Sonntag, 24. Juli 2022

Rezension zu "Das Haus der Hebammen - Susannes Sehnsucht" von Marie Adams [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-1037-5

Erschienen am: 16.05.2022

Seiten: 416


Die Hebammen von Köln

1. Susannes Sehnsucht // 16.05.2022

2. Carolas Chance // 18.07.2022

3. Ellas Entscheidung // voraussichtlich 21.09.2022


Klappentext:


Köln. Susanne, Carola und Ella arbeiten als Hebammen im selben Krankenhaus und sind gute Freundinnen. Als sie in der Cranachstraße 21 ein leer stehendes Haus entdecken, entscheiden sie sich, ein Geburtshaus zu gründen. Sie träumen davon, den werdenden Müttern und deren Babys die bestmögliche Geburt zu schenken – voll Geborgenheit und Wärme – und sie auch danach weiter zu begleiten. Als Susanne eine Frau betreut, die vorgibt, ihr erstes Kind zu erwarten, erkennt die erfahrene Hebamme anhand einiger Narben sofort die Lüge. Warum verheimlicht ihre Patientin die frühere Geburt? Sofort reißen bei Susanne alte Wunden auf. Denn sie hat in jungen Jahren eine Tochter geboren, die sie weggeben musste …


Meine Meinung:


Ich hatte von der Autorin zuvor noch nie gehört. Wurde aber dadurch, dass das Buch ja auch einem Roman aus dem Gesundheitswesen zugeordnet werden kann direkt vom Thema angesprochen.

Einmal begonnen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und das Thema, welches sie in ihrem Buch aufgreift, ist gerade auch heute noch aktuelle denn je. So geht es in erster Linie zwar um die Gründung des ersten Geburtshauses, welches tatsächlich erst im Jahr 1989 erfolgt ist, aber auch um die selbstbestimmte Geburt und dass man sich als Schwangere selbst aussuchen darf, wie und wo man gerne entbinden würde. Denn so eine Geburt ist in erster Linie eben nicht nur mit Schmerz zu betrachten sondern auch mit einem einschneidenden Erlebnis für jede Frau aber auch ihren Partner.

In Anbetracht dessen, dass ich vor zwei Jahren mein erstes Kind auf die Welt gebracht habe und in wenigen Wochen vor der Geburt des zweiten Kindes stehe, hat mich dieses Buch natürlich sicherlich nochmal auf ganz andere Art berühren können als wenn ich wohl gerade nicht schwanger gewesen wäre beim Lesen. So musste ich dann auch schon bei einem Schicksalsschlag in dem Buch besonders schlucken und konnte dann auch erstmal gar nicht weiterlesen, weil es mir so sehr unter die Haut ging.

Doch nicht nur das Geburtshaus an sich und der Zwist zwischen Krankenhaus und Geburtshaus steht hier im Fokus. Auch das Privatleben der Protagonisten wird auf sehr tolle Weise zum Ausdruck gebracht und brachte mich den drei Frauen auch direkt näher, so dass ich alle drei sehr schnell ins Herz schloss.

So hat es mir auch sehr gut gefallen, dass die drei zwar im Grunde ihre Liebe zum Beruf teilten, sich sonst aber sehr stark voneinander unterscheiden und auch sehr unterschiedliche Lebensstrukturen haben. Dennoch halten die drei wie Pech und Schwefel zusammen. Ich bin also letztlich einfach nur durch das Buch geflogen.

Fazit:
Ein wundervoller Auftakt einer vielversprechenden Triologie, deren Bücher jedoch auch unabhängig voneinander gelesen werden können.

Mittwoch, 20. Juli 2022

Rezension zu "Still with you" von Morgane Moncromble [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: LYX

ISBN: 978-3-7363-1552-5

Erschienen am: 26.11.2021

Seiten: 400


Einzelband


Klappentext:


Lara und ihre Zwillingsschwester Amelia haben bislang alles miteinander geteilt, allem voran ihre Leidenschaft für Akrobatik. Doch seit sich die Highschool ihrem Ende nähert, scheint sich Amelia immer mehr von Lara zu distanzieren. Lara setzt alles daran, ihr größtes Hobby zum Beruf zu machen und trotz der Vorurteile gegenüber ihrem Gewicht und ihrer Selbstzweifel an einer prestigeträchtigen Akrobatikschule angenommen zu werden. Und als ihre Schwester nicht mal mehr mit ihr trainieren möchte, bleibt ihr keine andere Wahl, als sich kurzerhand einen neuen Partner zu suchen: ihren Nachbarn und Klassenkameraden Casey, der ihr Herz gefährlich schnell schlagen lässt ...


Meine Meinung:


Für mich war dies das zweite Buch der Autorin und ich habe mich direkt wieder in alles an diesem Buch verliebt. 

Die flüssige, sehr gefühlvolle Schreibweise. Die sehr plastisch und realistisch wirkenden Protagonisten. Morgane Moncromble versteht es in ihre Geschichten Thematiken zu packen, welche unter die Haut gehen und setzt diese meiner Meinung nach sehr gut um. Passend dazu gibt es natürlich auch eine Triggerwarnung. Diese steht am Ende des Buches, man wird aber bereits bevor man beginnt das Buch zu lesen darauf hingewiesen.

Mit Lara bin ich als Protagonistin sehr schnell warm geworden. Ihre ganze Art hat mir sehr gut gefallen und sehr oft hatte ich das Gefühl, ich müsse dieses zauberhafte Wesen nun einfach mal in den Arm nehmen und trösten. Gerade dann wenn ihre Mutter es mal wieder auf sie „abgesehen“ hatte.

Die toxische Art ihrer Mutter, war für mich persönlich alles andere als schön, macht diese Geschichte aber nun zu weiten Teilen eben aus.

Der Aufbau von Laras „Beziehung“ zu Casey, ist für mich durchaus geglückt. Dabei ist das Tempo der beiden langsam und äußerst gefühlvoll. Durch die wechselende Erzählperspektive aus Laras sowie Caseys Sichtweise kann man sich auch bin beide sehr gut reinversetzen und lernt beide auf ihre eigene Art kennen. Zusammen sind die beiden einfach echt unwiderstehlich. Neben all den „harten“ Themen schafft es die Autorin aber auch immer wieder humorvolle Seiten in das Buch einzubinden, welches dieses Buch für mich zu etwas ganz besonderem macht

Das Alter der Protagonisten ist mit 17 zwar eher nicht im New Adult Bereich „anzusiedeln“ auf Grund der Thematik welche die Triggerwarnung jedoch preisgibt, würde ich es allerdings überhaupt nicht in den Young Adult Bereich einordnen.

Das Cover hat mich persönlich direkt angesprochen. Es ist nicht besonders auffallend oder hervorstechend. Dennoch mit der Blumenranke, meiner Meinung nach, besonders schön.

Fazit:

Ein wundervolles Buch mit so viel Gefühl, Hoffnung aber auch einer Spur Traurigkeit, welches ich gerne immer wieder lesen würde.

Donnerstag, 14. Juli 2022

Rezension zu "Die Engel von Berlin" von Hanna Lucas [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52772-6

Erschienen am: 01.04.2022

Seiten: 352


Einzelband


Klappentext:


1931: Für die lebenslustige Martha aus London ist Berlin eine faszinierende Stadt. Die häusliche Annegret lernt die Engländerin am Alexanderplatz kennen, mit ihr soll sie eine Gruppe junger Pfadfinderinnen im Grunewald leiten. Obwohl die beiden Frauen kaum unterschiedlicher sein könnten, entsteht eine tiefe Freundschaft, die durch den Krieg und Annegrets Mann auf eine harte Probe gestellt wird. Während Annegret Kinder vor der Deportation zu retten versucht, unternimmt Martha in London alles, um ihrer Freundin zu helfen. Aber dann nehmen die Luftangriffe der Deutschen auf London zu und damit ändert sich die Sicht vieler Engländer.


Meine Meinung:


Durch Zufall wurde ich auf dieses Buch aufmerksam. Da ich ein großer Fan von historischen Romane bin, fühlte ich mich bei diesem Buch natürlich direkt vom Klappentext angesprochen.

Schon der Einstieg ins Buch gefiel mehr sehr gut und ich wurde direkt mitgezogen in die bewegende Vergangenheit unserer Vorfahren. Dieser rote Faden zog sich durchweg durch die ganze Geschichte, so dass es mir immer wieder sehr schwer fiel den Lesefluss zu unterbrechen wenn ich das Buch mal beiseite legen musste.

Die Freundinnen Annegret und Martha sind absolut authentisch und detailreich beschrieben und jede ihrer Handlungen und Gedankengänge ist absolut nachvollziehbar. Gerade ihre Ängste und Sorgen in der Kriegszeit gingen mir unter die Haut und auch wenn die Thematik sicher schon in einigen Büchern aufgegriffen wurde, welche ich gelesen habe, so ist mir auch diese Geschichte wieder unter die Haut gegangen. Wie sich jede auf ihre Art in einer absolut schwierigen Zeit für ihre Mitmenschen einsetzt und dabei selbst wahnsinnig viel riskiert, zeigt, wie viel ihnen ihre Mitmenschen bedeuten und dass sie niemals jemanden auf Grund seiner Herkunft oder Religion verurteilen würden. Dafür riskieren die beiden Frauen jedoch sehr viel. Und auch sie selbst müssen mit Niederlagen und Rückschlägen zurecht kommen.

Der Schreibstil der Autorin hat mich ab der ersten Seite für sich einnehmen können. Ist mitreißend und lässt sich fließend lesen. Auch das Cover spricht für sich und passt meiner Meinung nach hervorragend zu dem Buch.

Ich bin jetzt schon gespannt ob wir in Zukunft noch mehr von der Autorin lesen werden dürfen.

Fazit:

Eine aufwühlende und mitreißende Geschichte, der mich zutiefst erschüttert hat, obwohl schon sehr viele historische Romane aus der gleichen Zeit gelesen habe.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Rezension zu "Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste" von Anne Stern [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Rowohlt

ISBN: 978-3-499-00423-0

Erschienen am: 12.04.2022

Seiten: 352


Die Lichterfelde-Reihe

1. Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste // 12.04.2022

2. Die Frauen vom Karlsplatz - Henny // 14.06.2022

3. Die Frauen vom Karlsplatz - Vera // 16.08.2022

4. Die Frauen vom Karlsplatz - Maria // voraussichtlich 18.10.2022


Klappentext:


Lichterfelde, 1892: Zusammen mit ihrer Familie ist die junge Auguste in die neu gegründete Villenkolonie im Süden Berlins gezogen. Dort soll sie eine höhere Mädchenschule besuchen und auf ihre gesellschaftliche Rolle als Ehefrau vorbereitet werden. In der Unternehmertochter Lotte findet sie eine Seelenverwandte. Die neue Freundin ist ein Freigeist und sehnt sich danach, aus dem Korsett der wilhelminischen Gesellschaft auszubrechen. Aber eine Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen will, gilt schnell als Rebellin. Als Auguste verlobt werden soll, ahnt sie nicht, welch dramatische Wendung ihr Leben in diesem Jahr nehmen wird …


Meine Meinung:

Bei „Die Frauen vom Karlsplatz - Auguste“ handelt es sich um den Auftaktband der neuen Reihe von Anne Stern. Insgesamt wird es 4 Bände geben wovon der letzte voraussichtlich im Oktober 2022 erscheinen wird.

Die Bücher erstrecken sich über eine Zeitspanne von 1892 (Band 1) - 1968 (Band 4). Da die Bücher meinen Gedanken nach aufeinander aufbauen werden empfiehlt es sich, die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Bei der Auflage handelt es sich übrigens über eine Neuauflage, die Autorin hat dieses vor einigen Jahren bereits schon mal im Selfpublishing veröffentlicht.

Ich wurde durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam. Ich lese gerne historische Romane, allerdings eher welche mit dem Schwerpunkt im zweiten Weltkrieg oder der deutsch-deutschen Teilung. Dass hier die Geschichte nun noch weit vor dem ersten Weltkrieg beginnen würde, war für mich erstmal eher abschreckend. Doch ich wurde schnell von etwas besserem belehrt.

Bedingt durch den bildlichen Schreibstil der Autorin wurde ich unmittelbar mit Beginn der Geschichte praktisch in das Buch „eingesaugt“. Die Autorin legt in ihrer Geschichte einen besonderen Blickwinkel auf die Emanzipation der Frau, welche schon damals wohl eine große Rolle spielt und schaffte es, dass Auguste zwar auf den ersten Blick wie das „gehorsame“ Mädchen wirkte, auf den zweiten Blick jedoch ganz klar ihren eigenen Kopf hatte und sich so schnell nichts vorschreiben lies. Dabei ist für mich persönlich gerade dieser Konflikt und die „Verwandlung“ der jungen Auguste interessant gewesen.

Auch das Berlin der damaligen Zeit fand ich faszinierend. Man merkt, dass Anne Stern ganz toll recherchiert hat und somit ein lebendiges Bild des Kaiserreichs erschaffen hat.

Fazit:

Ein wundervoller Roman mit einer starken Protagonistin. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen.

Dienstag, 28. Juni 2022

Rezension zu "Unser Weg nach morgen" von Jana Voosen [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Heyne

ISBN: 978-3-453-42525-5

Erschienen am: 09.11.2021

Seiten: 432


Einzelband


Klappentext:


Hamburg, 1937: Lilo wächst als behütetes Nesthäkchen in einer parteitreuen Kaufmannsfamilie auf. Schon lange ist sie unsterblich in den Freund ihres Bruders verliebt. Als Ludwig endlich auf sie aufmerksam wird, entführt er sie in die verlockende und verbotene Welt der Swing-Jugend. Braves Hitlermädchen bei Tag, durchtanzt sie nun heimlich die Nächte im Alsterpavillon. Doch dann verschwindet Ludwig—und Lilo ist schwanger. Im Kampf um ihre Tochter wächst sie über sich hinaus.
2019: Nele hat den kleinen Buchladen ihres Vaters in Ottensen übernommen. Eines Tages übergibt ihr eine Kundin die Lebenserinnerungen von Lilo: Es ist das richtige Buch zur richtigen Zeit. Denn es gibt Nele den Mut, endlich ihren eigenen Weg zu gehen.


Meine Meinung:


Für mich war dies das erste Buch der Autorin. Angesprochen hatte mich vor allem der Klappentext. Aber auch das Cover machte mich auf das Buch aufmerksam und neugierig. Ich bin nicht wirklich der Freund von Personen auf dem Cover, finde es hier aber sehr gut getroffen, da man den Personen nicht offensichtlich ins Gesicht blickt sondern sie von hinten und leicht seitlich angeschnitten sieht. (Alles andere würde meine Fantasie ärgern, da ich mir meist Personen vor meinem geistigen Auge selbst, an Hand der Beschreibung, forme 🤭 ). Gleichzeitig weckte das Cover ihn mir aber eine gewisse Sehnsucht beziehungsweise finde ich hebt es nochmal deutlich den „Blick nach vorne“ hervor und das passt in Verknüpfung sehr gut zum Titel finde ich.

Einmal im Buch abgetaucht, fiel es mir dann auch sehr schwer, es wieder bei Seite zu legen. Die Autorin verstand es auf richtig gute Weise die Vergangenheit Lilos aus dem Jahr 1937 mit der Handlung in der Gegenwart von Nele im Jahr 2019 zu verweben. Gerade das lies mich nämlich zu Beginn des Buches eher zögern, da ich an Hand des Klappentext das große Fragezeichen hatte in wie weit, man diese beiden Geschichten so miteinander verbinden kann, dass sie am Ende ein „gemeinsames“ ergeben.

Der bildhafte Schreibstil sorgte ebenso dafür gut in die Geschichte reinzukommen, sowie gefesselt zu werden. Die Protagonisten sind für mich sehr detailreich und authentisch beschrieben. Ich konnte mich in beide Protagonisten sehr gut reinversetzen und habe geradezu mit Lilo gelitten. Gerade der Kampf um ihre Tochter, ging mir wahnsinnig nah.

Auch Nele habe ich direkt ins Herz geschlossen gehabt. Ihre Entwicklung auf der Grundlage von Lilos Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die „Message“, welche die Autorin meiner Meinung nach mit Neles Geschichte dem Leser nahebringen möchte, ist meiner Meinung nach aktueller denn je, nämlich auch mal NEIN zu sagen. Nele schafft es am Ende dank dem Skript von Lilo ihren eigenen Weg zu finden und das zeichnet für mich ein wunderbares Ende aus. Welchen Weg sie gehen wird und wie sie dahin gelangt, das müsst ihr natürlich schon selbst lesen ☺️

Fazit:

Ein absolut fesselnder Roman mit zwei für sich stehende „Handlungen“ welche am Ende ein tolles großes und ganzes ergeben. Ich werde auf jeden Fall auch weitere Bücher der Autorin lesen.

Donnerstag, 23. Juni 2022

Rezension zu "Schreib oder stirb" von Fitzek & Beisenherz [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-28273-1

Erschienen am: 30.03.2022

Seiten: 336


Einzelband


Klappentext:


Carl Vorlau, mysteriöser Patient einer psychiatrischen Privatklinik, behauptet, vor Monaten die siebenjährige Pia entführt und an einen geheimen Ort verschleppt zu haben. Über seine Tat will Vorlau nur mit einem einzigen Menschen reden - dem ebenso humorvollen wie unkonventionell arbeitenden Literaturagenten David Dolla, dem Vorlau ein diabolisches Angebot macht: Der Agent soll ihm einen Verlagsvorschuss von einer Million Euro verschaffen, für einen Thriller mit dem Titel „Ich töte was, was du nicht siehst“. Ein Geständnis in Form eines True-Crime-Romans über das Schicksal der kleinen Pia!
Als Belohnung verspricht Vorlau, Dolla zu einem Helden zu machen, der das Mädchen in letzter Sekunde vor dem sicheren Tod rettet. Sollte Dolla den Auftrag jedoch ablehnen, will Vorlau nicht nur Pia sterben lassen, sondern auch das Leben des Agenten für immer zerstören …


Meine Meinung:


Ich war sehr gespannt auf dieses Werk der Autoren, immerhin sind Thriller und Komik ja doch sehr gegensätzliche Dinge und ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieses auch in Verbindung gut harmonieren kann. 

Genau das wurde mir dann auch zum Verhängnis. Bei mir konnte der für mich vollkommen überzogene Humor nicht landen. Während der Thriller versucht seinen Spannungsbogen zu halten, fand ich persönlich als würde der Gegenpart versuchen die Komik an den Haaren herbeizuziehen.

Leider wurde ich auch mit den Charakteren der Geschichte überhaupt nicht warm. Die Geschichte konnte mich leider einfach nicht fesseln und so schweiften meine Gedanken dann auch immer wieder ab.

Ich hatte dann erstmal pausiert um zu schauen, ob es mit bei einer zweiten Chance vllt doch anders ergeht. Aber leider Fehlanzeige.

Leider echt schade, denn ich mag den Großteil der Bücher von Fitzek. Andererseits, es war ein Experiment, es ist für mich persönlich nicht geglückt. Doch Geschmäcker sind zum Glück verschiednen und den ein oder anderen gefällt das Buch sicherlich. Deswegen möchte ich dem Buch natürlich auch gar nicht seine Daseinsberechtigung absprechen. Für mich persönlich war es nur leider nichts.

Fazit:

Ich persönlich würde nicht nochmal zu einem humoristischen Thriller greifen, freue mich aber über jeden neuen für sich stehenden Thriller, den Fitzek rausbringt.

Mittwoch, 22. Juni 2022

Rezension zu "Klinikum Berlin - Herzrasen" von Helene Lynd [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Goldmann

ISBN: 978-3-442-49107-0

Erschienen am: 14.03.2022

Seiten: 480


Klinikum-Berlin Reihe

1. Herzklopfen // 17.01.2022

2. Herzrasen // 14.03.2022


Klappentext:


Klinikum Berlin: Sowohl beim Versorgen kleiner Blessuren als auch beim unerbittlichen Kampf um Leben und Tod ist das Team der Notaufnahme pausenlos im Einsatz. So auch die junge Assistenzärztin Lotti Richter. Nach ihrer turbulenten Anfangszeit ist Lotti endlich angekommen: in der Hauptstadt, im hektischen Krankenhausalltag – und in einer neuen Beziehung. Doch bleibt Lotti kaum Zeit, ihr privates Glück zu genießen und beruflich weiter Fuß zu fassen. Denn als sie sich neben einer medizinischen Krise auch einer persönlichen Tragödie stellen muss, setzt Lotti alles aufs Spiel …


Meine Meinung:


Bei Klinikum Berlin-Herzrasen handelt es sich um Band zwei der Autorin und Ärztin Helene Lynd. Während ich bei Band eins zunächst Schwierigkeiten hatte richtig in die Geschichte zu kommen, was ich bei Band 2 ziemlich schnell drin und konnte dieses Mal noch viel mehr mit den bereits bekannten aber auch neuen Protagonisten mitfiebern.

Die Autorin schafft es wieder mal den Alltag im Krankenhaus und hier vor allem in einer Notaufnahme so detailgetreu zu schildern, dass in keinster Weise Langeweile beim Lesen aufkommen kann.

Die vielen verschiedenen Protagonisten die alle neben einem „großen“ Skandal auch noch mit ihrem eigenen Privatleben zu kämpfen haben kommen dabei wieder authentisch und absolut menschlich rüber. Bis auf ein Charakter, der Wolf, mit dem ich auch schon in Band 1 zunächst nicht wirklich warm wurde. Das hat sich in Band zwei nun wirklich überraschenderweise dann doch aber zum Ende hin geändert.

War ich der Annahme, dass Lotti im ersten Band ihr Happy End bereits gefunden hat, wird nun in Band 2 alles auf den Kopf gestellt und die Karten werden neu gemischt. Das fand ich nun zunächst gar nicht so toll, da ich sie und ihren Laurenz als absolutes Traumpaar empfunden habe. Wie sich ihre Geschichte entwickelt hat, hat mir also dezent das Herz gebrochen, aber das war im Nachhinein okay, denn die Autorin hat es auch wieder zusammen gesetzt. Anders als ich es mir gewünscht hätte, aber so ist das Leben nun mal, es ist kein Wunschkonzert.

Das muss die Besatzung des Klinikum Berlins eben auch am eigenen Leib erfahren und wie das in der Geschichte umgesetzt wurde, hat mir außerordentlich gut gefallen, so dass ich das Buch zeitweise wirklich nicht mehr aus den Händen legen konnte.

Leider ging aber auch der ein oder andere Charakter „verschüttet“ und so war die mir durchaus sympathische Anästhesistin Catrin auf einmal von der Bildfläche verschwunden. Lediglich in einem Satz wurde sie noch erwähnt. Das fand ich doch schon sehr schade. Auch Daniel ging im zweiten Band zunächst wirklich unter, bis es dann in seinem privaten Umfeld zum Drama kam.

Generell war aber das Team und der Zusammenhalt innerhalb des Kollegiums wieder so toll und stark beschrieben, dass man zeitweise das Gefühl hatte selbst zum Team zu gehören.

Ich hoffe gerade dadurch, dass es noch weitere Teile vom Klinikum geben wird.

Fazit: 
Eine fesselnde Geschichte in einem tollen Krankenhaussetting mit einem durchaus herzlichen und starken Team, dessen Bestandteil man gerne selbst wäre.

Freitag, 17. Juni 2022

Rezension zu "Die Reise der Sommerfrauen" von Sarah Morgan [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: HarperCollins

ISBN: 978-3-7499-0360-3

Erschienen am: 22.03.2022

Seiten: 448


Einzelband


Klappentext:


Kathleen will sich wieder ins Abenteuer stürzen und lieber die große Reise quer durch die USA unternehmen – statt ins Seniorenheim zu ziehen. Ihre Tochter Liza steckt mitten im Alltagstrubel mit Mann und Kindern. Da fehlten ihr neue Sorgen um ihre Mutter gerade noch. Aber sie treffen eine Vereinbarung: Liza hütet das Cottage in Cornwall, wenn Kathleen sich von jemandem fahren lässt. Das übernimmt die junge Martha allzu gern und nutzt die Chance, endlich den Erwartungen ihrer Familie zu entfliehen.
Vor den drei Frauen liegt ein Sommer voll Liebe und neuer Wege ins Glück.


Meine Meinung:


Wer mich und meinen Buchgeschmack kennt, weiß dass ich seit vielen Jahren an keiner Neuerscheinung von Sarah Morgan vorbeigekommen bin.

Bei der Autorin und ihren Geschichten stimmt für mich einfach (fast immer) alles. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Bei den Geschichten, die Sarah erzählt, hat man das Gefühl, sie hat sie geradezu aus dem Leben gegriffen und auch ihre Protagonisten sind mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet.

Auch bei diesem Buch war das genau das was ich erwartet hatte. Enttäuscht wurde ich von diesem Buch also nicht. Dennoch muss ich sagen, war es in meinen Augen nicht das stärkste Buch der Autorin. Mir persönlich hat die Geschichte und die Idee der Reise welche Kathleen unternehmen möchte und dafür Martha mit ins Boot holt gut gefallen. Dennoch hatte ich immer das Gefühl, dass da noch so viel zu erzählen gewesen wäre um allen drei Frauen und ihrer unterschiedlichen Lebensläufen bisher gerecht zu werden. So hatte ich für mich einfach das Gefühl von jeder dieser Frauen nur einen Teil zu erfahren, weil sie ja nun auch mal die Zeit nicht gemeinsam verbringen sondern Liza getrennt von Kathleen und Martha die Zeit in Kathleens Cottage verbringt. Das Cottage und vor allem das Setting von Cornwall haben es mir aber besonders angetan. Und auch das Setting der Route66 konnte mich durchaus begeistern, würde ich sie doch so gerne selbst mal entlang fahren.

Das Ende kam für mich dann leider auch wirklich viel zu schnell, was nun sicher auch daran liegen mag, dass sich die Bücher eben einfach so schön „weglesen“ lassen. Ich glaube diese Geschichte hätte für mich niemals enden sollen und ich hätte sie dennoch gelesen, da ich diese drei Frauen so ins Herz geschlossen habe, dass ich mir einfach noch mehr von ihnen gewünscht hatte.

Fazit:
Ein wirklich toller sommerlicher Roman über Freundschaften, Liebe und zweite Chancen.

Dienstag, 7. Juni 2022

Rezension zu "Drehbuch für ein Happy End" von Kate Fisher [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Montlake

ISBN: 978-2-496-70983-4

Erschienen am: 26.04.2022

Seiten: 313


California-Kisses-Reihe

1. Leinwand frei für die Liebe // 08.02.2022

2. Drehbuch für ein Happy End // 26.04.2022


Klappentext:


Lucy Boyer, Enkelin eines legendären Schauspielers, leitet in Hollywood die Filmstiftung ihres Großvaters. Ihr glamouröses Leben findet ein jähes Ende, als sie ein Riesenskandal zur Flucht aufs Land zu ihrer Cousine Jillian zwingt.
In der malerischen Kleinstadt bleibt kein Geheimnis lange verborgen. Weder Lucys desaströse Kochkünste noch das Interesse, das ihr der attraktive Fahrradkurier Alec entgegenbringt. Oder ihr Organisationstalent! Das wird nämlich dringend gebraucht, als ein Stadtfest ansteht, das der baufälligen Grundschule zu Spenden verhelfen soll.
Als die Presse Wind von ihrem neuen Aufenthaltsort bekommt, ist das Chaos groß. Und das Letzte, was sie in dieser schwierigen Situation gebrauchen kann, ist ein Mann, der ihr den Kopf verdreht. Denn eigentlich hatte Lucy mit Männern abgeschlossen – dachte sie jedenfalls.


Meine Meinung:


„Drehbuch für ein Happy End“ ist Band zwei der California Kisses Reihe von Kate Fisher. Und ich möchte jetzt schon bemerken, dass ich wirklich hoffe, dass es noch weitere Bände der Reihe geben wird. Denn ich habe mich absolut und restlos in dieses wunderschöne kleine Dorf verliebt, in dem zwar jeder jeden kennt, aber die Hilfsbereitschaft auch einfach keine Grenzen kennt.

Man muss Band 1 jedoch nicht zwingend gelesen haben und Band 2 zu verstehen, es führt aber dazu, dass man gespoilert wird bezüglich dem Paar, um welches es in Band 1 geht.

Wieder hat mich der Schreibstil der Autorin in ihren Bann gezogen und nur sehr schwer aus der Geschichte wieder auftauchen lassen. Tatsächlich fesselte mich das Buch noch stärker an sich als Band eins seinerzeit, und der war schon ziemlich gut (meine Rezension dazu könnt ihr einem früheren Beitrag entnehmen).

Die Protagonisten sind authentisch. Ihr Handeln ist nachvollziehbar und zieht sich mit einem roten Faden durch das Buch, so dass zu keiner Zeit Langeweile beim Lesen aufgekommen ist. Auch die Entwicklung und der Aufbau hat mir sehr gut gefallen, es ging nicht zu zügig aber auch absolut nicht überstürzt. Lucy hatte somit recht schnell mein Herz erobert, nachdem ich sie im Vorgängerbuch erstmal eher distanziert und zu kühl fand. Im Gesamtpaket betrachtet, ist ihre anfängliche Art dennoch durchaus nachvollziehbar und macht sie gerade so liebenswert.

Alec hingegen war für mich direkt der „Traummann“ schlecht hin und natürlich ist es in gewisser Weise vorhersehbar, was am Ende mit den beiden sein wird dennoch ist der Weg dahin einfach toll beschrieben.

Das Cover ist wie auch schon bei Band 1 absolut toll und einfach so schön farbenfroh und fällt durch seinen Wiedererkennungswert auch direkt auf.

Fazit:
Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen der gerne sanfte Lovestorys mit einem Hauch Spannung in einem tollen Kleinstadt-Flair liest.

Mittwoch, 25. Mai 2022

Rezension zu "A place to love" von Lilly Lucas [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52861-7

Erschienen am: 02.05.2022

Seiten: 352


Cherry Hill-Reihe

1. A Place to love // 02.05.2022

2. A Place to grow // 01.09.2022

3. A Place to belong // 01.03.2023


Klappentext:


Seit dem überraschenden Tod ihres Vaters vor drei Jahren leitet Juniper (June) McCarthy mit ihrer Mutter und ihren Schwestern Cherry Hill, die Obstfarm der Familie. Die 25-Jährige liebt die Farm im ländlichen Colorado, und sie fühlt sich verantwortlich für das Familienunternehmen, das ihrem Vater so viel bedeutet hat und in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Deshalb hat sie damals auch ihrer großen Liebe Henry unter einem Vorwand den Laufpass gegeben, um seinen Zukunftsplänen in Wales nicht im Weg zu stehen. Als er jedoch eines Tages auf Cherry Hill auftaucht, stürzt er June in ein absolutes Gefühlschaos …


Meine Meinung:


Seit ich die „Green-Valley“ Reihe gelesen habe gehört Lilly Lucas für mich zu einer der Schriftstellerinnen die es versteht „Wohlfühlromane" zu schreiben, welche den Leser abholen und voll und ganz in ihren Bann ziehen. Dementsprechend hatte ich an Band 1 der neuen Reihe natürlich auch recht hohe Erwartungen und kann schon mal vorweg nehmen, dass ich nicht enttäuscht wurde.

Lilly entführt uns in das kleine Städtchen Cherry Hill in Colorado und ganz nebenbei gibt es eine ganz kurze Stippvisite in Green Valley (ganz große Liebe). Und obwohl Cherry Hill so ganz anders ist als Green Valley hatte ich schon nach den ersten Seiten das Gefühl von „nach Hause kommen“.

June ist so eine herzliche Persönlichkeit mit soviel Tiefe und trägt das Herz einfach auf dem rechten Fleck. Für ihre Familie würde sie einfach alles tun und das merkt man ihr auch ganz eindeutig an. Aber auch Henry ist ein wundervoller Typ der seine Gefühle offen zeigen kann und auch jederzeit zu ihnen steht. Gemeinsam sind die beiden nun einfach mal absolut unschlagbar und ein wenig haben sie mich einfach an „Sweet Home Alabama“ (der Film) erinnert.

Doch auch die anderen Charaktere sind jeder für sich so wundervoll und einzigartig dass sie alle gemeinsam eine so tolle Gruppe bilden.

Der Schreibstil der Autorin ist auch in diesem Buch flüssig und man kommt beim lesen zügig voran. Fast schon zu schnell, denn bei nur etwas mehr als 300 Seiten ist man doch viel schneller mit dem Lesen durch als man es gerne wäre, weil das Setting und die Grundstimmung einen einfach so sehr in den Bann ziehen, dass man am liebsten noch viel länger in Cherry Hill bleiben würde.

Daher freue ich mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band der Reihe und hoffe, dass es noch viel mehr Bände geben wird.

Wen das nun noch nicht überzeugt hat, direkt zu dem Buch zu greifen, schaue sich doch bitte nochmal das Cover an. Also bitte wer bei solch einem schlichten und dennoch sehr ästhetischen Cover widerstehen kann, den kann ich dann leider auch nicht verstehen (ein bisschen Spaß muss sein, wo ich doch bekanntlich ein absolutes „Coveropfer“ bin 😆 ).

Die Blumen findet man nun also auch nicht nur auf dem Cover, sondern sie ziehen sich durch das ganze Buch hindurch in dem die Seite über den Kapitelanfängen damit versehen sind. Gefällt mir einfach richtig gut 😊

Freitag, 20. Mai 2022

Rezension zu "Die Radioschwestern - Klänge einer neuen Zeit" von Eva Wagendorfer [Werbung/Rezensionsexemplar]

 

Erschienen bei: Penguin 

ISBN: 978-3-328-10796-5

Erschienen am: 08.03.2022

Seiten: 432


Die Radioschwestern-Saga

1. Klänge einer neuen Zeit // 08.03.2022

2. Melodien einer neuen Welt // voraussichtlich 15.03.2023


Klappentext:


Frankfurt, 1927: Ihre Zukunft ist das Radio – da sind sich Gesa, Inge und Margot sicher. Die Freundinnen haben eine Stelle bei einem neu gegründeten Radiosender ergattert und träumen nun von einer glänzenden Karriere. Gesa möchte Hörspielsprecherin werden, die lebenshungrige Inge als berühmte Sängerin die Bühnen der Welt erobern, und Margot möchte endlich als Cellistin von ihren männlichen Kollegen im Rundfunkorchester anerkannt werden. Denn obwohl eine kreative Aufbruchsstimmung in der Luft liegt, müssen die jungen Frauen gegen alte Konventionen ankämpfen. Unterstützung bekommen sie vom neuen Intendanten, zu dem sich Gesa immer mehr hingezogen fühlt. Voller Tatendrang blicken die Freundinnen in die Zukunft, um ihren gemeinsamen Traum wahr werden zu lassen: Endlich frei und glücklich zu sein!


Meine Meinung:


Meist möchte ich ein Buch lesen, weil mir ein Klappentext oder das Cover zusagt. In diesem Fall fand ich den Klappentext zwar schon ansprechend, hätte wohl aber eher nicht nach dem Buch direkt nach dem Buch gegriffen, wenn es nicht in Frankfurt/Main spielen würde. Obwohl mich historische Romane ja doch schon sehr stark interessieren und es immer wieder mein Plan ist nicht nur historische Romane aus dem 2. Weltkrieg oder der DDR zu lesen (was einfach immer noch der überwiegende Anteil meiner liebsten historischen Romane ist)

Nun aber wirklich zu meiner Meinung :-)

Der Einstieg ins Buch fiel mir zu Beginn leider alles andere als leicht und ich kann nicht mal genau sagen woran es lag. Schreibstil und Setting an sich haben mir von Anfang an sehr gut gefallen. Schon beim ersten Kapitel fiel mir positiv auf, dass zu jedem Beginn eines Kapitels eine „Nachrichtenschlagzeile“ wiedergegeben wurde, gemeinsam mit einer Erklärung darüber was aus besagter Person (um der es in den Nachrichten ging) wurde beziehungsweise einen ganz kurzen Abriss aus derem Leben.

Auch die Idee der Geschichte, die Gründung des Rundfunkdienstes hat mich direkt in ihren Bann genommen, ist es doch heute schon selbstverständlich rund um die Uhr und permanent Radio und dann auch noch eine sehr große Auswahl an unterschiedlicher Sender zu haben, so war es 1926 (zu dieser Zeit beginnt die Geschichte im Buch) eben nicht selbstverständlich über diesen „Luxus“ zu verfügen.

So nimmt die Autorin einen mit auf dem Weg der Entstehung des Radios und der wohl ersten „Hörbücher“ der deutschen Geschichte, die damals jedoch nicht jederzeit via Streaming und auf Abruf gehört werden konnten. Nein im Jahr 1927 wurden Hörspiele live im Radio übertragen, eine Wiederholung gab es nicht. Das Hörspiel welches in diesem Buch seinen Lauf nimmt, läuft also mit insgesamt acht Folgen für acht Wochen und bringt die Frankfurter dazu sich schnellstmöglich ein eigenes Radiogerät zuzulegen, denn es fesselt doch den ein oder anderen Hörer vor sein Gerät. Ein wenig erinnert es mich an den Vorreiter einer spannenden Fernsehserie, welche nach jeder Folge mit einem Cliffhanger endet.

Mit den Protagonisten hatte ich zunächst eher meine Probleme, und ich denke hier liegt auch der Grund, warum es für mich einfach etwas brauchte ins Buch zu kommen.

Gesa welche man als erstes kennenlernt in dem Moment wo sie in Frankfurt ankommt, scheint absolut unscheinbar und ich konnte einfach lange Zeit keinen Bezug zu ihr herstellen. Als sich ihre Freundschaft mit den beiden Frauen Inge und Margot zunehmend vertieft lernt man dann als Leser jedoch auch die „wirkliche“ Gesa kennen. Dies geschah für mich im Austausch zwischen den Frauen, der zweifelsohne Tief in deren Gefühle und Wünsche blicken lässt und doch hat mich das Gefühl nie los gelassen, dass diese Frauen dennoch immer noch ihre Geheimnisse haben.

Jede von ihnen hat im Verlauf der Buches ihre eigene „Geschichte“ und muss sich gegen verletzte Gefühle, falsche Tatsachen und Diskriminierung durchsetzen. Spätestens da hatte mich das Buch dann auch vollends abgeholt und abtauchen lassen, so dass ich es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Ich bewunderte die drei Frauen für ihren Mut und ihre Stärke. Gemeinsam oder gerade durch ihren Zusammenhalt gelangen sie am Ende dazu ihre jeweiligen Situationen zu meistern.

Der Abschluss des Buches lässt zunächst auch nicht darauf deuten, dass es noch einen weiteren Band geben wird. Das wird es jedoch und ich freue mich nun schon sehr auf diesen zweiten Band, finde es aber etwas schade, dass dieser erst nächstes Jahr im März und somit ein Jahr nach Band eins erscheinen wird. (Dies fließt selbstredend nicht in die Bewertung ein)

Fazit:
Es benötigt eventuell etwas Zeit um in die Geschichte zu finden. Die Schreibweise (nicht der Schreibstil) sind zunächst möglicherweise etwas abschreckend und doch kann es dieses Buch mit der Zeit schaffen einen in den Bann zu ziehen, daher spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.

Dienstag, 17. Mai 2022

Rezension zu "Für immer deine Tochter" von Hera Lind [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Diana

ISBN: 978-3-453-29230-7

Erschienen am: 11.04.2022

Seiten: 448


Einzelband


Klappentext:


Paula findet in einer Küchenschublade das Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter. Nie hatte Anna von ihrer Flucht mit Baby Paula aus Pommern nach Kriegsende 1945 erzählt. Doch beim Lesen offenbart sich Paula eine Wahrheit, die sie vollkommen aus der Bahn wirft. Ergreifend berichtet Anna von ihrem monatelangen Verstecken mit dem Säugling auf einem Dachboden, von ihrer Verzweiflung, immer den Tod vor Augen, und von dem Deserteur Karl, der Anna und die kleine Tochter in letzter Sekunde rettet. Als Paula von ihrer wahren Identität erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen, und sie macht sich auf, um ihre Spuren zu finden.


Meine Meinung:




Seit ich vergangenes Jahr die Tatsachenromane von Hera Lind entdeckt habe, bin ich ein rießen Fan dieser Bücher. (Entdeckt hatte ich sie eigentlich vorher schon, nur eben bis dato nicht gelesen). Dies ist nun also schon das vierte oder fünfte Buch der Art, welches ich innerhalb von kurzer Zeit verschlungen habe.

Auch bei diesem Buch passte für mich einfach wieder alles. Der Schreibstil der Autorin ist wie schon gewohnt leicht und man fliegt einfach geradezu durch die Seiten so sehr fesselte sie mich als Leserin an das Buch.

Das Thema an sich, ist wie auch schon bei anderen ihrer Tatsachenromane keine „leichte Kost“, Hera Lind schafft es aber dennoch einen Rahmen zu schaffen, der dennoch sehr auf Harmonie aus ist und nicht nur die Gräueltaten der damaligen Zeit hervorhebt.

Die Protagonisten sind sehr liebevoll und detailreich erschaffen und durch die transparente Erzählweise erfährt man auch sehr viel über die einzelnen Personen ihre Gefühle sowie ihre Handlungen. Hier finde ich es persönlich immer schwer zu sagen, welche Eigenschaften mir besonders gut oder eher negativ aufgefallen sind. Sind die Protagonisten zwar zum Teil auch fiktiv, so gab/gibt es die eigentliche Person dahinter ja schon (wäre ja sonst kein Tatsachenroman). Sich da in Anbetracht der erlebten Geschehnisse ein Urteil drüber erlauben zu dürfen, steht einem meiner Meinung nach nicht zu. Vor allem wie und warum sie so handeln wie sie handeln. Eine Sache ist Hera Lind dabei wieder hervorragend gelungen, kann man dem Nachwort entnehmen, dass dieses Buch doch tatsächlich auf den Geschichten zweier unterschiedlicher Personen beruht, ist dies der Geschichte selbst absolut nicht zu entnehmen. Hier zeigt sich einfach wie gut die Autorin ihr Handwerk versteht und der Geschichte so ihren ganz eigenen Atem einhaucht. Auch erwähnt sie, dass nicht alles detailgetreu den Tatsachen entnommen wurde sondern auch noch ihre eigene künstlerische Freiheit im Buch Anklang findet. Dies gefällt mir besonders gut, da sie es somit gut umgehen kann möglicher Trigger für betroffene der damaligen Zeit zu schaffen. Auch wenn die damalige Generation nun leider mittlerweile in einem Alter ist, in der sie eher zur Minderheit der Bevölkerung bzw der Leser gehören wird. Gerade aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass diese Tatsachenromane eine sehr wichtige Rolle in der Literatur einnehmen.

Fazit:
Wie schon bei ihren vergangenen Bücher ist Hera Lind hier ein wundervoller Tatsachenroman gelungen, der den Leser in den Bann zieht und zum Nachdenken anregt.

Donnerstag, 12. Mai 2022

Rezension zu "Der 13. Mann" von Schiecker und Tsokos [Werbung/Rezensionsexemplar]

Erschienen bei: Knaur

ISBN: 978-3-426-52844-0

Erschienen am: 01.03.2022

Seiten: 336


Eberhardt & Jarmer ermitteln

1. Die 7. Zeugin // 01.02.2021

2. Der 13. Mann // 01.03.2022



Klappentext:


Rocco Eberhardt kann kaum glauben, was den unscheinbaren Timo Krampe in seine Anwaltskanzlei führt. Timo wollte mit seinem Freund Jörg einen Skandal von enormer Sprengkraft aufdecken, doch nun ist Jörg verschwunden. Ermordet, wie Rechtsmediziner Justus Jarmer angesichts der Wasserleiche auf seinem Tisch vermutet. Und auch Timos Leben scheint in Gefahr, denn seine Enthüllung ist wahrlich brisant: Im Rahmen des Granther-Experiments hatten Berliner Jugendämter noch bis 2003 Pflegekinder bewusst an pädophile Männer vermittelt – auch Timo und Jörg. Und die Verantwortlichen sitzen inzwischen an den Schalthebeln der Macht …


Meine Meinung:


„Der 13. Mann“ ist der zweite Fall für den Anwalt Eberhardt und den Gerichtsmediziner Jarmer. Bereits im vergangenen Jahr habe ich den ersten Band des Autorenduos Schwiecker und Tsokos gelesen und war nach Beenden des Buches so begeistert, dass ich natürlich gerne Band 2 lesen wollte.

Der eigentliche Cliffhanger aus Band 1 sorgte natürlich erst recht für sehr viel Spannung. Leider kann ich hier direkt sagen, dass ich mir da im zweiten Teil der Reihe natürlich auch Aufklärung gewünscht habe, die leider gänzlich fehlte. Lediglich am Anfang war dieses Thema kurz aufgegriffen worden, dann schien es jedoch schnell in Vergessenheit zu geraten.

So schade ich dies auch finde, tut es dem Buch und der Geschichte an sich jedoch keinen Abbruch.

Der Schreibstil der Autoren war erneut sehr bildlich und flüssig und lies sich sehr gut lesen. Die Kapitel waren kurz und schafften es häufig innerhalb des Kapitel beziehungsweise kurz vor Ende des Kapitels eine derartige Spannung aufzubauen, dass man das Buch zeitweise gar nicht beiseite legen konnte. Man merkt dem Buch sehr deutlich an, dass es sich bei den Autoren selbst ebenso um einen Strafverteidiger sowie einen Gerichtsmediziner handelt wie es auch ihre Protagonisten sind, denn dies macht einen großen Teil der Geschichte aus. So gefällt es mir besonders gut tiefer in die Materie der einzelnen Berufsgruppen eintauchen zu können, in dem die Autoren alles sehr bildlich und detailreich darstellen. Gerade dies macht dieses Buch für mich so besonders.

Die Protagonisten sind durchweg wieder sehr authentisch und während man in Band eins meiner Meinung nach eher weniger über Jarmer erfuhr, welcher nun mal einer der Hauptprotagonisten ist, konnte man in diesem Band sehr viel über den charmanten und sozialengagierten Rechtsmediziner erfahren.

Rocco Eberhardt mochte ich schon in Band eins sehr gerne und freute mich deswegen schon sehr für ihn dass es einen kurzen Einblick in die Vergangenheit gab, die in nun in der Gegenwart wieder eingeholt hat und für ein wenig Romanik in seinem Leben geführt hat. (Achtung kleiner Spoiler) Offen ist hier nun leider ob diese Frau einen weiteren Bestand in seinem Leben hat, daher werte ich das Ende in diesem Buch als leichten Cliffhanger und hoffe sehr auf einen dritten Band, in dem das Rätsel und diese Beziehung oder nicht Beziehung dann aufgelöst wird.

Fazit:
Ich mochte das Buch sehr gerne und finde vor allem das Nachwort der Autoren sehr erschreckend, die darauf hinweisen, dass das Buch auf Tatsachen einer wahren Geschichte beruhen. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der gerne Krimis liest.