Mittwoch, 11. Mai 2022

Rezension zu "Die große Liebe kann mich mal" von Sophie Money-Coutts [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10793-4

Erschienen am: 08.03.2022

Seiten: 560


Einzelband


Klappentext:


Einsam ist Florence auf gar keinen Fall. Sie ist zwar schon ziemlich lange Single – ok, eigentlich hatte sie noch nie eine Beziehung, wenn es jemand ganz genau wissen will. Aber ihr Job in einem quirligen Londoner Buchladen hält sie ziemlich auf Trab, und nach Feierabend leistet ihr der geliebte, aber übergewichtige Kater Gesellschaft. Florence ist mehr als zufrieden mit ihrem Leben, vielen Dank auch! Nur ihre nervige Stiefmutter sieht Optimierungsbedarf und schickt sie zu einem Liebes-Coach. Als erste Übung muss sie eine Liste schreiben mit all den Eigenschaften, die ihr Traummann in sich vereinen soll. Florence kann so eine Liste keinesfalls ernst nehmen: Jemand, der Katzen mag, einen Oberkörper hat wie James Bond und gleichzeitig bei ihrer nervigen Zähl-Marotte die Augen zudrückt? Unmöglich! Bis sie sich ein paar Tage später ungläubig die Augen reibt: Ein gutaussehender junger Mann betritt den Buchladen, der wie von Zauberhand alle Kriterien auf der Liste erfüllt. Zudem ist er adlig und besitzt ein schickes Herrenhaus auf dem Land. Kann das wahr sein?


Meine Meinung:


An diesem farbenfrohen Cover kommt man einfach nicht vorbei. „Die große Liebe kann mich mal“ ist das dritte Buch der Autorin Sophia Money-Coutts und jedes ihrer Bücher hat allein schon vom Cover her absoluten Wiedererkennungswert. Und nicht nur das Cover ist der Griff zum Buch wert. Auch der Inhalt kann sich absolut sehen lassen.


Die Autorin versteht es mit einem absolut schrägen Humor eine wundervolle Geschichte zu kreieren. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich zuvor erst ein Buch von ihr gelesen habe und danach schon ein großer Fan war, da mich dieses Buch direkt in den Bann gezogen hatte. Bei dem Buch jetzt hatte ich dann doch eher leichte Startschwierigkeiten. Mit der Zeit legten die sich aber und ich war gut in der Geschichte drin. Zeitweise plätscherte die Geschichte dann doch mal wieder vor sich hin, was ich dann nochmal kurz mühsam fand.

Die Protagonisten waren alle sehr gut und authentisch beschrieben. Die Hauptprotagonistin Florence (genannt Flo) war mir direkt sympathisch. Auch ihre beiden (Halb-)Schwestern mochte ich sehr obwohl mich die Konstellation teilweise etwas an eine moderne Form von „Aschenputtel“ erinnerte.

Flos Stiefmutter wiederum war mir von Anfang an einfach unsympathisch und hat auch im weiteren Verlauf des Buches keine Sympathiepunkte bei mir mehr gewinnen können. Dies jedoch finde ich nun gar nicht als Kritikpunkt gemeint, da die Geschichte sonst, so wie sie begann gar nicht hätte beginnen können. Immerhin bringt doch gerade die „böse“ Stiefmutter den Stein mit der Liste ins Rollen.

Über den netten Mann, den Flo kennenlernt, möchte ich gar nicht so viel sagen. Mir persönlich war er zunächst eher suspekt.

Die Idee mit der Liste fand ich durchaus gelungen und glaube, dass es tatsächlich den ein oder anderen Menschen gibt, der sich durchaus schon mit solchen Listen beschäftigt hat :-)

Fazit:
Dieses Buch besticht durch einen flüssigen und humorvollen Schreibstil voller urkomischer Momente und sollte daher unbedingt gelesen werden.

 

Samstag, 7. Mai 2022

Rezension zu "Klinikum Berlin - Herzklopfen" von Helene Lynd [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Goldmann

ISBN: 978-3-442-49106-3

Erschienen am: 17.01.2022

Seiten: 464


Klinikum-Berlin Reihe

1. Herzklopfen // 17.01.2022

2. Herzrasen // 14.03.2022


Klappentext:


Mit einem gebrochenen Herzen im Gepäck kommt die junge Ärztin Lieselotte Richter, genannt Lotti, in die Hauptstadt, um in der Notaufnahme des Klinikums Berlin ganz neu anzufangen. Doch dort herrscht ein raues Klima: Im Minutentakt wechseln Bagatellverletzungen und lebensbedrohliche Notfälle, und auch die Kollegen stellen Lotti mit ihren Machtkämpfen und Intrigen vor ungeahnte Herausforderungen. Zu allem Überfluss lernt Lotti auch noch einen attraktiven Chirurgen kennen, der sie unwiderstehlich anzieht – und gleichzeitig sämtliche Alarmglocken schrillen lässt ...


Meine Meinung: 


Ich liebe Geschichten aus dem Krankenhaus und so sind selbstverständlich alle Bücher sowie Filme die im Setting und ihrer Geschichte ein Krankenhaus beinhalten ein absolutes Muss für mich, an denen ich einfach nicht vorbei gehen kann. Auch der Klappentext hat mich bei dem Buch auf Anhieb angesprochen.


Große Erwartungen hatte ich nicht, denn von der Autorin selbst hatte ich noch nie gehört.

Bei Klinikum Berlin handelt es sich um eine Reihe, welche bisher aus zwei Büchern besteht. Herzklopfen ist dabei Band eins. Ein zweiter Band ist bereits erschienen, ob es weitere Teile geben wird, konnte ich leider nicht rausfinden.

Doch nun erstmal zu Band eins:
Gemeinsam mit der jungen Lotte, welche als Assistenzärztin ins Klinikum Berlin kommt, lernt man die Abläufe einer Notaufnahme kennen (für mich als Gesundheits- und Krankenpflegerin, welche seit vielen Jahren in einer Notaufnahme arbeitet, war dies auch alles sehr authentisch und nahezu detailgetreu durch die Autorin beschrieben). Schnell merkt man dann auch, dass die Autorin selbst über sehr viel medizinisches Wissen verfügt (mal kurz recherchiert, bzw in die Autoreninfo geschaut, erfährt man, dass die Autorin selbst Ärztin ist). So kommt es schon das ein oder andere mal vor, dass auch komplexere Krankheitsbilder geschildert werden, die ein Laie an sich nicht oder nur schwer verstehen kann und da hatte ich dann schon das Gefühl, dass dies etwas verständlicher hätte geschrieben werden sollen.
Lotte, welche in ihrer Art sehr zurückhalten und nachdenkend wirkt, mochte ich von Anfang an sehr gerne, alleine in einer fremden Stadt und dann auch gerade noch in einer so großen wie Berlin, war für sie von Anfang an eher befremdlich und das spiegelte ihr Verhalten sehr gut. Trotzdem schaffte Lotte es rasch Anschluss zu finden und dadurch auch aufzublühen, was dem Charakter sehr gut stand.
Auch das jeder Charakter so seine Eigenarten und seine eigenen Probleme mit sich ausmachen musste hat mir sehr gut gefallen. Dadurch wurde das Buch meiner Meinung nach erst richtig lebendig. Sicher in einem Buch, welches in einem Krankenhaus spielt, sollte es vorzugsweise auch um Dinge aus diesem Umfeld gehen, dennoch finde ich es immer schön auch etwas privates von den einzelnen Protagonisten zu erfahren. Gerade dadurch baut man doch erst richtig eine Bindung zu ihnen auf.

Der Schreibstil ist flüssig und lies sich sehr gut lesen, bis auf die schon erwähnten Krankheitsbilder zu Beginn, die es dem ein oder anderen Leser sicher schwer machen könnten. Das verliert sich dann allerdings mit der Zeit. Vielmehr wandert der Fokus mit der Zeit auf das Privatleben der Protagonisten und deren Gefühle. Diese waren alle durchaus authentisch und sehr toll beschrieben so dass ich mit dem ein oder anderen durchaus mitgefiebert aber auch mitgelitten habe.

Fazit:
Ein wundervolles gefühlvolles Buch, welches zum abschalten einlädt und zum Wohlfühlen einlädt. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, der glücklicherweise schon bereit liegt.



Donnerstag, 5. Mai 2022

Rezension zu "Das Leben, ein wilder Tanz" von Helene Sommerfeld [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: dtv

ISBN: 978-3-423-22011-8

Erschienen am: 16.03.2022

Seiten: 528


Polizeiärztin Magda Fuchs-Reihe

1. Das Leben, ein ewiger Traum // 18.03.2021

2. Das Leben, ein großer Rausch // 20.10.2021

3. Das Leben, ein wilder Tanz // 16.03.2022


Klappentext:


Berlin 1924: Viele Fremde suchen in der Stadt das schnelle Glück. Offenbar auch die schwer verletzte junge Frau, die von Polizeiärztin Magda untersucht wird. Als die Unbekannte überraschend stirbt, macht Magda sich Vorwürfe. Hat sie eine falsche Diagnose gestellt? Eine Freundin identifiziert die Tote als Millionärin, die im wilden Berlin das Leben mit Damen und Herren aus den höchsten Kreisen genoss. Als Magda versucht, die Wahrheit herauszufinden, kommt sie mächtigen Leuten in die Quere. Aber sie will auch endlich das Schicksal des kleinen Otto aufklären. Er wurde vor vielen Jahren nach einem Familiendrama verschleppt. Seiner älteren Schwester Elke konnte Magda ein neues Zuhause geben. Damals gab sie sich das Versprechen, die Geschwister wieder zusammenzubringen. Plötzlich eröffnet sich die Möglichkeit, Otto doch noch anhand seiner Fingerabdrücke identifizieren zu können. Aber es sind zahllose Kinder, die überprüft werden müssten. Da erinnert sich Elke an ein ganz besonderes Merkmal ihres Bruders. Tatsächlich wird ein Junge gefunden, auf den die Beschreibung passt. Kann er wirklich Otto sein? Oder jagt Magda in Wahrheit nur einer fixen Idee nach, weil sie sich selbst schon so lange ein Kind wünscht?


Meine Meinung:



„Das Leben, ein wilder Tanz“ ist Band drei der Trilogie um Magda Fuchs. Die Bücher stammen aus der Feder von Helene Sommerfeld, hinter dem sich ein deutsches Autorenpaar verbirgt. 

Wie auch schon in den beiden Bänden zuvor ist der Schreibstil flüssig und lässt sich sehr gut lesen, was gerade bei historischen Romanen ja auch mal schwieriger sein kann. Während ich bei Band eins zunächst gebraucht hatte um in die Geschichte reinzukommen, hat mich Band drei wie auch Band zwei seinerzeit direkt in den Bann gezogen, so dass es mir sehr schwer fiel, das Buch beiseite zu legen und ich an einem Tag schon fast die Hälfte des Buches verschlungen hatte. Auch Band drei lebt von einer absoluten Lebendigkeit bedingt durch die verschiedenen Charaktere, deren Eigenarten und nicht zuletzt dank dem tollen Berliner Dialekt, welches das Autorenpaar immer wieder reinbringt und auch als Nicht-Berliner dennoch sehr gut verständlich ist. Da ich persönlich Berlin und seinen Dialekt liebe, gefällt mir dies natürlich besonders gut. 

Die Protagonistin Magda Fuchs, welche zwischenzeitlich verheiratet ist und nun demzufolge Mehring heißt, ist auch in diesem Band eine herausragende starke Persönlichkeit welche sich im Berlin der 20er-Jahre nach wie vor sehr für die Schwächeren einsetzt und nicht nur an ihr eigenes Wohl denkt. So stellt sie ihre eigenen Interessen sehr oft hinten an und schafft es dennoch eine wunderbare Harmonie zwischen sich und ihrem Ehemann herzustellen. In der wenigen gemeinsamen Zeit, die Magda mit ihrem Kuno hat, begeben sie sich auch noch gemeinsam auf Verbrecherjagd, so dass sie ihre wenige Zweisamkeit wieder ihren Mitmenschen opfern. Trotz all der Umstände und Widrigkeiten bekommt Magda am Ende ihr persönliches Happy End, das hat mein Herz natürlich besonders erfreut. 

In diesem Band hat es mir besonders die junge Celia angetan. Schon in den letzten Bänden mochte ich diese selbstbewusste Protagonistin sehr, doch gerade in diesem Band zeigt sie meiner Meinung nochmal sehr deutlich wie groß ihr Herz und ihre Liebe zu ihren Mitmenschen ist. So ist es für sie selbstverständlich ihren Butler, der im Laufe des Buches in Schwierigkeiten gerät, aus dieser Misere zu helfen und sich dabei auch mal gegen ihren Ehemann zu stellen. Generell ist es die junge Frau bereits die zweite Ehe und auch in dieser Ehe lässt sich die selbstbewusste, starke Celia nicht sagen was richtig und falsch ist, was für die damalige Zeit natürlich sehr mutig ist. So eckt sie natürlich auch des öfteren mit ihrer Schwiegermutter an, den gerade das Thema Frauenrechte ist zwischen den beiden ein großes Konfliktthema. Mir persönlich hat dieser Konflikt außerordentlich gut gefallen, zeigt er doch, dass das Thema Emanzipation, Selbstbestimmung und studierende Frauen bereits in früheren Jahren ein sehr großes und auch wichtiges Thema war. Während es heute nun wirklich normal ist, dass Frauen studieren (ja auch Medizin), sind doch viele Dinge der damaligen Zeit heute immer noch umstritten beziehungsweise teils auch nach wie vor nicht so umgesetzt wie sie es für unsere heutige Zeit eigentlich sein sollten. Somit habe ich für mich persönlich das Gefühl aus diesem Buch und Celias Gedanken sehr vieles für mich und die heutige Zeit noch mitnehmen zu können.

Auch die anderen Protagonisten sind mit alle sehr ans Herz gewachsen. Da es im Laufe der Zeit sehr viele Personen sind, die in dieser Gesichte ihren Platz finden, gibt es in jedem Buch ein Personenregister. Die wichtigsten Protagonisten tauchen natürlich über alle drei Bände auf und sind damit natürlich dann auch im Laufe der Zeit einfach bekannt.

Eine Kritik habe ich leider, die für die Geschichte und den wundervollen Büchern an sich kein Belang hat. Jedoch wurde nach Band 1 das Cover beziehungsweise die Größe der Bücher geändert. Handelte es sich bei der ersten Auflage von Band eins noch um ein Hardcover, wurden Band zwei und drei dann als Taschenbuch veröffentlicht. Ich persönlich störe mich doch meist sehr daran, wenn Buchformate während einer laufenden Reihe verändert  werden und habe mich somit auch bei dieser Trilogie leider sehr darüber geärgert, was nun dazu führte, dass ich Band eins nochmal kaufte. Sicherlich ist das vielleicht überzogen, sollte meiner Meinung nach aber auch ausgesprochen werden dürfen.

Fazit:
Großartiger Abschluss einer wundervollen Reihe, wobei ich mir eigentlich sogar eine weitere Fortsetzung wünschen würde. Bereits im November 2022 soll jedoch ein neues Buch des Autorenduos erscheinen, welches eine in Band drei erwähnte Nebenprotagonistin zur Hauptprotagonistin macht, darauf freue ich mich schon sehr. Und auch die vorherigen Bücher Sommerfelds möchte ich nun natürlich unbedingt lesen. Daher kann ich dieses Buch allen empfehlen, die gerne historische Romane und/oder Geschichten lesen, welche in Deutschland spielen. 

Montag, 2. Mai 2022

Rezension zu "Für immer und noch ein bisschen länger" von Barbara Leciejewski [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Ullstein 

ISBN: 978-3-86493-174-1

Erschienen am: 10.03.2022

Seiten: 432


Einzelband


Klappentext:


Vor sechs Jahren zerbrach Annas Welt in tausend Stücke: Ihr Verlobter Jeremias starb bei einem Verkehrsunfall. Dabei wollte Anna mit ihm den Rest ihres Lebens verbringen. Seitdem lebt sie allein, unterhält sich in Gedanken mit ihrem toten Verlobten und möchte sich nur noch in ihrem Schmerz auflösen. Bis sie umziehen muss und Gunilla kennenlernt, in deren Wohngemeinschaft ein Zimmer frei ist. Die alte Dame hat seit Jahren ihre Wohnung nicht verlassen, und auch ihre Mitbewohner haben sich von der Welt zurückgezogen: Die stille Rose häkelt den ganzen Tag, und Kurt-Georg kümmert sich um alles, nur nicht um sein gebrochenes Herz. Anna beschließt, sie alle ins Leben zurückzuholen. Auch wenn sie dafür ihre eigene Trauer loslassen muss – und ihr Herz einem neuen Menschen öffnen …


Meine Meinung:


Für mich war dies das zweite Buch der Autorin. Angesprochen hatte mich hier direkt das Cover, welches in meinen Augen eine absolute Harmonie ausstrahlt. Auch der Klappentext hat mir sehr gut gefallen.

Kaum mit dem Buch begonnen hatte es mich auch direkt an sich gefesselt. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich sehr angenehm lesen. Die Geschichte an sich spielt in der Gegenwart, es werden aber auch immer wieder Rückblicke aus der Vergangenheit eingestreut, welche meiner Meinung nach wunderbar reinpassen und so die Handlungsweisen der Protagonisten verdeutlichen. Dennoch muss ich sagen, konnte mich die Geschichte leider nicht ganz so mitnehmen und mitreißen wie seinerzeit „Fritz und Emma“ von der Autorin. Zwar ist auch dieses Buch voll mit Gefühlen und wunderbaren Momenten und tollen Handlungen seitens der Protagonistin, dennoch sprang der Funke einfach nicht über. Zunächst war ich eher etwas „genervt“ davon wie sehr sich Anna im Mitleid suhlte. Sicher ist es nicht einfach, die große Liebe zu verlieren, dennoch finde ich sind sechs Jahre eine sehr lange Zeit in der das Leben einfach weiter gehen muss. Ich möchte mir jedoch nicht anmaßen zu sagen, ich könne Annas Schmerz absolut nachempfinden, das kann ich nämlich nicht, da ich nie in so einer Situation war. Wie Anna langsam zurück ins Leben findet allein weil sie in diese Wohngemeinschaft zieht hat mir sehr gut gefallen, konnte mich emotional nur leider auch nicht wirklich erreichen. Berührend fand ich wie sie die Lebensgeschichten ihrer Mitbewohner nach und nach kennenlernte, und hatte teils schon die Sorge, dass sie selbst es nicht schafft sich am Ende auch zu öffnen. Diese Sorge war letztlich dann aber unbegründet. Doch auch hier fehlte es mir an Tiefe.

Die Protagonisten an sich haben mir sehr gut gefallen. Sie alle waren absolut unterschiedlich und jeder schleppte auf seiner eigener Art sein Päckchen welches sie eben zu den Personen machte, die sie sind. Die Autorin schafft es auf großartige Weise die einzelnen Charaktere sehr bildlich und mit sehr viel Tiefe zu beschreiben.

Leider konnte es das am Ende dann aber für mich auch nicht rausreißen und somit war das Buch für mich leider nicht ganz so zufriedenstellend.

Fazit:
Eine Geschichte über Trauer und Freundschaft aber auch der Hoffnung und der Zuversicht, welche mich emotional leider nicht vollends mitreißen konnte, daher kann ich dieses Buch nur bedingt weiterempfehlen.

Donnerstag, 28. April 2022

Rezension zu "Leinwand frei für die Liebe" [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Montlake

ISBN: 978-2-496-70981-0

Erschienen am: 08.02.2022

Seiten: 318


California-Kisses-Reihe

1. Leinwand frei für die Liebe // 08.02.2022

2. Drehbuch für ein Happy End // 26.04.2022


Klappentext:


Andere Leute erben Häuser, Schmuck oder Bücher – Jillian hingegen ein altes Kino mit Wasserschaden. Ausgerechnet in einer abgelegenen Kleinstadt! Ihr Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt, während sie versucht, das Kino vor dem Abriss zu bewahren und zu Hause nicht den Job zu verlieren.
Als wäre das nicht Ärger genug, muss sie sich auch noch mit dem attraktiven Matt herumschlagen, der davon überzeugt ist, Jillian wäre eine undankbare Großstadtpflanze. Nach und nach stellt sie fest, dass das wahre Leben noch viel aufregender sein kann als ein Film – vor allem, wenn die eigene Großmutter einmal eine berühmte Hollywoodschauspielerin mit einem düsteren Geheimnis war …


Meine Meinung:


Bevor ich meine Meinung zu diesem Buch sagen kann, muss ich sagen, dass ich auf dieses Buch wahrscheinlich niemals aufmerksam geworden wäre, wenn mich die Agentur Zucker nicht gefragt hätte ob ich nicht den Debütroman der Autorin lesen möchte. Daher geht mein Dank natürlich an Zucker und an Montlake, welche mir dieses wundervolle Buch zur Verfügung gestellt haben und durch die ich abtauchen durfte in eine wundervolle Geschichte auf der den Spuren eines Familien-geheimnisses.

Aber nun von vorne. Schon das Cover besticht durch fröhliche und bunte Farben. Beim Blick auf das Cover habe ich schlichtweg das Gefühl als würde ich selbst in dieser Straße stehen, in der das Kino um das in dem Buch geht steht. Doch nicht nur das Kino ist ein großes Thema in dem Buch.
Gemeinsam mit der Protagonistin Jillian, genannt Jill, begeben wir uns auf eine Reise in die Vergangenheit. Erst vor kurzem ist ihre Großmutter gestorben, zu der sie leider seit einer Weile keinen Kontakt mehr hatte. Nun erbt Jillian das alte, leider baufällige Kino und muss sich überlegen wie sie mit diesem Erbe umgehen soll. Doch nicht nur mit der Renovierung des Kinos hat Jill alle Hände voll zu tun, sondern auch das Haus der Großmutter muss ausgemistet werden. Nur blöd, wenn man sich von sehr vielem gar nicht trennen mag und dann entdeckt Jill eine Kiste, welche endlich das Geheimnis um die wahre Identität ihrer Großvaters lösen könnte. Doch auch hier benötigt es ein paar Umwege (warum? Na das müsst ihr schon selbst lesen :-))

Nicht nur die Geschichte an sich konnte mich begeistern. Auch der flüssige und bildliche Schreibstil der Autorin konnte mich von der ersten Seite an mit sich reißen und mich komplett in der Geschichte gefangen halten. Die Geschichte baut sich langsam auf und nimmt dann so rasant an Fahrt auf, dass ich das Buch zeitweise gar nicht mehr beiseite legen wollte.

Die Protagonisten erschienen nahezu authentisch und geradlinig und meinten es alle durchaus gut mit Jillian was mir besonders gut gefallen hat, gerade da Jillian sehr viele Jahre nicht mehr in der Heimat ihres Vaters und somit bei ihrer Großmutter gewesen war. Die anbahnende Liebesgeschichte mit Matt ist sicherlich durch ihre anfänglichen Neckereien vorhersehbar gewesen und hat mir doch sehr gut gefallen, da sie sehr langsam und ohne großes Drama entstanden ist.

Der Kleinstadtflair hatte einen richtig tollen Charme und vom Setting her richtig toll beschrieben.

Besonders gut hat mir gefallen, wie die Autorin immer wieder Filme vergangener Zeit (überwiegend jedoch sehr alte Filme) in ihre Geschichte integriert hat. Mir persönlich haben die meisten Filme jedoch nichts gesagt. Das Filmwissen spielt hier jedoch keine große Rolle und wenn man sich für den ein oder anderen Film doch näher interessiert, so gibt es am Ende des Buches noch eine Übersicht aller genannten Filme, aus welchem Jahr sie stammen und welche Schauspieler in dem Film vorkamen.

Fazit:
Ein wundervolles, gefühlvolles Buch, welches ohne großes Drama auskommt und einen dennoch maximal in den Bann ziehen kann. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

(Und mal nur so nebenbei seit gestern gibt es Band 2 und der kann genauso überzeugen. Natürlich bekommt ihr dazu aber auch noch eine ausführliche Rezension.)

Montag, 25. April 2022

Rezension zu "Das kleine Cottage in Cornwall" von Jane Linfoot [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0368-9

Erschienen am: 22.03.2022

Seiten: 432


Einzelband


Klappentext:


Wer nicht springt, lernt niemals fliegen!Mit dem Fallschirm den Sprung ins wahre Leben wagen, das war Edies Plan. Doch als ein Schlaganfall all ihre Pläne über den Haufen wirft, bekommt das Wort Neuanfang eine völlig andere Bedeutung. Plötzlich muss sie um ihre Zukunft kämpfen, und wo könnte sie das besser als im zauberhaften Periwinkle Cottage an der Küste Cornwalls mit der Unterstützung der besten Freunde, die sie sich wünschen kann? Hier schöpft sie Hoffnung auf das große Glück.


Meine Meinung:


Vor drei oder vier Jahren habe ich die Autorin mit ihrer „Brautladen am Strand“-Reihe für mich entdeckt. Bis auf den zuletzt erschienen Band habe ich die Bücher alle gelesen und durchweg geliebt. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, dass die Autorin mit „Das kleine Cottage in Cornwall“ ein neues Buch herausgebracht hat, welches nach „Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall“ und „Die kleine Traumküche in Cornwall“ das dritte für sich alleinstehende Buch ist, welches in Cornwall spielt. Dabei hat die Autorin ein ganz besonderes Talent dafür das Setting so bildlich zu beschreiben, dass man als Leser oft das Gefühl bekommt selbst gerade vor Ort zu sein.

Auch der Schreibstil der Autorin begeistert mich jedes Mal aus neue. Er ist flüssig und lässt sich dementsprechend sehr gut lesen. Die Kapitel sind an sich eher kurz gehalten und so hat man doch noch das ein oder andere Kapitel angehängt auch wenn man sich am Abend sagt: „Ach komm, nur noch ein Kapitel…“

Auch die Cover der Bücher überzeugen mich jedes Mal aufs Neue. Auch wenn dieses Buch für sich allein steht so erkennt man doch eindeutig, dass es sich um ein Buch von Jane Linfoot handelt, da es einfach mit den bereits erschienen Büchern sehr gut zusammen passt.

Leider ging es mir bei dem Buch dann aber wie bei „Ein verschneites Weihnachtsfest in Cornwall“, am Ende konnte es mich leider nicht zu 100% von sich überzeugen. Dabei hat mir die Grundidee des Buches und die Thematik durchaus zugesagt.

Als Leser lernt man die Protagonistin Edie kennen als sie mehr oder weniger am Tiefpunkt ihres Lebens steht. Nach einem erlittenen Schlaganfall, steht Edie nun an einem Punkt, an dem sie sich zurück ins Leben kämpfen muss. Die Art und Weise wie die das versucht gefiel mir in soweit auch noch sehr gut. Um aus den „Fängen“ ihrer Eltern zu kommen, verschlägt es Edie nach Cornwall in das zauberhafte Periwinkle Cottage ihrer Tante, welches aber zu Beginn eher nicht so zauberhaft ist. Viel eher ist es eine „Baustelle“, welche Edie nun gemeinsam mit ihrer Tante herrichten will um es dann später verkaufen zu können, denn ihre Tante Josie möchte allmählich näher zu ihrer Familie ziehen, also demzufolge in die Nähe von Edie und ihren Eltern, da dies die einzige Familie ist, welche Josie noch hat. Der Umzug zu Tante Josie, ist für Edie eher wie der Sprung vom Regen in die Traufe, denn ihren Eltern möchte sie an sich nicht weiter zu Last fallen, gänzlich allein bleiben kann Edie nach ihrer Erkrankung jedoch auch nicht, da sie aktuell nicht in der Lage gänzlich für sich allein zu sorgen.

So kann Edie aktuell weder lesen noch schreiben. Ihr Gehirn kann sich an vieles Vergangene nicht erinnern und so stolpert Edie zeitweise von einem Fettnäpfchen ins andere, das allein würde ja an sich schon reichen um aus der Geschichte eine humorvolle Geschichte zu machen, welche Edie dabei begleitet wie sie sich ins Leben zurück kämpft. Leider bediente die Autorin sich dann aber gleich an mehreren Klischees, welche Schlaganfall Patienten betreffen können und das machte es dann für mich ganz schnell für zu viel des Guten und war letztlich dann auch der Punkt welches mir das Buch etwas madig gemacht hat.

Auch der Klappentext führt einen dann zunächst in die Irre. Zwar sind es letztlich Freundschaften und eine mögliche neue Liebe welche Edie wieder auf die Beine helfen und es ihr ermöglichen nochmal mit sehr viel Unterstützung von vorne zu beginnen. Diese Freundschaften haben jedoch zu Beginn des Buches gar keine Bestand, sondern entstehen erst durch ihre Ankunft in Cornwall.

Dass Edie so schnell Anschluss findet und neue Freundschaften schließt, hat mich einerseits gefreut, andererseits stellte ich mir das ganze auch im Rahmen ihres Handicaps eher schwierig vor, welches man vor Fremden ja nun eher nicht gerne zur Show stellt.

Insgesamt mochte ich also viele Dinge an dem Buch. Dem gegenüber steht aber auch dennoch der Teil, der mich an der Geschichte einfach nicht überzeugen konnte, weil es mir persönlich einfach zu viel war.

Nichts desto trotz freue ich mich dennoch immer noch auf den letzten Band der „Brautladen am Strand“-Reihe, da dieses mich wirklich sehr überzeugt hatte und würde auch jedem neuen Buch der Autorin wieder eine Chance geben.

Fazit:
Gefühlvoller und hoffnungsvoller Roman über wunderbare Freundschaften und Neuanfänge welcher trotz zahlreicher Klischees gelesen werden sollte.

Samstag, 16. April 2022

Rezension zu "You belong to me - als ich dich traf" von Cora Jeffries [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Selfpublish

ASIN: B08LK1FBFL

Erschienen am: 20.10.2020

Seiten: 305


Einzelband


Klappentext:


Ein Austauschjahr auf Long Island, das sich als ein riesiges Abenteuer herausstellt. Liebe, Intrige und Gefühlschaos, verpackt mit einer Prise Witz und Humor.Ein Traum geht in Erfüllung! Nach der zehnten Klasse darf die 16-jährige Nora ein Austauschjahr in den Staaten verbringen. Doch ihr Gastbruder William, Mädchenschwarm und bester Footballspieler der High School, bringt sie von Anfang an durcheinander und sie lenkt sich mit Cheerleading und Lesen ab. Ein verbotener Kuss zwischen Nora und William verändert plötzlich alles. Schon bald gerät Nora ins Visier einer Mitschülerin, denn diese Liebe darf es niemals geben.


Meine Meinung:



Dies war das erste Buch der Autorin welches ich gelesen habe und das war bereits im Dezember. Nun möchte ich endlich meine Meinung mit euch teilen :-)

Bei New Adult bin ich oft ziemlich hin und hergerissen, es gibt Geschichten die mich total mitreißend können und dann aber auch wieder welche, bei denen ich doch die meiste Zeit nur mit den Augen rollen möchte.

Das Buch von Cora hat es jedoch geschafft mich mitzureißen. Ich mochte Nora als Protagonistin sehr und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Wie sie von ihre Gastfamilie aufgenommen wurde, ist mir sehr ans Herz gegangen. William hat es trotz seiner ablehnenden Art auch direkt in mein Herz geschafft, da mir dieses Katz- und Maus Spiel gut gefiel. Wobei ich da eher kein Fan von bin. Hier war es aber meines Empfindens nach ausgeglichen und ohne großes Drama erzählt. Im Verlauf der Geschichte macht William eine wunderbare authentische Wandlung durch und hätte ich ihn nicht bereits vorher schon gemocht, würde ich es spätestens nun tun.

Die Feiertage welche in dem Buch beschrieben wurden waren so toll dargestellt, dass ich sie gerne selbst miterlebt hätte und davon träumte genau in dem Moment an einem Tisch mit den Protagonisten zu sitzen.

Der Schreibstil war durchaus flüssig und konnte mich gut mitnehmen, vereinzelt gab es jedoch Zeitsprünge, bei denen ich dann auch mal nicht direkt hinterherkam. Denke da hätten dem Buch einfach ein paar Seiten mehr sehr gut getan.

Fazit:
Eine gefühl- sowie humorvolle Geschichte ohne großes Drama, trotz einiger Spannungen zwischen den Protagonisten sowie manchen Nebencharakteren, die ich gerne weiter empfehlen möchte.

Mittwoch, 13. April 2022

Rezension zu "Eine kurze Liste meiner Probleme (Mutter nicht mitgezählt) von Mimi Steinfeld [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Goldmann

ISBN: 978-3-442-49170-4

Erschienen am: 14.02.2022

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext: 


Cressidas Probleme lassen sich schnell aufzählen: zu wenig Geld, zu viele Dates, zu viele anstrengende Familienmitglieder. Dazu noch Mika, der One-Night-Stand ihrer Mitbewohnerin, der sich in ihrer WG einquartiert hat. Ganz oben auf der Liste steht allerdings Cressis Mutter Eveline. Genauer gesagt deren Beerdigung und letzter Wunsch: Ihre Asche soll illegalerweise im Englischen Garten verstreut werden, außerdem hat sie Cressi auch noch ein altes Bistro hinterlassen. Kein Wunder, dass Cressi ständig ihren Therapeuten, Herrn Lindholm, anrufen muss. Ihr Leben ist ein einziger Notfall! Aber womöglich könnte Mika ihr dabei helfen, das Leben und ihr Herz in den Griff zu bekommen ...


Meine Meinung:


Schon der Klappentext sorgt für Lacher, einmal das Buch begonnen verleitet es auch einen ganz stark dazu, es nicht mehr beiseite zu legen. Die Kapitel sind kurz und somit fliegt man gefühlt einfach durch das Buch. Dabei bleiben die Lachtränen nicht verborgen. Der Humor dieses Buches ist besonders, es strotzt vor Ironie und Sarkasmus und hat mir besonders gut gefallen. In Anbetracht der eigentlich traurigen Situation dass die Mutter der Protagonistin kürzlich verstorben ist, darf man in diesem Buch eben nicht alles so ernst nehmen. Mag für den ein oder anderen vielleicht makaber sein, hat mir persönlich aber tatsächlich sehr gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin, von der ich zuvor im Übrigen noch nie was gelesen habe, sie ist jedoch bekannt als Jugendbuchautorin Beate Terese Hanika, ist bildlich und lässt sich sehr flüssig lesen. 

Die Protagonistin Cressi ist speziell. So sind mir bei ihr einige Gegensätze aufgefallen, die so gar nicht zueinander passen und dennoch trifft es auf sie einfach zu. Cressida ist einerseits verschlossen, dann aber doch wieder sehr offen und in vielen Situationen nicht wortkarg wo ihr in anderen Momenten aber dann doch sehr oft die Worte fehlen. Insgesamt lässt sich Cressi sehr viel gefallen und merkt selbst auch, dass es eigentlich zu viel ist, sie aber nicht so richtig aus dieser Spirale rauskommt auch wenn sie es gerne würde, so ist sie ihren zwei Schwestern und ihren Tanten doch enger verbunden, als sie es manchmal oder auch des öfteren gerne wäre. Sie schafft es immer wieder sich in unmögliche Situationen zu bringen, findet aber mit Hilfe ihres Therapeuten da meist einen Ausweg. Ich persönlich hätte mir da allerdings ein paar „therapeutische“ Ansätze gewünscht, so wurden viele ihrer Probleme eher nur oberflächlich behandelt und das meiste doch eher auf ihre „Sexsucht“ geschoben. Von zu vielen Dates und One-Night-Stands konnte im Buch nun aber wirklich keine Rede sein. Insofern passt der Klappentext da für mich nicht ganz zu der Geschichte an sich. Tut der Geschichte aber natürlich keinen Abbruch.

Mir persönlich hat das Buch lustige Lesestunden bereiten können.

Fazit:
Dieses Buch ist anders als so mancher Roman. Ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass dieses Buch auch nicht für jeden was ist, daher kann ich an dieser Stelle sagen, dass nur diejenigen zu dem Buch greifen sollten welche mir schwarzem Humor, viel Ironie und Sarkasmus klarkommen und dies deutlich von dem eigentlich traurigen Hintergrund der Geschichte trennen können.

Sonntag, 27. März 2022

Rezension zu "Breite deine Flügel aus" von Audrey Carlan [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Heyne 

ISBN: 978-3-453-42430-2

Erschienen am: 09.11.2021

Seiten: 384


My Wish-Reihe

1. Breite deine Flügel aus // 09.11.2021

2. Strahle wie die Sonne // 08.02.2022

3. Genieße jeden Moment // voraussichtlich 09.05.2022

4. Greife nach den Sternen // voraussichtlich 10.08.2022


Klappentext:


Jedes Jahr an ihrem Geburtstag öffnet Suda Kaye Ross einen der Briefe, die ihre Mutter Catori vor ihrem Tod geschrieben hat. Darin wünscht sie ihrer Tochter Freiheit und Abenteuer, ein erfülltes Leben. Jetzt, zu ihrem 28. Geburtstag, hat Catori einen anderen Wunsch für Suda Kaye: Nach 10 Jahren, in denen sie die Welt gesehen hat, soll sie nun in ihren Heimatort Pueblo in Colorado zurückkehren. Zurück zu ihrer älteren Schwester Evie, zu ihren indigenen Wurzeln – und zurück zu Camden, dem Mann, den sie damals einfach hat sitzen lassen. Camden ist inzwischen verlobt und zu Recht wütend auf Suda Kaye. Doch das Knistern zwischen ihnen ist noch genauso stark wie früher. Wenn Suda Kaye einen Wunsch frei hätte, hätte er viel mit ihm zu tun …


Meine Meinung:


Vor vielen Jahren habe ich die Autorin durch ihre „Calender Girl“ Reihe für mich entdeckt gehabt, welche ich sehr gefeiert und innerhalb von wenigen Tagen alle vier Bände verschlungen hatte. Nachfolgende Bücher der Autorin hatten mir dann allerdings leider weniger zugesagt, da es mir dort der erotische Aspekt zu sehr im Vordergrund stand ohne weitere große Tiefe. 


So war ich nun bei diesem ersten Band der neuen Reihe durchaus skeptisch. Ich kann vorweg nehmen, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Angesprochen durch Klappentext und dem traumhaften Cover, welches hervorragend zur Thematik und Geschichte in dem Buch passt, habe ich beschlossen gehabt, diesem Buch und eventuell auch dieser neuen Reihe der Autorin eine Chance zu geben.

Der Schreibstil ist wie auch bei anderen Büchern der Autorin sehr flüssig und lässt sich dementsprechend sehr gut und leicht lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten.

Die Geschichte von Suda Kaye, die dabei erzählt wird, ist mit sehr viel Tiefe und sehr einfühlsam geschrieben. Der Erotikanteil, für den die Autorin mittlerweile nun mal sehr bekannt ist, findet in diesem Buch sehr wenig Platz, was mir nun doch ausgesprochen gut gefallen hat. Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht prüde oder so, aber wenn auf jeder zweiten Seite die Protagonisten übereinander herfallen, dieser Akt über 10 Seiten ausführlichst beschrieben wird und es dann nach wenigen Seiten wieder von vorne losgeht, dann macht mir das Lesen eben einfach keinen Spaß.

Hier war nun, sehr zu meiner Freude, genau das Gegenteil der Fall. Suda Kaye ist eine Protagonistin mit sehr viel Tiefe, welche zwar nach einer langen Reise, deren Grund ich sehr gut nachvollziehen konnte, leicht verunsichert und ruhelos wirkt, jedoch tief in ihrem Inneren sehr stark mit ihrer Heimat und ihrer verbliebene Familie verwurzelt ist. Wie sehr sie selbst sich gefühlsmäßig an einen Menschen bindet, zeigt sie, in dem sie nach all den Jahren und all den Erfahrungen und Erlebnissen auf ihrer Reise, dennoch an ihrem Ex-Freund Camden hängt. Camden wiederum ist jedoch seit kurzer Zeit verlobt und auf bestem Wege sein Leben für immer mit einer anderen Frau zu verbringen. Doch als Suda und Camden nach zehn Jahren wieder aufeinander treffen merkt man als Leser direkt, dass zwischen den beiden längst nicht alles geklärt ist, was durchaus nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, wie sie sich die Wege der beiden getrennt haben. Wie die Autorin hier Stück für Stück die Geschichte der beiden erzählt und die beiden sich gegenseitig öffnen lässt hat mir in diesem Buch am besten gefallen. Und so erlebt man als Leser hautnah die Aussprache zwischen den beiden Protagonisten, welche mir einfach das Herz erwärmt hat.

Ohne zu Spoilern möchte ich noch anmerken, dass das Ende in diesem Buch so klar scheint und sich dann doch ganz anders entwickelt. Diesen Plottwist mochte ich sehr, zeigt er doch, dass wir Menschen doch zeitweise viel zu schnell im Verurteilen und insbesondere in Vorurteilen sind.

Fazit:
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne gefühlvolle Romane mit Wohlfühlcharakter liest.

Dienstag, 15. März 2022

Rezension zu "Acht perfekte Stunden" von Lia Louis [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10625-8

Erschienen am: 10.01.2022

Seiten: 384


Einzelband


Klappentext:


Alles hätte an diesem Tag geschehen können. Doch nie hätte Noelle geglaubt, dass ausgerechnet an diesem Tag ein Schneesturm sie auf der Autobahn festhalten würde – mitten in der Nacht, ohne Handyempfang. Und nie hätte sie gedacht, dass sie plötzlich im Wagen des charmanten Amerikaners Sam sitzen und bis in die frühen Morgenstunden das beste Gespräch ihres Lebens führen würde – acht perfekte Stunden lang. Aber Sam ist auf dem Weg zum Flughafen und beide wissen, dass sich ihre Wege am nächsten Tag für immer trennen werden. Doch was, wenn das Schicksal einen anderen Plan für sie bereithält?


Meine Meinung:


„Acht perfekte Stunden“ ist nach „Jedes Jahr im Juni“ das zweite Buch der Autorin und nachdem ich ihr erstes Buch im letzten Jahr von der Geschichte her sehr mochte, wollte ich natürlich auch gerne ihr neues Werk lesen.

Leider musste ich aber doch direkt zu Beginn feststellen, dass ich wie auch schon beim ersten Buch den Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig fand und eine Weile brauchte, bis ich mit diesem zurecht kam.

Während mich damals aber die Geschichte an sich total begeistern konnte, war ich dieses mal nicht ganz so glücklich mit der Storyline. Mir persönlich fehlten einfach die Emotionen. Für mich plätscherte die Geschichte so vor sich hin und es gab immer wieder Momente, welche ich nicht nachvollziehen konnte. So zum Beispiel dass Noelle schon recht schnell verliebt wirkte obwohl man von außen betrachtet gar nicht nachvollziehen konnte woran sie diese Verliebtheit festmacht oder welche Momente diese bei ihr ausgelöst haben.

Auch die Protagonisten sind meiner Meinung nach eher oberflächlich beschrieben. Vor allem über Sam erfährt man im ersten Teil des Buches sehr wenig und auch Noelle scheint eher unscheinbar. So scheint es gar als ob Sam gar kein Interesse an Noelle habe und sich Noelle eher in etwas verrennt.

Ich denke hier wäre es sicher sinnvoll gewesen, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen. Andererseits erhöht es natürlich den „Spannungsfaktor“ weil ich dadurch natürlich schon wissen wollte, wie es denn am Ende mit Noelle und Sam ausgeht und in welcher Beziehung Noelle zu ihrem Ex-Freund Ben stehen bleibt. Daher kann ich sagen, auch wenn mir vieles an dem Buch nicht zu 100% gefallen hat, so wollte ich es doch unbedingt zu Ende lesen um am Ende zu erfahren wieso alles so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das Durchhalten wurde dann auch tatsächlich belohnt, da die letzten knapp 100 Seiten dann wirklich das in mir hervorholten, was ich die ganze Zeit vermisst hatte. Die Gefühle, die Hoffnung und das Erleben einer ganz neuen Liebesgeschichte. Am Ende war ich dann etwas wehmütig, denn wäre das Buch die ganze Zeit so gewesen wie auf den letzten 100 Seiten dann wäre ich sicher total begeistert gewesen. So bleibt es leider nur ein nettes Buch für zwischendurch.

Hervorheben möchte ich aber gerne noch das Cover. Das hat mich mit seinen Farben und der Farbmischung direkt begeistert und passt meiner Meinung nach sehr gut zum ersten Buch der Autorin. Auch wenn die beiden Bücher inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, so finde ich es doch schön, wenn auch Buchcover einen gewissen Wiedererkennungswert haben.

Fazit:
Begonnen mit einem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil und einer Geschichte der es meiner Meinung nach an Emotionen fehlt, ist dies ein ganz nettes Buch, welches man mal zwischendurch lesen kann aber nicht muss.

Samstag, 26. Februar 2022

Rezension zu "Unsere Zeit ist immer" von Sophie Cousens [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin 

ISBN: 978-3-328-10797-2

Erschienen am: 22.11.2021

Seiten: 496


Einzelband


Klappentext:


Zwei Dinge weiß Minnie ganz genau: Dass an ihrem Geburtstag immer alles schiefläuft, was nur schieflaufen kann – und dass ein Mann namens Quinn der Grund dafür ist. Minnie ist ihm noch nie begegnet. Doch sie weiß, dass sie beide am Silvesterabend kurz nach Mitternacht im selben Londoner Krankenhaus geboren wurden. Quinn kam eine Minute früher zur Welt und gewann als erstes Neunzigerjahre-Baby fünfzigtausend Pfund, während Minnie leer ausging. Als sie sich an ihrem gemeinsamen 30. Geburtstag durch einen Zufall kennenlernen, weiß Minnie endgültig, dass Quinn die für sie bestimmte Portion Glück einfach gestohlen hat: Im Leben des gutaussehenden, charmanten Unternehmers läuft alles glatt, während sie kurz davor ist, ihre Wohnung und den geliebten Job als Köchin zu verlieren. Doch wenn sie aus so unterschiedlichen Welten kommen, warum laufen sie sich fortan immer wieder über den Weg? Und warum lässt jede Begegnung Minnies Herz ein bisschen schneller schlagen?


Meine Meinung:


Wow, einfach wow. Dieses Buch hat es innerhalb weniger Tage geschafft mich aus einer wochen-langen Leseflaute rauszuholen. Kaum hatte ich das Buch begonnen war ich so gefesselt von der Geschichte von Minnie und Quinn, dass ich das Buch gar nicht mehr beiseite legen wollte.


Wir lernen Minnie und Quinn besser gesagt ihre Mütter im Jahr 1989 kennen. Beide stehen unmittelbar vor der Geburt ihrer Kinder. Das besondere daran? Es ist der Silvesterabend und demzufolge wurde ein Preisgeld für das Baby ausgelobt, welches als erstes im Jahr 1990 das Licht der Welt erblickt. Wieso das alleine nicht ausreicht um einen Zwist zwischen Tara und Connie (den Müttern) sowie unbewusst auch zwischen Minnie und Quinn zu entfachen ist Hauptbestandteil der Geschichte und hat mir besonders gut gefallen.

Die Geschichte lebt durch mehrere Faktoren. Zum einen wäre das der herrlich leichte Humor der Autorin, welcher mich immer wieder zum lachen brachte. Zum anderen durch die authentischen Protagonisten. So sind die absolut selbstzweifelnde und der scheinbar durchaus erfolgreiche Quinn nur auf den ersten Blick, das was sie zu sein scheinen und zwar eben selbstzweifelnd sowie erfolgreich. Beide Protagonisten haben ihre Päckchen die sie vor sich herschleppen und lediglich der Leser merkt, dass das Jahr 2020 in denen die Geschichte der beiden dann so richtig beginnt, gar nicht das erste „Aufeinander treffen“ der beiden, abgesehen von ihrer Geburt, ist.

Wie die beiden sich kennenlernten und dabei immer wieder gegenseitig „auf die Füße traten“ machte für mich den Reiz der Geschichte aus und sorgte dafür immer weiter lesen zu wollen. Wohltuend waren dabei die Rückblicke in die Geschehnisse der vergangenen Jahre, welche gut als Rückblick gekennzeichnet waren und somit zu keiner Zeit zu Verwirrung führen konnten.

Die Entwicklung von Minnie möchte ich an dieser Stelle nochmal besonders hervorheben. Ich liebte ihre selbstzweifelnde Art welche sich nach und nach auflöste und zu einer selbstbewussten und für sich einstehenden Frau entwickelte. Mit 30 Jahren steht Minnie nun zunächst noch gar nicht wirklich mit beiden Beinen im Leben, zumindest bekommt man das Gefühl vermittelt und genau das machte Minnie meiner Meinung nach aus. Im Leben geht es eben nicht immer nach „Leitlinie“ und manch 30-jähriger/manch 30-jährige weiß manchmal vielleicht einfach noch nicht wo er/sie hin will und das ist in meinen Augen auch vollkommen in Ordnung.

Besonders hervorheben möchte ich, dass die Autorin in diesem Buch auch mal mit den „typischen“ Klischees gebrochen hat und somit klarstellt, dass Geld haben oder reich zu sein nicht automatisch bedeutet, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Sondern dass es manchmal oder wahrscheinlich auch öfter, eben doch hinter der Fassade ganz anders aussehen mag. Auch wie sich die Liebesgeschichte zwischen Minnie und Quinn entwickelt, hat mir sehr gut gefallen. Und am Ende des Buches hat man dann ein wundervolles Happy End welches sich über viele Seiten langsam entwickelte und Stück für Stück aufbaute ohne künstlich oder erzwungen zu wirken.

Ich möchte natürlich auch noch über das Cover sprechen, das mit seinen bunten Funken natürlich wunderbar zum Beginn und dem Ende der Geschichte passt und zwar dem Silvesterabend. Die goldene Schrift ist ein absoluter Hingucker und fügt sich absolut harmonisch zu den restlichen Farben, die ich generell sehr mag. So ist das Cover für sich zwar einerseits schlicht und doch auffallend.

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte über zwei Menschen, welche nur auf den ersten Blick sind wie sie am Anfang des Buches erscheinen und sich dann zu wunderbaren Menschen entwickeln die man sehr gerne weiter auf ihrer Reise durch das Leben begleiten würde. Ich möchte dieses Buch jedem empfehlen der eine leichte Liebesgeschichte mit jeder Menge Humor sucht.

Dienstag, 22. Februar 2022

Rezension zu "In ewiger Freundschaft" von Nele Neuhaus [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Ullstein

ISBN: 978-3-550-08104-0

Erschienen am: 18.11.2021

Seiten: 528


Bodenstein-Kirchhoff-Krimi (Taunus-Krimi)

1. Eine unbeliebte Frau // 03.04.2009

2. Mordsfreunde // 01.05.2009

3. Tiefe Wunden // 12.08.2009

4. Schneewittchen muss sterben // 09.06.2010

5. Wer Wind sät // 13.05.2011

6. Böser Wolf // 11.10.2012

7. Die Lebenden und die Toten // 10.10.2014

8. Im Wald // 14.10.2016

9. Muttertag // 26.11.2018

10. In ewiger Freundschaft // 18.11.2021


Klappentext:


Eine Frau wird vermisst. Im Obergeschoss ihres Hauses in Bad Soden findet die Polizei den dementen Vater, verwirrt und dehydriert. Und in der Küche Spuren eines Blutbads. Die Ermittlungen führen Pia Sander und Oliver von Bodenstein zum renommierten Frankfurter Literaturverlag Winterscheid, wo die Vermisste Programmleiterin war. Ihr wurde nach über dreißig Jahren gekündigt, woraufhin sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats ans Messer lieferte – ein Skandal und vielleicht ein Mordmotiv? Als die Leiche der Frau gefunden wird und ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia und Bodenstein auf ein gut gehütetes Geheimnis. Beide Opfer kannten es. Das war ihr Todesurteil. Wer muss als nächstes sterben? Pia und Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint ...


Meine Meinung:


„In ewiger Freundschaft“ ist bereits der 10. Band der Krimi Reihe rund um den Taunus von Nele Neuhaus. Das die Autorin dort selbst wohnhaft ist, merkt man sehr gut in den detailreichen Darstellungen der einzelnen Ortschaften, welche im Laufe der letzten Bücher alle zum Tragen kamen. 

Meiner Meinung nach kann man das Buch auch unabhängig von seinen Vorgängern lesen, da die Fälle an sich immer am Ende eines Buches abgeschlossen sind. Lediglich das Privatleben der Protagonisten entwickelte sich selbstredend über die vergangenen Jahre weiter. Leider muss ich an dieser Stelle aber anmerken, dass dieses Buch, meiner Meinung nach, nicht das stärkste Buch von Nele Neuhaus ist. Vielmehr bekam man das Gefühl, dass die Geschichte eher herbeigezogen wurde um überhaupt eine Fortsetzung der beliebten Reihe anbieten zu können.

Dies bezieht sich für mich jedoch rein nur auf die Geschichte. Der Schreibstil war wie immer flüssig und ließ sich sehr leicht lesen. Auch das Setting konnte mich wieder voll und ganz überzeugen, gerade da ich selbst aus der Region stamme, liebe ich die Reihe natürlich umso mehr, da ich einfach direkt beim Lesen immer ein Gefühl von Heimat habe.

Leider ist es auch wie bei allen vorangegangen Büchern so, dass zu Beginn einer Geschichte immer erstmal ganz viele Personen auftauchen, deren Namen man teilweise kaum auseinander halten kann. Glücklicherweise gibt es da jedoch immer ein Personenregister zu Beginn der Bücher, weshalb mich dieser Umstand gar nicht weiter stört.

Sehr gut gefallen hat mir, das Umfeld des Verlagswesens näher kennenzulernen, wobei auch da sicher das ein oder andere noch eher in die Tiefe hätte gehen können, jedoch hätte dies dann sicher noch mehr für zu viel Längen in dem Buch gesorgt. Dabei hat mir jedoch nicht gefallen, dass die bisherigen ersten Bücher von Nele Neuhaus nun in das Buch eingebunden wurden, in dem sie von Prof. Kirchhoff geschrieben wurden. Das war mir einfach reichlich suspekt und hat für mich persönlich einfach nicht gepasst. Denke aber das ist reine Geschmacksache.

Fazit:
Klassischer Nele Neuhaus Roman, welcher mir dieses Mal leider durch unnötige Längen den Lesefluss erschwert hat. Die Handlung konnte mich leider nicht richtig fesseln und somit hatte ich selten den Drang, direkt weiterlesen zu müssen.

Mittwoch, 16. Februar 2022

Rezension zu "Like fire we burn" von Ayla Dade [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Penguin

ISBN: 978-3-328-10773-6

Erschienen am: 10.01.2022

Seiten: 512 


Winter-Dreams-Reihe

1. Like snow we fall // 09.11.2021

2. Like fire we burn // 10.01.2022

3. Like ice we break // voraussichtlich 09.11.2022

4. Like shadows we hide // voraussichtlich 11.01.2023


Klappentext:


Zwei Jahre und zweitausend Meilen Abstand zwischen ihnen waren nicht genug. Als Aria nach Aspen zurückkehrt, um das Bed & Breakfast ihrer kranken Mutter zu leiten, rechnet sie nicht mit der Wucht ihrer wieder aufflammenden Gefühle: Noch immer empfindet sie etwas für Wyatt, den charismatischen Eishockeyspieler, der sie damals so tief verletzt hat. Sie hat sich jedoch geschworen, ihm nicht mehr zu nahe zu kommen – was sich als unmöglich erweist, denn Wyatt muss notgedrungen ins B&B einziehen. Aria schöpft Hoffnung, als sie endlich jemand Neuen kennenlernt – und macht Wyatt klar, dass sie nur noch als Freunde Zeit verbringen können. Doch bei einem Ausflug ins verschneite Gebirge sprühen die Funken zwischen ihnen und Wyatt scheint sie mit aller Macht überzeugen zu wollen, dass Freundschaft nie genug sein wird …


Meine Meinung:


„Like fire we burn“ ist Band 2 der „Die Winter-Dreams Reihe“ von Ayla Dade, welche in Aspen in einem wunderschönen Setting spielt, in welches ich mich sehr schnell schon in Band 1 verliebt hatte.

Band 1 und 2 sind an sich unabhängig voneinander lesbar. Man erfährt zwar in Band 1 bereits ein wenig zur Geschichte, welche im zweiten Band dann fortgeführt wird, benötigt diese Vorkenntnis meiner Meinung nach allerdings nicht zwingend. Schön ist es natürlich die Protagonisten Knox und Paisley aus Band 1 wieder zu treffen wird jedoch nicht allzu viel, meiner Meinung nach, gespoilert was den Vorgängerband betrifft.

Bis hierhin so weit so gut. Was nun kommt, fällt mir leider alles andere als leicht zu schreiben, denn als ich die Bücher entdeckte, habe ich mich auf den ersten Blick direkt in die beiden Cover verliebt und finde sie passen optisch auch wunderbar zueinander sowie jeweils einzeln sehr gut zur jeweiligen Geschichte beziehungsweise zum Titel. Voller Vorfreude machte ich mich also zunächst an den ersten Band (um den es hier ja aber gar nicht weiter gehen sollte, möchte nur zum Verständnis kurz darauf eingehen) und musste am Ende feststellen, dass die Story ganz süß war, allerdings nicht so ganz meins. Umso gespannter war ich dann aber natürlich auf Band 2 da ich schon oft, gerade bei jungen/neuen Autoren gemerkt habe, dass sie mit jedem weiteren Buch eine „Steigerung“ ihrer Schreibkunst zeigen.

Dabei ist die Kunst des Schreibens der Autorin hier für mich gar nicht das Problem gewesen, denn der Schreibstil, der bildlich und flüssig war und in ein wundervolles Setting eingebunden war hat mir außerordentlich gut gefallen.

Doch was hat mich nun eigentlich gestört? Und hier kann ich einfach nur sagen, die Geschichte an sich, war einfach nicht meines. Aria kehrt zwei Jahre nachdem ihr Ex-Freund Wyatt sie betrogen hat zurück in ihre Heimat und ist zurecht verletzt auf Grund der damaligen Geschehnisse, bis dahin gehe ich auch vollkommen konform und kann das ganze sehr gut nachvollziehen. Ich kann es auch natürlich verstehen, dass man so etwas nicht vergessen kann und es immer an einer Person nagen wird. Für mich persönlich war allerdings nicht nachvollziehbar, dass sie nach zwei Jahren immer noch so verletzt ist, dass sie meiner Meinung nach im absoluten Selbstmitleid badet. Dieses Selbstmitleid begleitet sie dann allerdings über so eine lange Spanne, dass mich dieses hin und her einfach mit der Zeit sehr genervt hat. Auch wenn in der Zwischenzeit immer wieder schöne Dinge passiert sind, überwiegend bei den Nebencharakteren, so wurde dies doch für mich von der Trauer von Aria sehr überschattet. Die letzten 100 Seiten wurde es dann etwas lockerer, aber wirklich gefallen haben mir am Ende doch nur die letzten zehn Seiten. Daher bin ich am Ende froh gewesen, das Buch bis zum Ende gelesen zu haben, obwohl ich schon des Öfteren darüber nachgedacht habe es abzubrechen.

Positiv hervorheben kann ich aber an dieser Stelle natürlich auch, dass mir die Entwicklung von Wyatt sehr gut gefallen hat. Gerade in Band 1 hatte ich doch noch ein sehr negatives Bild von ihm als Knox besten Freund, vor Augen, der mit seinem Verhalten sehr überheblich und eher wie ein Prolet wirkt. Dieses Bild wurde im jetzigen Band sehr gut revidiert und schon bald hatte sich der smarte Eishockeyspieler in mein Herz geschlichen. Zwar gibt es noch immer ein paar Dinge, bei denen ich mich fragte, warum Wyatt nun so handelt wie er handelt, das jedoch fand ich allerdings nicht so gravierend.

Darüber hinaus konnte sich auch mein Bild von Harper wandeln, auch sie wirkte in Band 1 sehr unnahbar und arrogant und stellte sich nun aber als Arias beste Freundin als sehr liebenswerte und fürsorgliche Person heraus, welcher das Glück ihrer Freundin besonders am Herzen liegt.

Unterm Strich kann ich also sagen, dass mir die sehr unterschiedlichen Protagonisten und Charaktere, welche Ayla Dade erschaffen hat, insgesamt alle sehr gut gefallen haben und sie absolut authentisch und mit viel Tiefe beschrieben waren.

Fazit:
Ayla Dade hat einen wundervollen, flüssigen und bildlichen Schreibstil, der mich persönlich direkt in das Buch mitnehmen konnte. Leider konnte mich die Geschichte an sich nicht von sich überzeugen, da sie mir einfach zu „Selbstmitleid“ beladen war und sich dies meiner Meinung nach über viel zu lange Zeit zog. Weniger Seiten wären hier eventuell besser gewesen.