zuvor eine absolut liebenswerte Person, welche mit viel Verständnis und Liebe ihren Sohn Hunter alleine großzieht und dabei auch immer noch ein offenes Ohr für all ihre Freundinnen hat. Damit nicht genug, führt sie mit viel Erfolg ihre eigene Firma und scheint rund um zufrieden und glücklich. Doch manchmal trügt der Schein auch. Nun also lernen wir Wynn endlich besser kennen und ich muss sagen, ich habe mich noch etwas mehr in ihre Persönlichkeit und ihren wahnsinnig liebenswürdigen Charakter verliebt.
Garrick ist ein Mann mit zwei Seiten. Einerseits ist er der „knallharte“ Kerl, der sein Job als Polizeichef von ihm abverlangt, andererseits ist er der verunsicherte „Softie“, der zu früh Vater wurde und aus einem dummen Missverständnis heraus viele wertvolle Momente mit seiner Tochter verpasst hat. Als seine Tochter dann plötzlich hochschwanger bei ihm vor der Tür steht, möchte er natürlich alle Hebel in Bewegung setzen um die Vergangenheit wieder gut zu machen. Ob ihm das gelingen wird, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, dass müsst ihr dann schon selbst lesen :-)

Auch in diesem Buch zeigt sich der gleichermaßen gefühl-/ wie auch humorvolle Schreibstil der Autorin, welcher ihre Bücher für mich besonders lesenswert macht. Mallery beherrscht es groß-artige Liebesgeschichten, ohne künstliches Drama, zu Leben zu erwecken und dadurch den Leser abzuholen und an einen Wohlfühlort zu bringen. Happily Inc., welche ein fiktives Städtchen am Rande der kalifornischen Wüste ist, ist der Legende nach, seit dem 19. Jahrhundert das Örtchen an dem wirklich jeder die wahre Liebe findet. Und so ist natürlich schnell klar, dass in jedem Buch das jeweilige Protagonistenpaar sein Happy End bekommen wird. Dabei sind Umwege nicht ausgenommen, welche den Büchern ihren, für mich, besonderen Charme geben.

Jedes Buch ist in sich abgeschlossen und könnte somit unabhängig voneinander gelesen werden. Ich empfehle aber die tatsächliche Reihenfolge der Bücher zu beachten, da die bereits verbundenen Paare auch in den folgenden Büchern immer wieder einen Auftritt haben und man sich somit doch selbst Spoilern würde, welche Paare am Ende zueinander finden.

Das Cover von Band 6 reiht sich wunderbar in die Cover der vorangegangen Bände ein, welche sich alle durch kräftige, fröhliche Farben auszeichnen.

Ich persönlich möchte dieses Buch sehr gerne weiterempfehlen, gerade in die aktuelle Zeit passt diese wundervolle Weihnachtsgeschichte perfekt.